Spurweite Spurweiten Spur

Alles über Spurweiten

Wenn wir über Spur oder Spurweite sprechen, bleiben uns einige einleitende Definitionen nicht erspart. Die Spurweite ist das lichte Maß zwischen den beiden äußeren Schienen oder Schienensträngen des Gleises.

Das Gleis besteht aus den Schienensträngen, – in der Wirklichkeit und bei vielen Modelleisenbahnen sind es zwei, bei älteren Modellbahnen waren es oftmals auch drei -, sowie den sogenannten Schwellen, welche die Schienen oder Schienenstränge miteinander verbinden. Das Gleis ruht in Wirklichkeit auf einem Gleisbett aus Schotter. Bei einigen Modelleisenbahnen ist das Gleisbett bereits im Gleis integriert wie bei der Märklin Spur H0. Die alten Gleise waren bis in die 50er Jahre noch aus Weißblech. Auch die Anzahl der Schwellen hat immer wieder gewechselt. Besitzt ein Gleis nun drei Schienen, so wird die Spurweite auch in diesem Fall als lichte Weite zwischen den beiden äußeren Schienen gemessen.

Die alten Spieleisenbahnen fuhren dagegen überhaupt noch nicht auf Schienen. Es hat sich für diese die Bezeichnung Bodenbahnen oder Bodenläufer eingebürgert. Das Uhrwerk, falls vorhanden, wurde aufgezogen, und anschließend rollte die Lokomotive über den Teppich. Solche Bahnen oder Lokomotiven wurden bereits im frühen 19. Jahrhundert angeboten.

Spur Weite Maßstab Hersteller Kommentar
Z 6,5 mm 1:220    
  8 mm   Kersting  
N 9 mm 1:160    
  10 mm 1:150 Staiger Mignon-Bahn  
TT 12 mm 1:120    
H0 16,5 mm 1:87   Anfangs als 00 bezeichnet
H0e 9 mm 1:87    
S 22,5 mm 1:64   Verbreitet in USA
0 32 mm 1:45    
I 45 mm 1:32    
G 45 mm 1:22,5 Gbr. Lehmann  
II 51 mm 1:28    
IIa 64 mm 1:22    
III 72 mm 1:20    

Es gab teilweise auch Bahnen mit sogenannten Wulstschienen. Das Gleis bestand aus einem Stück Weißblech, wobei die beiden Außenseiten wulstartig hochgezogen waren, vergleichbar den ähnlichen Straßenteilen bei den Blechautobahnen der 50er und 60er Jahre.

Richtige Gleise kennt man erst ab Ende des 19. Jahrhunderts. Wer genau der Pionier auf diesem Gebiet war, wird wohl nicht endgültig festzulegen sein. Man weiß jedenfalls, dass Jean Schoenner anfangs der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts bereits Gleise herstellte. Schoenner benutzte zeitweise recht große Spurweiten außer der uns heute vertrauten Normgrößen, wiewohl es überhaupt bis in die Nachkriegszeit immer wieder Spurweiten gab, die es mit der Norm und auch dem Verhältnis zum Aufbau nicht so genau nahmen.

Die ersten richtigen Schienen waren dann über lange Jahre die Weißblechschienen mit drei Schwellen; später wurden zur Stabilität mehrere Schwellen eingebaut. So baute Märklin nach 1920 seine „Progressschienen“, welche nun sieben Schwellen besaßen und eine vergleichsweise hohe Stabilität aufwiesen. Es dauerte nicht lange und die Nürnberger Hersteller wie Bing und Karl Bub folgten diesem Beispiel. Bekannt wurden die sogenannten „Reformschienen“ von Bing mit an der Realität ausgerichteten Holzschwellen. Märklin war den anderen Herstellern aber auch bei den Gleisen immer wieder ein Stück voraus: Märklin kam mit einem 3-Schienen-Gleis, welches mit zwölf Schwellen stabilisiert wurde, auf den Markt, dem sogenannten „Modellgleis“.

Spurweiten bei Gleisen kennt man seit der Leipziger Spielzeugmesse von 1891. Auch hierbei war Märklin führend. Die von Märklin auf der Messe vorgestellte Bahn wurde firmenintern die Spur I entsprechend der Baugröße I zugeordnet. Die Baugrößen sollten immer zu den entsprechenden Spurweiten passen. Wir wissen, dass dies nicht immer der Fall war und ist.

Offiziell und zur Norm wurde die Spur I, als man später im Zuge der Sortimentserweiterung begann, auch kleinere oder größere Spurweiten und Baugrößen herzustellen. Als Fixum galt nun die Spur I als erste systematische Größe; eine kleinere musste daher kleiner als I, zum Beispiel 0 sein und eine größere zum Beispiel II. Dieses von Märklin initiierte System wurde nachfolgend für alle anderen Modelleisenbahnhersteller zur Norm.

Die Spuren 0 bis III wurden zu den wichtigsten Spurweiten der Vorkriegszeit. Der Trend ging jedoch immer mehr zu den kleineren Weiten; die Spuren I bis III, vor dem 2. Weltkrieg verbreitet, haben diesen nicht überlebt. Die Spur der Nachkriegszeit war lange Zeit die 0, ehe in den 50er Jahren die 00, welche später in H0 umbenannt wurde, diese ablöste.

Um heute eine Vergleichbarkeit der Spurweiten zu gewährleisten, muss man mit einbedenken, dass bis ca. 1930 die Spurweite von Schienenkopfmitte zu Schienenkopfmitte der beiden äußeren Schienen gemessen wurde; ab diesem Zeitpunkt wurde dann die Spurweite als lichte Weite zwischen den beiden äußeren Schienen festgelegt. Da die Schienenköpfe der alten Gleise eine Breite von drei Millimetern aufwiesen, muss man von der Spurweite von vor 1930 drei Millimeter abziehen (2 x 1,5 mm!), um die Vergleichbarkeit mit heutigen Spurweiten herzustellen. So wird heute die Spurweite 0 mit 32 mm angegeben, während sie vor 1930 mit 35 mm gemessen wurde.

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3 Kommentare über “Die Spurweiten”

  1. heinz metzl schrieb:
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    die tabelle ist brauchbar,da hier die 9 u.6 mm spuren vermerkt sind. bei den alten grossen spuren wurden seinerzeit verschiedene arten der messung verwendet.mitte zu mitte und später innen.die seinerzeitige normung ist wohl von
    märklin eingeführt worden? H:METZL

  2. Herbert Ruth schrieb:
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    ich besitze eine bub Eisenbahn mit der lok
    e8302. die spurweite ist schienenmitte 25 mm, ausen 28 mm.
    wo kann ich noch 2 kurvenschienen erhaltenß

  3. Rohrmoser Anton schrieb:
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    Ich besitze eine wunderschöne Dampflok Spurweite 10 mm. Gibt es für dies Spur Schienen.
    Wäre für einen Hinweis dankbar.

    MfG A.R

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