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    Sarotti

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    Der Schokoladen-Hersteller Sarotti

    Sarotti ist einer der alten bekannten Schokoladen-Hersteller Deutschlands,eine Firma, welche unter Sammlern mittlerweile Kultcharakter gewonnen hat.
    Die Firma wurde 1852 in Berlin als „Confiseur-Waaren-Handlung Felix & Sarotti“ von Heinrich Ludwig Neumann gegründet. Neumann vertrieb im Wesentlichen feinste Confiserien aus Paris. Dieses erste Geschäft befand sich im Zentrum Berlins in der Friedrichstraße.

    Ein anderer Zulieferer war der aus Stuttgart gebürtige Hersteller von „feinen Pralinen, Fondants und Fruchtpasteten“ Hugo Hoffmann, von Beruf Konditor.
    Dieser übernahm 1881 die Firma von Heinrich L. Neumann und führte Fabrikstandort und Verkaufsort unter einem Dach in der Mohrenstraße in Berlin weiter. Seine Pralinenprodukte nach feinsten Pariser Rezepten verkaufte er fortan unter dem Namen „Sarotti“.

    Die Firma expandierte stark, so dass im Jahre 1883 die Produktion aus der Mohrenstraße in die Belle-Alliance-Straße verlagert werden musste. Der Verkauf verblieb in der Mohrenstraße. Zeitgleich gewann Hugo Hoffmann den Kaufmann Paul Thiede als Partner für den Produktionsbetrieb. Nach weiterem Wachstum und einer Beschäftigtenzahl von über 1000 wandelten Hoffmann und Thiede das Unternehmen 1903 in eine Aktiengesellschaft um. Die Firma nannte sich nun „Sarotti Chocoladen- und Cacao- Aktiengesellschaft“.

    Die Firma expandierte in Folge weiter. Es musste erneut ausgebaut werden, zunächst am Standort in der Belle-Alliance-Straße. Im Jahre 1911 wurde dann allerdings mit dem Bau eines neuen Fabrikationskomplexes in Berlin-Tempelhof begonnen. Den Beginn an der neuen Produktionsstätte im Jahre 1913 konnten sowohl Paul Thiede als auch Hugo Hoffmann nicht mehr miterleben. Sie starben kurz nacheinander, Hoffmann im Jahre 1911, Paul Thiede ein Jahr später.

    Der Sohn von Hugo Hofmann, Max Hoffmann, übernahm nun die Leitung der neuen Firma, welche die Produktion 1913 in Tempelhof mit nun ca. 2000 Mitarbeitern aufnahm.
    Während des 1. Weltkrieges 1914-1918 stagnierte die Produktion, die Mitarbeiterzahl sank auf wiederum etwa 1000.

    Sarotti MohrenOriginal Sarotti Verpackung mit den 3 Mohren, Zeit 1918-1922

    Am Ende des 1. Weltkrieges erschienen zum ersten Mal 3 Mohren auf den Verkaufsverpackungen. Vermutlich wurden die Figuren aus dem Verkaufsstandort Mohrenstraße abgeleitet. Am 27.8.1918 wurde die „Drei Mohren mit Tablett“ als Markenzeichen der Firma „Sarotti Aktiengesellschaft Berlin-Tempelhof“ angemeldet.

    Im Jahre 1920 bekam der Grafiker Julius Gipkens den Auftrag, ein neues Firmenlogo zu entwickeln. Er blieb beim Thema Mohren und erschuf den heute so bekannten Sarotti-Mohr, welcher am 2.11. 1922 in das Markenregister eingetragen wurde und die drei Mohren mit Tablett ersetzte.

    Mit dem Sarotti-Mohren als Markenzeichen wurde Sarotti in den folgenden Jahren als Hersteller feinster Pralinen, Schokoladen, Marzipanen, Fondants und Likören deutschlandweit bekannt.

    Bereits im Jahre 1929 übernahm die Schweizer Aktiengesellschaft Nestle die Aktienmehrheit an Sarotti und baute den Vertrieb der Marke weiter aus. Sarotti erfuhr insbesondere in den 60er Jahren, als der Sarotti-Mohr durch Fernsehwerbung noch bekannter wurde, ja zu einem 60er Jahre Kult-Markenzeichen wurde, einen erneuten Höhepunkt.

    Sarotti MohrBild Sarotti Mohr

    In den 70er Jahren stagnierte der Absatz, das Angebot wurde in Folge reduziert auf Schokoladen- und Pralinenprodukte. Im jahre 1998 übernahm der große Schokoladen-Hersteller Stollwerck Sarotti, um seine Stellung auf dem deutschen markt zu stabilisieren und auszubauen.

    Im Jahre 2002 übernahm schließlich der größte Schokoladen-Hersteller der Welt, die Barry Callebaut AG aus Zürich, die Firma Stollwerck und damit auch Sarotti.
    Zwei Jahre später, in 2004, verschwindet der Sarotti-Mohr aus sich immer mehr aufdrängenden politisch-historischen Befindsamkeiten aus der Werbelandschaft. Zu sehr erinnerte der Sarotti-Mohr mit seinem Tablett an den schwarzen Diener aus Sklavenzeiten. Fortan wirbt ein goldgesichtiger Sarotti-Magier, mit Sternen jonglierend, für die verbliebene Produktpalette.
    Der Sarotti-Mohr allerdings bleibt uns als eine liebenswerte, sammelwürdige und darüber hinaus als eine der bekanntesten und beliebtesten Werbefiguren der Vor- und Nachkriegszeit in Erinnerung.

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