• Impressum Datenschutzerklärung

    Partner
  • Hinweis:

    Zu vielen Sammelgebieten gibt es weitere Unterpunkte. Diese finden Sie in der linken Navigation unter dem aktuellen Sammelgebiet aufgeklappt.

    Wir freuen uns über Ihre Weiterempfehlung auf:
  • Lexikon

    Glasbehandlung Techniken

    Glastechniken, Techniken der Glasbehandlung

    Die verschiedenen Glastechniken

    Glastechniken gehören zum Handwerkszeug der Glasmacherkunst. Nachfolgend möchte ich die wichtigsten Glastechniken aufzeigen.

    Glasschnitt -Glasritzen
    In der Zeit der Renaissance wurde Venedig zum Zentrum der Glasmacherkunst. Das Überziehen der Gläser mit Schmelzfarben wurde zum Höhepunkt gebracht. Auch das Schneiden von Glas mit einem Diamanten wurde in Venedig wohl schon um 1500 erfunden, bildete aber nicht den Mittelpunkt der Glaskunst. Im Gegenteil, -die Graviertechnik wurde in anderen Ländern wie Deutschland, England und den Niederlanden übernommen und dort zur Blüte gebracht. Eine entscheidende Neuerung brachte das in Böhmen im 17. Jahrhundert erfundene Kristallglas. Es war hart und eignete sich besonders gut zum Ritzen. Eine der bekanntesten Glastechniken - der Glasschnitt

    Links eine der bekanntesten Glastechniken: der Glasschnitt am Bleikristall

    Während in Deutschland überwiegend weiter die Emailmalerei bevorzugt wurde, wurde insbesondere Kristallglas in Böhmen, aber auch in Schlesien und Brandenburg durch Ritzen, Schneiden oder Schleifen veredelt.Pflanzen, Tiere und Wappen waren die Leitmotive. Zum Mittelpunkt des Ritzens mit einem Diamanten (Diamantriß) wurden in Folge die Niederlande; sie war zumindest bis zur Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert die bevorzugte Technik. In unserer Zeit, der Neuzeit, haben Maschinen die handliche Graviertechnik ersetzt.

    Ätzen
    Technik zur Glasverzierung mittels Fluorsalzlösungen in Flußsäure. Diese Behandlung kennt man seit 1686.

    Formblasen
    Hierbei wird geschmolzenes Glas in eine bestimmte Form geblasen. Es bildet sich ein Dekor als Flachrelief.

    Irisieren
    Nach langem und feuchtem Lagern konnte man an alten Gläsern Verwitterungsmerkmale feststellen. Man sprach in Anlehnung an die Erscheinung dieser Merkmale von einem Regenbogeneffekt. Dieser Effekt animierte neuzeitliche Glaskünstler, stellvertretend sei an dieser Stelle Tiffany genannt, diesen mittels Dämpfen aus Metallchlorid künstlich zu erzeugen.

    Schliff
    Technik des Verzierens des fertigen Glases mit rotierenden Scheiben. Unterschiedliche Schleifmittel wie Schmirgel oder auch Sand erzeugten unterschiedliche Schliffe: Kantenschliff, Facettierung (Erzeugung kleiner angeschliffener Flächen mit dem Effekt der Lichtbrechung, von Reflexionen), Perlfriese, Konkavfacettierung, Walzenschliff, konkave Kugelungen, Steinelung.

    Kupferschnitt
    Diese Technik wurde von der Bearbeitung von Halbedelsteinen übernommen. Das Bearbeiten des Glases mit Kupferrädchen erzeugt hierbei verschiedene Dekorschnitte. Man spricht von Hochschnitten, Tiefschnitten und Kameenschnitten. Den Kameenschnitteranden die Griechen bereits ca. 300 v. Chr. Hierbei wurde auf Halbedelsteinen das Dekor positiv aus der oberen Schicht herausgearbeitet. Im Gegensatz zum Hochschnitt werden dabei die äußeren Konturen nochmals hinterschnitten, um das Dekor zusätzlich hervorzuheben. Bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die Kameentechnik auf die Glasbearbeitung übertragen.

    Transparentbemalung
    Zu den wichtigsten Glastechniken gehört das Bemahlen von Hohlglas mit durchscheinenden Farben.

    Überfang
    Überfanggläser bestehen aus mehreren Schichten verschiedenfarbigen Glases. Es wird z.B. eine farbige Gasblase in eine zweite eingeblasen. Eine andere Technik ist das Überziehen der flüssigen Glasmasse durch Eintauchen in eine andersfarbige. Der anschließende Schnitt oder Schliff am kalten Glas lässt die verschiedenen Farbschichten hervorscheinen.