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    Spiele, Alte Spiele

    Alte Spiele sammeln

    Brettspiele, Würfelspiele, Kartenspiele

    Wir wollen uns mit einem ganz spannenden Sammelgebiet beschäftigen, welches viele von uns seit ihrer frühen Kindheit begeistert, –  es ist die Welt der Spiele und hier speziell das Sammelgebiet alte Spiele. Viele alte Spiele lassen sich einer Oberkategorie zuführen, andere überhaupt nicht. Die bekanntesten Kategorien sind die Brettspiele wie „Mensch ärgere Dich nicht“, Kartenspiele wie „Skat“ oder „Doppelkopf“ und Würfelspiele. Viele alte Spiele lassen sich allerdings keiner dieser Kategorien zuordnen. Ich möchte mit den Brettspielen beginnen.

    Die Tradition der Brettspiele reicht Jahrtausende zurück

    Jahrtausendealte bildliche Darstellungen und archäologische Funde in den unterschiedlichsten Weltregionen legen Zeugnis davon ab, dass Brettspiele seit frühester Zeit zum festen Bestandteil der menschlichen Alltagskultur gehörten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zeitvertreib, Ansporn zum strategischen Denken oder fantasievollen Kombinieren und nicht zuletzt der Ehrgeiz zu gewinnen, verbunden mit dem Wunsch, das Glück auf seine Seite zu ziehen, regen Menschen zum Spielen sowie zur Entwicklung immer neuer Spiele an. Heute gibt es allein in Deutschland jedes Jahr viele Hundert Neuerscheinungen, von denen ein Großteil zur Gattung der Brettspiele gehört. Nur ein Bruchteil der Erfindungen erlangt allerdings den zeitlosen Status eines Klassikers, der den ältesten bekannten Brettspielen wie Mah Jong, Schach oder Backgammon zukommt. Diese Brettspiele gab es in unterschiedlichsten Versionen und Formen in allen Epochen.

    Brettspiele unterschiedlicher Epochen als Sammelobjekte

    Angesichts ihrer langen Geschichte und der daraus resultierenden Vielfältigkeit haben die Klassiker früh das Interesse von Sammlern geweckt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden zudem neuartige Brettspiele wie etwa „Mensch ärgere dich nicht“, die inzwischen als moderne Klassiker gelten und in dieser Eigenschaft ebenfalls von Sammlern geschätzt werden. Mit der quasi explosionsartigen Entwicklung neuer Spiele in den letzten Jahrzehnten eröffneten sich dem Sammler neue Dimensionen. Auch wenn sich von den Neuerscheinungen nur wenige kommerziell erfolgreich über einen langen Zeitraum am Markt behaupten können, so bieten gerade die zeitgenössischen Brettspiele die Möglichkeit, eine Sammlung nach individuellen Vorlieben und ausgewählten Themenbereichen aufzubauen. Viele Sammler entschließen sich auch dazu, unterschiedliche Versionen eines Brettspiels in ihrer Sammlung zusammenzutragen. Dazu wiederum bieten sich vor allem die Klassiker an. Aus der Sammlung alte Spiele :Hoki-Poki

    Das königliche Brettspiel der klassischen Spielesammlung

    Das als königliches Spiel bezeichnete Schach nimmt zumindest im westlichen Kulturkreis eine besondere Stellung ein und diese kommt dem großen Klassiker der Brettspiele gewiss auch in der Spielesammlung zu. Der Grund: Die Schachfiguren und Spielbretter haben Handwerker und Hersteller zu allen Zeiten zu eindrücklichen kunsthandwerklichen Gestaltungen inspiriert. Elfenbein, Onyx, Edelhölzer, Keramik oder auch Glas und Plastik kommen etwa zum Einsatz, um die im Detail immer wieder anders geformten Schachfiguren zu kreieren. Je nach Materialwahl und Alter kann ein antikes königliches Brettspiel heute astronomische Summen wert sein. Allerdings kann sich eine Schach-Sammlung ebenso durch Kuriositäten auszeichnen. So gibt es Schachspiele mit abstrakten oder in Tiergestalt gearbeiteten Spielfiguren. Neben Schach gehören die ebenfalls seit Jahrhunderten bekannten Brettspiele Dame und Mühle oder Klassiker anderer Kulturkreise in eine klassische Spielesammlung.

    Klassische Brettspiele aus Afrika und Asien reizen durch ihre Materialkombination

    In Afrika und Arabien ist seit Urzeiten das Brettspiel Mancala bekannt, das im afrikanischen Kulturraum unter vielen verschiedenen Namen populär wurde. Vom Mancala gibt es zudem über 200 historische Spielvarianten sowie zahlreiche moderne Versionen, wie das aus dem nordamerikanischen Raum stammende Kalaha. Spiele der Mancala-Gattung sind interessant für Sammler, weil das Spielbrett aus verschiedenen Holzarten oder anderen Materialien gefertigt sein kann und die Spielsteine sehr abwechslungsreich sind. Verwendung finden hier Bohnen, Samenkapseln, Muscheln, Kiesel oder Halbedelsteine. Das chinesische Mah Jong und die japanische Version Go gehören nicht nur zu den ältesten Brettspielen der Welt, sie sind angesichts der unterschiedlichen Materialien von Brett und Spielsteinen ebenfalls beliebte Objekte einer Spielesammlung. Gleiches gilt für das historische Brettspiel Backgammon, bei dem speziell die Verwendung von Holzintarsien die Aufmerksamkeit von Sammlern erregt.

    Auch unter Brettspielen des 19. und 20. Jahrhunderts gibt es Klassiker

    Während alte Spiele ihren Reiz in der Art der Verarbeitung und Materialwahl haben, geht es vielen Sammlern bei Brettspielen neueren Datums nicht allein um das Erscheinungsbild, sondern auch um die Zeit der Auflagen. Das gilt insbesondere für die Reihe der als moderne Klassiker geltenden Brettspiele, zu der beispielsweise das in kaum einem Haushalt fehlende „Mensch ärgere dich nicht“ oder die ursprünglich in den USA entwickelten Brettspiele „Monopoly“ und „Scrabble“ gehören. Frühe Editionen solcher Brettspiele können hohe Preise erzielen, zumal Exemplare in einwandfreiem Erhaltungszustand selten sind, sie gelten bereits als Antiquitäten. Bei eher exotischen Brettspielen aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert, die längst vergessen sind, bemisst sich der Wert an der Rarität und der kunstvollen Ausgestaltung der in dieser Epoche oftmals reich verzierten Spielbretter. Ein Beispiel ist das Brettspiel „Die große Weltindustrie-Ausstellung in London“ aus der Mitte der 19. Jahrhunderts, das davon zeugt, dass Brettspiele jener Zeit durchaus einen künstlerischen Anspruch geltend machen konnten.

    Anregungen für die Organisation einer Brettspielsammlung

    Den meisten Sammlern geht es vordergründig nicht um den materiellen Wert der Brettspiele. Gerade beim Aufbau einer Sammlung müssen sich eher mit der Frage beschäftigen, nach welchen Interessen und individuellen Vorlieben sie ihre Exponate zusammentragen sollen. Angesichts der Vielfalt der neu erdachten Brettspiele, von denen jedes Jahr viele Dutzend auf dem Markt hinzukommen, bieten sich allerlei Themen an. So gibt es Brettspiele, bei denen Schiffe, Autos, Fußball oder Tiere als Spielfiguren oder auf dem Spielbrett eine prominente Rolle übernehmen. Um sich einen Überblick über den Markt der modernen Brettspiele zu verschaffen, lohnt der Besuch einer Spielebörse oder eines Internetforums, wo Händler und Sammler Brettspiele der unterschiedlichsten Genres präsentieren.

    Museen zeigen Brettspiele aus den vergangenen Jahrhunderten

    Anregungen kann auch ein Bummel durch das Spielemuseum in Nürnberg geben, das für seine Spielzeugherstellung seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist. Auch das Germanische Nationalmuseum der Stadt zeigt eine interessante historische Spielzeugsammlung. Darunter etwa einen hölzernen Dame-Spielstein mit figürlichem Relief und eingearbeiteten Wahlsprüchen, der aus der Mitte des 16. Jahrhunderts datiert. Einige Schritte entfernt im Deutschen Spielearchiv Nürnberg sind Tausende von Brettspielen der Zeit nach 1945 archiviert. Darüber hinaus gibt es auch in Chemnitz ein Spielemuseum mit sehenswerter Dauerausstellung und wechselnden Themenshows.

    Sammlerbörsen, Messen und Gütesiegel für Brettspiele

    Entlang der Deutschen Spielzeugstraße, die von Nürnberg nach Erfurt führt, finden insbesondere im Sommer eine Reihe von Festivals und Sammlerbörsen nicht nur für alte Spiele statt. Einen Einblick in das aktuelle Marktgeschehen gibt die jedes Jahr im Oktober stattfindende Essener Spielzeugmesse, die die weltweit größte ihrer Art und der Öffentlichkeit zugänglich ist. Beim Besuch solcher Börsen und Messen sollte man auch im Hinterkopf haben, dass sich sich der Wert eines alten Spieles vielfach nicht nur an seinen bekannten Qualitäten wie Erhaltungszustand oder Häufigkeit ausrichtet, sondern auch an der Spielidee. Diese gibt zudem oftmals Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Entstehungszeit, sei es zum Beispiel ein Spiel aus der Gründerzeit, dem Jugendstil oder dem Art Deco. Die Spiele geben in der Regel den jeweiligen Zeitgeist wieder. Dieser gesellschaftliche Kontext, ausgedrückt in der Spielidee, gehört zweifellos zu den mitbestimmenden Parametern einer Wertbestimmung. Auch in meinem eigenen Sammelspektrum zählen Spiele aufgrund ihres gesellschaftshistorischen Wertes zum Inventar. Ich habe auch aus diesem Grunde, nämlich diesen geschichtlichen Wert zuzuordnen und einzuschätzen, oftmals die Gelegenheit genutzt, meinen Onkel, welcher in einem Pflegeheim in Hannover betreut wird und neben seiner Sammlung neuzeitlicher Autographen auch noch etliche alte Spiele besitzt, dort zu besuchen und mit ihm seine alten Brett- und Gesellschaftsspiele kennenzulernen und vor allem sie mit ihm zu spielen. Zudem finden alle, die nicht nur sammeln, sondern auch spielen möchten, eine Orientierung an dem von einer Fachjury jährlich vergebenen Gütesiegel „Spiel des Jahres“, mit dem regelmäßig die besten neuen Brett- und Gesellschaftsspiele ausgezeichnet werden.

    Elektronische Brettspiele für Computer und Smartphone

    Während wir in unserer Jugend in den 60er Jahren noch sehr häufig mit den alten Spielen gespielt haben, auch später noch während der Studienzeit mit „Doppelkopf“ und „Skat“ manch Abende verbracht haben, gerieten in den 80er Jahren viele der traditionsreichen deutschen Spieleverlage in die Krise, weil der Branche offenbar neue Impulse fehlten. Das hat sich spätestens seit den 1990er Jahren und mit dem Aufkommen der sogenannten Autoren-Spiele geändert. Mit Verkaufsschlagern wie „Die Siedler von Catan“, „Carcasonne“ oder „Das verrückte Labyrinth“ erlebten gerade die Brettspiele eine Renaissance. Und natürlich haben viele klassische alte Spiele und moderne Brettspiele inzwischen längst auch Programmierer angeregt, die auf deren Basis Computer- und Online-Spiele konzipiert haben. Doch anders als im Bereich der gedruckten Medien hat die Entwicklung elektronischer Versionen bislang nicht dazu geführt, dass die Brettspiele traditioneller Form an Auflage einbüßen. Sammler können sich also weiter auf thematisch interessante und spannende Neuerscheinungen freuen. Und womöglich in Betracht ziehen, virtuelle Versionen als originelle Ergänzung in die Sammlung ihrer Brettspiele aufzunehmen.