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    Teddybären, Teddys

    Teddybären, Teddys sammeln

    Teddybären sind beliebt bei jung und alt. Ich sah erst kürzlich wieder bei einem Besuch eines alten Freundes dessen Teddy aus der Kinderzeit auf seinem Schreibtisch sitzen und mich überkamen beim Anblick dieses kleinen Kerls doch einige Erinnerungen an meine eigene Jugend und meine Teddybären, von welchen leider keiner bis heute überlebt hat. Aber diese Gefühle sind es vielleicht, welche die Teddys allseits so beliebt machen. Und so wie mir ergeht es allen anderen; kaum jemand, der sich nicht von Teddys angesprochen fühlt. Zumal die meisten Teddybären eine eigene Aura, eine eigene Ausstrahlung besitzen. Und ich kenne kaum jemanden, der nicht eine eigene Geschichte bezüglich eines Teddys in seiner Jugendzeit erzählen könnte. Das prägt und erzieht manch einen Zeitgenossen schon früh zum Sammler der plüschigen Wegbegleiter. Ja, Wegbegleiter waren sie, Ansprechpartner, Blitzableiter für Sorgen, Anlehnpartner, Kuschelobjekt sowie oftmals, – und hier wage ich mich gar nicht einmal so weit hinaus,- die erste Liebe. Dieser Träger von teils großen Gefühlen war und ist jemand, dem man seine Nöte anvertrauen kann, ein Partner, der nicht widerspricht, der nur zuhört und lieb ist.



    Das Sammelgebiet Teddybären

    Die einleitenden Worte über unsere Affinität zu Teddys oder Teddybären erklärt einiges über die Leidenschaft, welche den beziehungsweise die Sammlerin von Bären auszeichnet. Die Sammelleidenschaft beschränkt sich dabei nicht, wie zum Beispiel bei Blechspielzeug oder Puppen, auf fast ausschließlich ein Geschlecht. Das Heer der Sammler, welches scheinbar jährlich größer wird, besteht aus Männlein als auch Weiblein. So richtig Fahrt nahm das Sammelgebiet auf, als in den späten Siebzigern und Achtzigern von hohen Erlösen für Teddybären bei Versteigerungen in großen Auktionshäusern wie den Londoner Traditionshäusern Christie’s oder Sotheby’s berichtet wurde.

    Beliebt sind auch sehr kleine Teddys, wie das Beispiel auf dem rechten Foto

    Alte Teddybären sind nicht häufig. Dies hat durchaus damit zu tun, dass sich viele Besitzer gerade aus Emotionsgründen nicht von ihren Lieblingen trennen. Das ist fast vergleichbar mit der Liebe zu Puppen; die Hingezogenheit zu Teddybären und Puppen wird bei kaum einem anderen Sammelgebiet im Bereich Seltenes, Trödel oder Antiquitäten erreicht. Die guten Preise haben sich schon lange herumgesprochen.

    Sammelkriterien und Sammlerwert

    Natürlich spielt, wie bei allen anderen Sammelgebieten auch, das Angebot und die Nachfrage eine entscheidende Rolle bei der Preisgestaltung. Dasselbe trifft auf die Seltenheit und die Erhaltung des gesuchten Objektes zu. Da die USA den größten Sammlermarkt besitzen, bestimmte dieser über lange Jahre das Preisgeschehen in Deutschland. Heute haben wir eine, wenn ich so sagen darf, eigene Preisbestimmung; für diese Preisbestimmung sind nachfolgende Parameter maßgeblich. Ich habe die Kriterien bewusst alphabetisch sortiert, da je nach Einzelfall ein anderes Kriterium preisentscheidend sein kann.

    Alter: Zum Alter von Teddybären gibt es nur eines zu konstatieren: je älter das Exemplar ist, desto höher ist der Wert. Besonders gesucht sind die Exemplare vor 1910 und in einer zweiten Marge die bis ca. 1930.

    Äußere Form des Teddybären: Die sehr alten beschriebenen Bären besaßen sehr lange Beine und Arme und große Füße. Zudem war die Schnauze lang ausgezogen und geschoren. Natürlich waren sie mit Holzwolle gefüllt. Charakteristisch war auch ihr mal schwächer mal stärker ausgeformter Buckel und allgemein eine gedrungene Gestalt; diese alte Form ist immer noch die, welche von Sammlern bevorzugt wird. Diese frühe Form der Teddybären erinnert sehr an das Aussehen echter Bären.

    Farbe des Felles: Bezüglich der Farbe des Felles werden Ausnahmen preiserhöhend gewertet. Das Fell der Bären ist zumeist bräunlich oder liegt irgendwo zwischen dunkelgelb und bräunlich. Es gibt allerdings Teddybären mit rötlichem Fell, mit schwarzem Fell oder gar mit weißem Fell. Auch in diesen Fällen muss mit kräftigen Preisaufschlägen gerechnet werden.

    Größe: Bei der Größe verhält es sich ähnlich wie beim Alter. Je größer ein Teddybär, desto mehr wird er erlösen. Die anderen behandelten Merkmale sind allerdings ebenfalls in die Kalkulation mit einzubeziehen. Einer separaten Betrachtung unterliegen Übergrößen als auch Untergrößen. Ähnlich wie sehr große Teddys über 80 cm werden auch sehr kleine, zum Beispiel zwischen 10 und 15 cm, verhältnismäßig weit höher eingestuft als normal Große.

    Herstellerfirma: Die bekanntesten Herstellerfirmen sind oder waren Steiff, Hermann, Schuco, Bing, Anker, Diem, Clemens, Haueisen, Kersa, Heli und Weiersmüller in Deutschland sowie Berg, Fechter in Österreich und Farnell in England. Bei den Sammlern gilt Steiff quasi als der Mercedes unter den Herstellern. Sie brachten im Jahre 1903 auch den ersten Teddybären in der uns heute geläufigen Form als „55PB“ auf den Markt, genauer gesagt war es Richard Steiff, der Neffe der berühmten Unternehmerin Margarete Steiff. Für Steiff ist die hohe Qualität sprichwörtlich. Die Steiff-Tiere erkennt man am berühmten Knopf im Ohr. Allein am Steiff-Abzeichen kann man nahezu jeden Steiff-Teddy mühelos zeitlich einordnen. Dem Sammler sei hier die einschlägige Literatur empfohlen. Das Einlesen sei auch aus dem Grunde empfohlen, weil gerade bei den Ohrknöpfen viele Fälschungen daherkommen. Ein alter Teddybär ist nun mal leider leichter zu fälschen als eine Banknote, dies gilt für viele Exponate aus dem Bereich des Sammelns. Besonderes Objekt von Fälschungen sind auch die Augen der sehr alten Bären. Sie waren noch nicht aus Glas und mit Pupillen versehen, sondern bestanden aus lackiertem Leder. So werden oftmals heruntergekommenen Exemplaren die Glasaugen entnommen und die alten pupillenlosen Augen montiert. Die Blicke aus solchen lackierten Lederaugen können weitaus sentimentaler sein als die aus Glasaugen!

    Auch die gesuchten Hersteller von Blechspielzeug Bing und Schuco stellten Teddybären her. Insbesondere die Bären von Schuco überzeugten nicht nur durch Qualität, sondern auch durch technische Raffinessen. So konnten einige Teddybären von Schuco Purzelbäume schlagen. Die teilweise ausgeklügelte Mechanik kennt man bei Schuco von seinem vielfältigen Angebot aus dem Bereich des Blechspielzeugs. Das hohe technische Niveau machte Schuco je gerade zu einem der berühmtesten Spielzeug-Hersteller Deutschlands.

    Auch von anderen namhaften Herstellern wie Hermann gibt es Fachliteratur zur Bestimmung insbesondere der älteren Exemplare.

    Material: Als Fellmaterial wird überwiegend Plüsch, Frotteestoff und Mohair, Samt und Nessel verwendet. Mohair ist gewiss der edelste aller Stoffe; Mohair nennt man die Haare türkischer Angoraziegen, aus welchen man das wollartige feine Gewebe herstellt. Das heutige Mohair soll allerdings eher ein Gemisch aus Wolle und Baumwolle sein. Alle wertvollen Teddys besitzen ein Mohairfell.

    Seltenheit: Unter diese Kategorie fallen die seltenen Exemplare nicht nur der großen Herstellerfirmen. Natürlich zählt zuvorderst der alte Steiff-Teddy mit den Schuhknopfaugen dazu. Selten auch neben den alten Teddys auch die Babyversionen der 30er, 40er und noch 50er Jahre, natürlich die Petsy-Bären um 1930 oder auch der Teddy-Clown von Steiff mit dem echten Filzhut und der Halskrause. Bei Schuco sind die alten Mechanik-Bären, insbesondere die mit der Ja-Nein-Funktion, auch in sehr kleiner Größe, äußerst beliebt. Gesucht bei Bing-Bären sind ebenfalls die sehr alten mit Schuhknopfaugen sowie die für Bing typischen Teddys mit Musikfunktion.

    Zustand und Erhaltung: Hierzu gibt es wenig zu sagen. Man kann nur wiederholen, was zu anderen Sammelgebieten schon gesagt wurde. Natürlich sind „unbespielte“ Teddybären in „mint condition“ die am höchsten gehandelten. Aber gerade bei den Teddybären ist es doch so, dass besonders die „abgeliebten“ Teddys den größten Charme verbreiten. Ich denke, dass ist es letztendlich, worauf es dem Sammler ankommt.

    Für mich persönlich sollte ein Teddy neben seiner Ausstrahlung grundsätzlich aus Mohair sein sowie Scheibengelenke besitzen. Ein guter Teddy ist in der Regel fünffach gegliedert, ist mit Holzwolle gestopft und brummt!

    Der Zottelteddy links hat schon ein paar bewegte Tage hinter sich

    Andere Teddybären

    Wenn wir über sammelwürdige Teddybären sprechen, fallen uns zunächst die Teddys der bekannten Herstellerfirmen wie Steiff, Schuco oder Hermann ein. Der weitaus größte Teil der so beliebten Kuschelbären wurde aber von namenlosen Firmen oder neudeutsch „no-name-Firmen“ hergestellt. Daher besitzen die meisten Teddybären keinen Knopf im Ohr, kein Emblem oder Hängeschildchen und sind einfach schwer oder überhaupt nicht zuzuordnen. Was die ganze Sache nicht einfacher macht, ist der Umstand, dass viele dieser unbekannten oder weniger bekannten Hersteller ihre Modelle von Modellen der großen Marktführer nachgeahmt haben. Auf der anderen Seite wurden und werden oftmals Erkennungsmerkmale großer Firmen nachgemacht und gefälscht, zum Beispiel der berühmte Knopf der Firma Steiff.

    siehe auch Teddy-Hersteller

    Hermann Hirschaid

    Bing Teddys

    Weiersmüller

    Steiff