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    Emailleschilder

    Alte Emailleschilder sammeln, Blechschilder sammeln

    Die Entwicklung des Sammelgebietes Emailleschilder und Blechschilder

    Emailleschilder sammeln hat sich seit den 60er Jahren und 70er Jahren zu den beliebtesten Sammelgebieten entwickelt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert beherrschten Emailleschilder die Fassaden von Geschäftshäusern und flankierten Straßen und Eisenbahnlinien. Noch in den 70er Jahren sah man die Schilder an manchen Hauswänden, Scheunentoren sowie in manchem Einkaufsladen und den letzten Kolonialwarenläden. Inzwischen sind diese Emailleschilder und Blechschilder begehrte Sammlerobjekte geworden. Wahrscheinlich hat dies mit der Farbenpracht, der Unverwechselbarkeit der Emailleschilder oder auch Emailschilder sowie deren schnörkelhaften Verzierungen zu tun. Emailleschilder kann man man heute allerdings kaum noch günstig bekommen. Vorbei die Zeiten, als man sie trotz ausgezeichneter Qualität noch relativ billig erwerben konnte. Vorbei auch die Zeiten, als sie zusammen mit Möbeln aus der Gründerzeit, und mit dieser Zeit haben die Emailleschilder und auch Blechschilder etwas zu tun, den Sperrmüll zierten. Wenn ich an meine frühen Flohmarktzeiten 1971 und 1972 am Frankfurter Mainufer zurückdenke, kann ich mich kaum erinnern, Werbeschilder oder gar Emailleschilder wahrgenommen zu haben. Auch die Sache mit dem Blechspielzeug fing gerade erst an. Es gab ja bis in die 70er Jahre noch die letzten Blechspielzeug-Hersteller wie GAMA, wie Kellermann und und und. Mittlerweile muss man sehr viel Glück haben, wenn man an oder in alten Häusern oder alten Verkaufsläden noch alte Reklame findet.Blechschild von Pepsi Cola

    Die Entwicklung von handwerklicher Fertigung zur Massenproduktion

    Es war der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts geschuldet, dass Rationalisierung, Mechanisierung und erste Formen von industrieller Massenproduktion einzogen, nicht in dem Maße, wie wir die Situation heute vorfinden, aber es war so, dass die reine handwerkliche Herstellung von Gütern und Gebrauchswaren durch eben diese Massenproduktion abgelöst wurde. Massenproduktion bedeutete aber auch, dass man von da an von einem Markenartikel sprechen konnte. Die Gebrauchsgüter wurden fortan beworben, was sich auch an ihrer Verpackung festmachte. Wer wie ich noch in den 60er Jahren als Kind in einen Kolonialwarenladen oder alten Kaufmannsladen zum Einkaufen geschickt wurde, wird sich erinnern können, dass ein Teil der Ware nicht verpackt war. Süßigkeiten wie Bonbons gab es aus großen Behältnissen aus Glas, Mehl und Zucker aus großen Tüten oder Säcken. Zu Hause wurden diese in sogenannten Schütten oder Schüttengläsern, die sich in einem Teil des Küchenschrankes befanden, eingelagert.

    Emailleschilder für die Bewerbung von Gebrauchsgütern

    Der lose Verkauf von Lebensmitteln war um die Jahrhundertwende im Großen und Ganzen noch die Regel; erst die Möglichkeit der Einzelverpackung durch die industrielle Massenproduktion und das Versehen der Verpackung mit Schrift und Bild konnte den Markenartikel erschaffen. Die Reklame, die Bewerbung für einen Artikel sollte dessen Unverwechselbarkeit für den Verbraucher herausstellen. Dies fing bereits bei der speziellen Form der Verpackung an und wurde ergänzt durch die Werbung in Zeitschriften und auf Schildern und Plakaten. Pappschilder begegnen uns auch heute noch im inneren Geschäftsbereich, Plakate wurden auf speziellen Plakatwänden und hier insbesondere der beliebten und damals sehr verbreiteten Litfaßsäule angebracht. Die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit von Verpackungen erkennen wir an bestimmten Formen und Aufdrucken; beste Beispiele hierfür sind die Flaschen von Coca Cola oder auch die Flaschen von Maggi.

    Emailleschilder an altem Kolonialwarenladen

    Die Verbreitung der Emailleschilder

    Für die Bewerbung von Markenartikeln aber am besten geeignet waren nicht nicht die schnell vergänglichen Reklamen aus Papier oder Pappe, sondern Schilder aus Email oder Emaille. Teilweise erfüllten diesen Zweck auch Blechschilder. Diese waren zudem kostengünstiger als die aufwändig hergestellten Emailleschilder. Der Nachteil war die Rostanfälligkeit der Blechschilder. Emailleschilder sind dagegen kaum anfällig gegen Rost, sie sind wetterbeständig und bei guter Herstellung außergewöhnlich langlebig. Sie sind dazu glänzend bunt, was zur Einprägsamkeit beiträgt. Dies alles führte in kurzer Zeit zu einer Verdrängung der Pappreklame und zu einer wahren Hausse der Emailleschilder. Die Technik des Emaillierens wurde übrigens nicht nur im Bereich der Werbung angewendet, sondern erfasste viele andere Bereiche wie Haushaltsgeschirr, bekannt als Küchenemail, Blechspielzeug, Anstecknadeln, Straßennamen, Hausnummern oder auch Wandgemälde.




    Die Emailleschilder eroberten die Kolonialwarenläden im Sturm;auf dem oberen Foto sieht man die verschiedenen Emailleschilder und andere Reklame, welche einen Verkaufsladen zieren. Die Auflagen der verschiedenen Emailschilder gingen in die Zehntausende. Es kamen immer schönere, buntere, glänzendere Emailleschilder auf den Markt. Die Herstellerfirmen führten einen regelrechten Werbekrieg gegeneinander. Sie besaßen ihre eigenen Vertreter, – Personen, welche für je abgenommenes Emailschild eine Provision bekamen. Diese Personen sollen sehr aufdringlich gewesen sein. Oftmals montierten sie die Emailleschilder ohne zu fragen in den Läden, um sich erst nach deren Montage und Anbringung Erlaubnis und Bestätigungsbeweis vom Besitzer einzuholen. Mit diesem war dann die Provision gesichert. Man vermag es sich heute nicht mehr vorzustellen, aber das Überziehen der deutschen Verkaufslandschaft mit Reklameschildern wurde alsbald als Verschandelung der Landschaft empfunden, so dass sich im Jahre 1910 ein „Verband der Reclame-Interessenten gründete“, um diese „Verschandelung“ einzudämmen. Wir empfinden die Emailschilder heute ganz im Gegensatz zu damals als schön und künstlerisch. Die Blütezeit der Emailschilder lag zwischen 1890 und 1960, die absolute Hochzeit wohl zwischen 1910 und 1930.

    Werkstätten der Schriftenmaler bereiteten den Weg

    Die ersten Emaillierbetriebe oder Emaillier-Anstalten, wie sie oft genannt wurden, basierten auf Werkstätten von Schriftenmalern. Die ältesten Emailleschilder, damals auch noch als Emailplakate bezeichnet, waren auch vornehmlich mit Schriften ausgestattet, bevor die Anwendungstechnik angesichts der benötigten Werbemittel sich revolutionierte. Die Emailleschilder vor 1900 wiesen auch noch die charakteristische Strichzeichnung auf, das heißt, die Ausmalung der Flächen sah aus wie mit engen Strichen gezeichnet. Erst die Aufbringung von Steindrucken beziehungsweise Lithografien im Umdruckverfahren auf das Trägermaterial, die gewölbten Schilder, ermöglichte die volle Ausnutzung der Möglichkeiten des Emaillierverfahrens. Die Farben verstärkten sich, gewannen an Glanz und die verschiedenen bunten Flächen konnten klar abgegrenzt werden. Die erste große Emaillier-Anstalt in Deutschland soll im Jahre 1893 Schulze & Wehrmann im damals noch selbständigen Stadtteil von Wuppertal, Elberfeld, gewesen sein.Eines der üblichen Blechschilder von Sinalco Cola

    Die großen Plakatkünstler waren beteiligt

    Auch bei Gestaltung der Emailleschilder waren die großen Plakatkünstler der damaligen Zeit, die Aufträge für Werbeplakate und Werbekarten ausführten, wie Ludwig Hohlwein oder Alfons Maria Mucha, beteiligt. Auch die zeitgenössischen Stilrichtungen wie der Jugendstil, der Historismus der Gründerzeit, das Art Deco, das Bauhaus oder auch der Futurismus flossen in die Gestaltung der Emailschilder ein.

    Eine der größten Spezialsammlungen für Blech- und Emailleschilder sind im Bauspar-Museum Wüstenrot zu bewundern. Die Internetseite alte-emailleschilder.de stellt die Geschichte der Emailleschilder dar, erläutert Ausführungen von Emailschildern sowie deren Herstellung und listet Firmen auf, die diese herstellten.

    Emailleschilder

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