Historische Bodenbeläge

Die Menschen hatten schon immer den Anspruch, dass die Böden in ihrem Zuhause ansprechend und praktisch zugleich sein sollen. Entsprechend haben sie verschiedene Bodenbeläge wie Fliesen, Holzböden und Teppichböden genutzt. Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer wieder neue Varianten dazu. Heutzutage gibt es mit Designböden, Klick-Parkett und Naturmaterialien viele weitere Möglichkeiten, den eigenen Boden zu gestalten. Vorwiegend sind es elastische Bodenbeläge, welche verwendet werden, aber auch die historischen Beläge werden immer mehr zum Vorbild. Einen ersten Bezug zu den immer beliebter werdenden alten Bodenbelägen bekommen viele Liebhaber beim Renovieren von zum Beispiel alten Fachwerkhäusern. Gerade durch Renovierungsarbeiten erschließen sich erste Erkenntnisse über die Geschichte von Bodenbelägen sowie das Interesse an diesem Thema.

In der Regel besaßen Wohnetagen, Kellergeschosse sowie Dachgeschosse höchst unterschiedliche Bodenbeläge. Auch die Ausstattung in repräsentativen Gebäuden und Bürgerhäusern unterschied sich; natürlich spielte die Kostenfrage eine große Rolle. Die verschiedenen geschichtlichen Epochen brachten in der Baukunst und Baugeschichte mit Entwicklung von Wissenschaft und Technik sehr differenzierte Ergebnisse auch für die Behandlung und Ausstattung von Fussböden mit sich.

Naturmaterialien

Es sind die ältesten Möglichkeiten, einen Fussboden zu bereiten. Kellerböden bestanden in Bürgerhäusern, aber auch einfachen sakralen Gebäuden oder Wehranlagen meist aus gestampftem Lehm, welcher später oft mit einer Estrichmischung überzogen wurde. Auch einfache Häuser waren zum Beispiel noch im Mittelalter mit Lehmfussböden ausgestattet. Auch die Dachgeschosse, welche zumeist als Speicher genutzt wurden, besaßen flächige Lehmböden, welche auf dem Balkenwerk auflagen. Bekannt sind auch Fussböden mit Kieselsteinen, oftmals im Fischgrätmuster, insbesondere wenn Fließgewässer in der Nähe waren.

Aus großen sakralen Bauten wie Domen sind auch Keramikfliesen und große Steinplatten bekannt. In den letzten Jahren ist ein deutlicher Trend hin zu Naturmaterialien festzustellen. Die Menschen haben ein Interesse daran, sich eine natürliche und gemütliche Wohnatmosphäre zu schaffen und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Unter anderem erfreuen sich deswegen Materialien wie Bambus, Kork und Steinboden großer Beliebtheit. Sisal und Kokos sind Bodenbeläge, die aus Pflanzenfasern hergestellt werden und Natursteinböden werden beispielsweise aus Schiefer oder hellem Sandstein hergestellt. Abhängig davon, welcher Raum in welchem Stil gestaltet werden soll, bietet sich ein jeweils anderes Naturmaterial an.

Fliesen

Fliesen gehören zu den klassischen Bodenbelägen. Sie kamen im Orient schon einige tausend Jahre vor Christus auf. Aus gebrannten Ziegeln wurden sowohl die Häuser als auch die Fussböden versehen. Bekannt ist die römische Baukunst; die gebrannten Ziegel bildeten oftmals nicht nur den eigentlichen Bodenbelag, sie wurden auch für die römischen Bodenheizungen, die als Hypokausten in die Geschichte eingingen, verwendet. Fliesen sind allgemein sehr pflegeleicht, lassen sich individuell gestalten und verleihen einem Raum einen eigenen Charakter. Einige setzen auf historische Fliesen, anderen sind historische Klinkerplatten lieber. Heute ist es möglich, mit diesen Elementen einen Boden so zu gestalten, dass er das Flair einer bestimmten Zeit annimmt. So kann ein Raum im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts ebenso gestaltet werden wie im Design des 19. Jahrhunderts. So haben Liebhaber nicht mehr allein die Wahl zwischen Antikfliesen oder Jugendstilfliesen, sondern können auch ganz moderne Varianten wählen. Insbesondere Klick-Fliesen und Fliesen mit Holzoptik erfreuen sich großer Beliebtheit. Die verschiedenen Varianten kommen in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Während einige für den Wohnbereich geschaffen sind, gibt es Lösungen wie Balkonfliesen und Kellerfliesen, die für andere Bereiche geeignet sind. Zu den besonders modernen Ausführungen zählen selbstklebende Teppichfliesen. Viele nützliche Informationen zu den einzelnen Fliesenarten kann der Liebhaber hier finden.

Teppichböden

Gerade mit Teppichböden besteht die Möglichkeit, den eigenen Wohnbereich im Stil einer Wunschzeit zu gestalten. Es gibt Teppiche, die viele 100 Jahre alt sind und durch die Verarbeitung und das Design eine bestimmte Zeit repräsentieren. Einige legen den gesamten Boden mit einem Teppich aus, andere setzen Teppiche gezielt an bestimmten Punkten ein. Von kleinen, schmalen Varianten bis hin zu Teppichen mit gigantischen Ausmaßen steht alles zur Verfügung.

Holz und Parkett

Ein sehr altes Naturmaterial ist Holz. Als Dielenboden wurde es jahrhundertelang verwendet. Aufgekommen sind die ersten Dielenböden wohl im frühen 13. Jahrhundert in Frankreich. Die Bretter, überwiegend aus Nadelholz wie Fichte, Tanne oder Kiefer, wurden entweder direkt auf den Balken oder auf Latten, die den Balken auflagen und halfen, etwaige Unebenheiten zu beseitigen, aufgenagelt. Entweder wurden sie eng in Kontakt gesetzt oder aber sie waren später mit Nut und Feder versehen.

Der wertvollste Holzbelag ist gewiß das Parkett. Es kam im hohen Mittelalter während der Renaissance auf, war mehrschichtig aufgebaut und gliederte mit Hartholzfliesen, zumeist Eichenfliesen, in verschiedensten Strukturen die Böden. Das wertvolle Parkett schmückte alsbald die Bauten des Hofes und des Adels und zog dann auch in die wohlhabenden Bürgerhäuser ein. Dieses Parkett aus mehreren Schichten Hartholz war nur sehr aufwändig zu verlegen; die Nachfrage stagnierte ab den 60er und 70er Jahren und machte komfortableren Lösungen Platz.

Parkett gehört heute zu den modernen Bodenbelägen, die in vielen Haushalten anzutreffen sind. Das liegt unter anderem daran, dass dieser Bodenbelag eine große Vielseitigkeit mitbringt. Unter anderem stehen Massivholzparkett und mehrlagiges Fertigparkett zur Verfügung. Diese sehen äußerst attraktiv aus, lassen sich leicht verlegen und haben eine hohe Langlebigkeit. Viele Nutzer sind zudem davon angetan, dass sich heutige Parkettböden, welche einen vergleichsweise flacheren Aufbau besitzen, mit einer Fußbodenheizung kombinieren lassen. Der Begriff Parkett ist heute auch nicht mehr so eng gefasst; er wird angewendet für nahezu alle Holzböden und Holzpaneelen mit geographischem Muster.

Linoleum und PVC

PVC und Linoleum gehören zu den elastischen Fussbodenbelägen. Linoleum gibt es bereits seit 1861 und eigentlich das Endprodukt einer Entwicklung von elastischen Belägen, die bereits im Jahre 1763 ihren Ausgangspunkt hatte. Ein Produkt dieser Entwicklung war Kamptulikon, welches aus der Milch des Gummibaumes (Kautschuk), Kork, Schellack und unter anderem Leinöl bestand; Kamptulikon war elasitsch, robust und Trittschall hemmend. Kamptulikon wurde 1843 vom Endländer E. Galloway erfunden. Da die Naturressource Gummi schon damals knapp wurde, wurde nach Surrogaten gesucht. Es war Frederic Walton, der dann 1861 auf der Basis von Leinölfirnis das Linoleum erfand und diesen 1863 patentieren ließ. Der Name Linoleum leitete sich ab aus dem Lateinischen linum=Lewin und oleum=Öl.

In Deutschland wurde Linoleum in großem Stil von den Deutschen Linoleum-Werken produziert. Linoleumböden waren früher in extrem vielen Küchen zu finden. Dann verschwand das Material eine Zeitlang aus den Wohnbereichen der Menschen. Heute erlebt es als Naturboden eine Renaissance und wird immer häufiger eingesetzt. Linoleum ist ein äußerst vielseitiges Material, das nahezu im gesamten Wohnbereich eingesetzt werden kann. Ins Badezimmer gehört es jedoch nicht, da es sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Das Material lässt sich mühelos reinigen und sorgt für einen gedämpften Trittschall. Zudem ist es so rutschfest, sodass Unfallgefahren minimiert werden. Da Linoleum relativ teuer war, stellten die Deutschen Linoleum-Werke eine auch eine kostengünstige Linoleum-Imitation für die normalen Haushalte her. Dieser Billigbelag aus den 50er und 60er Jahren ist Vielen noch unter der Bezeichnung Stragula bekannt. Hierzu wurde Bitumenpappe mit Ölfarben, PVC- oder Dekorfolien bedruckt. Der Billigbelag kommt auch heute noch beim Renovieren alter Fachwerkhäuser zum Vorschein. Nach dem Krieg wurde dieser damals moderne Belag einfach auf die vorhandenen und nur aufwändig zu pflegenden Bodendielen aufgebracht.

PVC oder Polyvinylchlorid wurde bereits vor Beginn der Gründerzeit 1853 erfunden, allerdings erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts industriell produziert. Sie bestimmten mit Linoleum und Stragula sowie dessen Verwandten Bedola den Markt der elastischen Böden bis nach dem zweiten Weltkrieg. Mit der Weiterentwicklung des PVC zu einem kostengünstigen Produkt mit einer unendlichen Auswahl an Farben und Mustern verdrängte PVC seit den 70er Jahren die Konkurrenten wie Linoleum aus den Zimmern und wurde zum bestimmenden Kunststoff nicht nur bei den Bodenbelägen, sondern in weiten Bereichen des privaten und öffentlichen Wohnumfeldes, so bei Möbeln, Spielzeug, Haushalt. Heutzutage gibt es viele unterschiedliche Varianten und Ausführungen, sodass die PVC- und Vinylböden auf den eigenen Lebensbereich angepasst werden können. Wer möchte, kann sich Varianten mit einer Holzoptik zulegen. Diese sind hochwertig und attraktiv und passen somit auch in einen stilvollen Wohnbereich. Das Material lässt sich nach wie vor leicht verlegen, wobei das moderne Klick-Vinyl bei den Nutzern besonders gut ankommen. Zu den Vorteilen gehört, dass solche Böden schalldämmend und rutschfest sind und mit einer feuchten Umgebung kein Problem haben.

Design und Nutzerfreundlichkeit

Historische oder auch historisierende Bodenbeläge finden besonders bei Liebhabern anspruchsvoller Architektur, aber auch alter Bürger- oder Fachwerkhäuser zunehmend Zuspruch. Neben der Wertigkeit als historische Schaffenskunst oder historisierendes Embiente spielen die Möglichkeiten des Designs eine große Rolle.

Designböden sind Meister im Imitieren. Ihnen ist es möglich, ganz unterschiedliche Oberflächen anzunehmen, sodass sie auf vielfältige Weise gestaltet werden können. Sie sind wie Laminat aufgebaut, besitzen jedoch keine Maserung. Je nach Wunsch ist es somit möglich, solche Böden im Stil von Kork, Stein oder auch Fliesen zu gestalten. Somit ist es den Liebhabern historischer Bauelemente freigegeben, welchen individuellen Stil sie ihrem Wohnbereich geben. Designböden eignen sich für alle Zimmer; sie sind zudem langlebig, robust und preiswert.

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