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    Fa. Staiger, Mignon-Bahn

    Gebrüder Staiger

    Mignon-Bahn

    Wir berichteten an anderer Stelle, dass nach Beendigung des 2. Weltkrieges vor allem die traditionsreichen Hersteller schnell wieder Fuß fassen konnten. Dies betraf im Wesentlichen die drei großen Spielbahnen-Hersteller Märklin, Fleischmann und Trix.

    Aber auch kleinere Firmen versuchten die Gunst des Neuanfangs zu nutzen und kamen mit innovativen Ideen auf den Markt. Eine von ihnen war die Firma Staiger, die zuvor überhaupt noch nicht mit dem Modellbahnbau in Berührung gekommen war. Im Gegenteil, sie war eher bekannt als Herstellerin qualitativ hochwertiger Uhren. Ansässig war die Firma Staiger in St. Georgen im Schwarzwald. Daneben fertigte man Produkte aus den Bereichen Elektrotechnik und Feinmechanik. Insbesondere das Know-How aus seinen verschiedenen Fertigungszweigen ermutigten Staiger, auch aufgrund der neu aufgetretenen Wettbewerbssituation in der unmittelbaren Nachkriegszeit, seine Produktpalette zu erweitern. Die Idee, eine Modelleisenbahn zu krieren, lag bei den Schwerpunkten der Firma mit den Bereichen Feinmechanik und Elektrotechnik und den damit verbundenen Erfahrungen, durchaus nahe.

    Da Staiger klar die zukünftige Bedeutung der Kunststoffverarbeitung erkannte, konnte es nicht verwundern, dass dieser Werkstoff in der ab 1947 produzierten Mignon-Bahn eingesetzt wurde. Mit 10 mm Spurweite war Mignon damals eine der kleinsten Modelleisenbahnen. Das französische Adjektiv „mignon“ war daher treffend gewählt: es bedeutet im Deutschen „zierlich, niedlich, schnuckelig“. Der Maßstab der Aufbauten betrug 1:150. Der Betrieb geschah mit 16 Volt Wechselstrom. Gefahren wurde auf einem 2-Schienen-Gleis. Dieses war gleichzeitig als Böschungsgleis konzipiert und bestand aus Kunststoff. Überhaupt war die technische Integration von Kunststoffen in der Mignon-Bahn eine herausragende Leistung.Logo Mignon der Fa. Staiger

    Erste Packung der Mignon-Bahn mit Logo

    Von der Bahn selbst wurden etwa 10.000 Packungen hergestellt. Da die Mignon-Bahn aber bereits im Jahre 1951 wieder eingestellt wurde, – nachkaufen konnte man noch 2-3 Jahre-, ist der Fuhrpark übersichtlich geblieben. Neben der Lokomotive aus Metallspritzguss und einem Kunststofftender gab es noch mehrere zwei- und vierachsige Güterwaggons, einen Personen- und einen Packwagen. Während die Güterwaggons einen Aufbau aus Weißblech besaßen, bestanden die Aufbauten der Personenwagen aus Kunststoff. Die Fahrgestelle bei Lokomotive und Personenwagen bestanden aus Metall, bei den Güterwagen aus Zinkguss.

    Aber trotz eines gut durchdachten Konzeptes war die Mignon-Bahn nicht konkurrenzfähig. Nach Einstellung der Modellbahn widmete man sich bei Staiger wieder der ursprünglichen Uhrenproduktion. Es sei erwähnt, dass parallel zur Mignon-Bahn auch ein sogenannter Mignon-Konstruktionsbaukasten sowie wahrscheinlich einige wenige Automodelle produziert wurden.

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