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    Prämeta

    Prämeta – die fantastischen Modellautos von Prämeta und Postel

    Hintergrund

    Mit dem Namen Prämeta verbindet man einige wenige qualitativ hochwertige Modellautos, welche in einem relativ überschaubarem Zeitpunkt produziert wurden. Die an der Herstellung beteiligten Firmen waren, und dies unterscheidet die Prämeta-Historie von anderen Spielzeugherstellern, eigentlich nie ausschließliche Produzenten von Modellautos, sondern waren auf andere Industriesparten fokussiert. Die an Herstellung und Vertrieb beteiligten beiden Firmen waren die Prämeta Präzisionsmetall- und Kunststofferzeugnisse G. Baumann & Co. sowie die Kurt Postel Spezialfabrik für Metallpräzisionsguss.

    Die Firma Prämeta

    Zunächst wäre die Firma Prämeta zu nennen, der Namensgeber der Prämeta-Automodelle. Diese wurde im Jahre 1946 von Ferdinand Freiherr Dr. von Soiron sowie dessen Ehefrau in Köln etabliert. Ferdinand Freiherr von Soiron galt als Erfinder und Tüftler, der im Laufe der Jahre verschiedene Erfindungen als Patent anmeldete. Die Firma begann zunächst als reine Vertriebsgesellschaft. Eine enge Verbindung ging Prämeta mit der Firma Postel Druckguss ein. Für diese vertrieb sie Scharniere. Nach eigenen Angaben kamen für eine gewisse Zeit Fahrradzubehör und Spielzeugautos hinzu. Die Firma besaß die beiden Standbeine Beschläge, von Möbeln, Türen etc. sowie Geräte für den medizinischen Bereich und ist auch heute noch entsprechend aufgestellt. Bekannt ist der von Soiron entwickelte Venenstauer, welcher bei Blutabnahmen benutzt wird. Die Firma entwickelt heute Produkte aus den Bereichen Beschläge und Scharniere sowie Medizin kundengerecht und vertreibt diese weltweit. Der Firmenname Prämeta dürfte aus dem Namensbestandteil Präzisionsmetall abgeleitet worden sein, „prä“ aus Präzision und „meta“ aus Metall.

    Die Firma Postel Druckguss

    Die Firma Postel Druckguss, welche unter oben angegebener Firmenbezeichnung begann, wurde bereits im Jahre 1924 ebenfalls in Köln gegründet. Auch sie war laut Firmenbezeichnung mit Metallpräzisionsguss beschäftigt. Man begann wohl zunächst mit Zinkdruckguss und Spritzguss. Als Aufnahme der Produktion in Köln-Höhenberg gibt die Firma das Jahr 1933 an. Nach dem 2. Weltkrieg konzentrierte sich Postel zunächst auf die Herstellung von Scharnieren, Baubeschlägen und auch Spielzeugautos, wobei der Bereich Spielzeugautos arg im Dunkeln liegt. Es fallen natürlich die in Kooperation mit der Prämeta erzeugten Spielzeugautos darunter. Aber darüber hinaus sind mir keine weiteren bekannt. Postel behielt später sein ureigenstes Segment bei und fertigt bis heute Präzisionsgussteile aus Aluminium und Zink für Pumpen, Ventile sowie Scharniere und Beschläge als Zulieferer für die Automobilindustrie, für den Maschinenbau, die Möbelindustrie oder die Elektro- und Elektronikbranche.

    Die Kooperation von Prämeta und Postel

    Sicher ist, dass es bald nach Gründung der Prämeta im Jahre 1946, als auch Postel seine Arbeit nach dem 2. Weltkrieg wieder aufnahm, zu einer Zusammenarbeit beider Firmen gekommen ist. Prämeta mit UhrwerkDies ist auch durchaus nachvollziehbar, hatten doch beide Firmen mit Präzisionsmetallguss zu tun. Zudem lagen die Betriebsstätten in Köln auch nur gute 2 Kilometer voneinander entfernt, die Prämeta Präzisionsmetall- und Kunststofferzeugnisse G. Baumann & Co. in Köln-Ostheim im Hardtgenbuscher Kirchweg und die Kurt Postel Spezialfabrik für Metallpräzisionsguss in Köln-Höhenberg in der Höhenberger Straße. Die Prämeta vertrieb nicht nur die Druck- und Spritzgusserzeugnisse von Postel wie Scharniere und Beschläge, sondern entwickelte auch, und dies betrifft die von Sammlern begehrten Prämeta-Autos, eine enge Kooperation in diesem kurzzeitigen Segment Spielzeugautos, von welchen uns nur die Metallgussautos bekannt sind. Diese Metallgussautos wurden jedoch ausschließlich im Zeitraum von etwa 1948 bis 1958 hergestellt. Die kleine Serie umfasste 5 Modelle in jeweils verschiedenen Ausfertigungen.

    Rechts sind abgebildet der Buick 405 (links) sowie der Adenauer-Mercedes

    Die Prämeta-Modelle

    Das erste Modell war im Jahre 1948 der berühmte VW Käfer 1200, der sogenannte Brezelkäfer, benannt nach seiner unverwechselbar geteilten brezelförmigen Heckscheibe. Er lief ab 1945 als VW Typ 1 vom Band und war natürlich das Hauptmotiv vieler deutscher Blechspielzeughersteller nach dem Krieg. Sein Vorgänger, der KdF-Volkswagen, war ebenfalls bereits in Vorkriegszeiten als Blechspielzeug, so bei CKO-Kellermann, verbreitet. Ebenfalls verbreitet war, im Zuge des Einzugs amerikanischen Lebensgefühls, die Hingebung zu amerikanischen Straßenkreuzern. Auch diesem Trend folgten viele Blechspielzeug-Hersteller. Prämeta und Postel brachten 1949 den Buick 405 auf den Markt. Im Jahre 1953 folgte der Mercedes 300. Mercedes produzierte diese Typen W 186 und W 189 ab 1951. Er wurde für lange Zeit die Staatskarosse der Bundesrepublik. Da ab 1951 der Bundeskanzler mit ihr chauffiert wurde, wurde er auch als Adenauer-Mercedes bekannt. Im Jahre 1954 folgte der Jaguar XK 120 und 1955 der Opel Kapitän 555. Im Jahre 1958 wurde die Produktion der Prämeta-Autos eingestellt. Die Prämeta Automodelle gehörten eher zum Spielzeug von Kindern reicherer Eltern. Ähnlich wie die Funktionsautos von Schuco waren sie nicht gerade billig. Ein Prämeta-Modell kostete in den 50er Jahren ungefähr 10 Mark bei einem Monatslohn von durchschnittlich etwa 250 DM. Dies entspricht bei heutiger Kaufkraft einem Kaufpreis von ca. 180 Euro pro Prämeta-Auto. Obwohl, sie waren nicht nur für die Kleinen gedacht. Prämeta bewarb die Modelle als Spielzeug für Jungen von 8 bis 80 Jahren. Sie wurden daher auch als Geschenkartikel für große Autohäuser ausgeliefert. Die Autos waren mit einer ausgefeilten Mechanik und einigen technischen Finessen ausgestattet. Das Uhrwerk, ein stabiles Präzisions-Laufwerk, konnte laut Reklame selbst ein Erwachsener nicht überdrehen. Die Automodelle besaßen 3 Gänge, Rückwärtsgang und Leerlauf. Im Unterschied zu vielem einfachen Blechspielzeug waren die Vorderräder in Schwingachse und die Hinterräder allerdings einzeln gelagert. Die Modelle besaßen zudem vollautomatische Winker. Einzigartig war die einstellbare Kurvenautomatik, welche während der Fahrt für immer wieder neue Kurven sorgte. Prämeta-Automobile gab es in mehreren Farben sowie jeweils eine glänzende vernickelte sogenannte Luxusausführung. Da jedes Teil eines Modells aus nicht rostbarem Schwermetall bestand, waren die Autokörper selbst kaum zu beschädigen. Prämeta gab, einzigartig in der Spielwarenbranche der damaligen Zeit, 6 Monate Garantie auf seine Modelle.

    Links abgebildet der Serie 3-Type Jaguar XK 120

    Prämeta nannte die Serie „Kölner Automodelle“ – Masstäbliche Modelle berühmter Weltmarken. Der Maßstab liegt bei etwa 1:40. Die Modelle bekamen zusätzlich Seriennummern. Den Buick 405 bezeichnete man als Serie 1-Type, der Mercedes Benz 300 bildete die Serie 2-Type, das Jaguar Sport-Coupe XK 120 den Serie 3-Type sowie der Opel Kapitän 555 die Serie 4-Type. Das Uhrwerk wurde mit einem Schlüssel, der die Form eines Verkehrsschutzmannes besaß, aufgezogen. Er besaß zugleich die Form des großen Buchstaben „P“. Die Modelle waren an ihrer Unterseite gemarkt mit Made in Germany Brit. Zone, nach Ende der Britischen Besatzungszone im Jahre 1946 lediglich mit Made in Germany. Eine Ausnahme bildet ganz gewiss der VW Käfer, der anfangs ohne Antrieb ausgeliefert wurde, in einer anderen Box vertrieben wurde und der im Gegensatz zu den anderen 4 Modellen keine Serien-Type-Bezeichnung bekam.

    Die Zusammenarbeit der Firmen Postel und Prämeta bleibt auch heute noch vielfach im Unklaren. Nach eigenem Nachforschen kann man davon ausgehen, dass Postel mit dem Bau des antriebslosen VW-Käfers nach dem Krieg begann. Mit der Vertriebstätigkeit für Postel übernahm Prämeta auch den Vertrieb der Automodelle. Die Teile für die Serien Type 1 bis Type 4 wurden auf Bestellung von Prämeta in Gänze bei Postel gefertigt. Auf jedem Prämeta-Modell befindet sich auf der Unterseite auch das Markenzeichen von Postel, das berühmte Schild. Unter der Vorderfront befindet sich zusätzlich die Prägung von Prämeta. Die Einzelteile wurden danach bei Prämeta zusammengesetzt, in Kartons verpackt und vertrieben. Dies alles allerdings ohne Gewähr und wer etwas Genaueres weiß, mag es unten als Kommentar senden. Das relativ kleine Zeitfenster, in welchem die Kölner Automodelle gefertigt wurden, die Seltenheit sowie die hohe technische und mechanische Ausstattung haben dazu geführt, dass diese Modelle von Sammler hoch begehrt sind und daher auch ihren entsprechenden Sammlerpreis besitzen.