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    Göso

    GÖSO

    Wissenswertes über die Firma GÖSO

    Die Firma Christian Götz und Sohn (GÖSO) wurde im Jahre 1878 in Fürth gegründet. GÖSO stellte bis zum 1. Weltkrieg vorwiegend Zubehör aus Blech für Puppenstuben her, darunter auch Ausstattungen für komplette Badezimmer wie Kachelwände, Badewannen, Öfen für diese Badewannen oder Waschtische. Die Produktamplitude umfasste auch Blechspielzeug für das Spielen draussen, etwa im Sandkasten. GÖSO produzierte auch die interessanten Glockenroller, welche heute ausgesprochen selten sind und auch kaum angeboten werden. Ein solcher Glockenroller bestand aus zwei zumeist lithografierten Blechrädern, welche über eine Achse miteinander verbunden sind. Auf der Achse zwischen den Rädern ist eine Schelle beziehungsweise Glocke, ähnlich den Schellen bei Fahrrädern, befestigt. Sobald der Roller auf zwei Rädern rollt oder aber gezogen wird, fängt die Schelle an zu Bimmeln.

    Während des Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg produzierte GÖSO wie so viele andere Blechspielzeug-Hersteller Militär-, also Kriegsspielzeug. Dieses bestand aus dem üblichen Sortiment Blechpanzer, Jeeps und Blechkanonen. Die Fahrzeuge waren oftmals mit Massefiguren ausgestattet und besaßen Uhrwerksantrieb. Vermutlich kaufte Göso in den 30er Jahren die kleine Berliner Manufaktur Gillischewski (Gilling), der auch Schusswaffen für Kinder herstellte, auf. Die Pistolen im Programm von Götz und Sohn sind wohl aus diesem Grunde erklärbar.

    Göso nach dem Zweiten Weltkrieg

    Bis in die 50er Jahre hinein bestand die Produktpalette weiterhin aus dem erwähnten Militärspielzeug und den Puppenstuben-Zubehörteilen. Aber bereits zu Beginn der 50er wurde diese Palette beträchtlich erweitert. Schon im Jahre 1952 soll Göso um die neunzig verschiedene blecherne Spielzeugvariationen angeboten haben, von Lastern, Fahrzeugen, Figuren bis hin zur Achterbahn. Diese Achterbahn, welche ich persönlich nicht kenne, soll an die 120 cm lang gewesen sein und bis zu 40 cm Höhe erreicht haben. Weiteres bekanntes Blechspielzeug war das „Kübel & PAK“- Dienstauto mit insgesamt fast 35 cm Länge.

    Göso Blechspielzeug, Lastroller

    Die Massefiguren hierzu wurden wohl von Hausser geliefert. Weitere bekannte Exponate von GÖSO, die im weiteren Verlauf der 50er Jahre ihre Produktion stark erweiterten, waren der Coca-Cola-LKW mit Uhrwerksantrieb, das Drehleiter-Feuerwehrauto, das ADAC-Motorrad-Seitengespann, der Göso-Jeep, das gelbe Postauto als LKW oder das Militär-Sanitätsauto. Das auf dem Foto links oben abgebildete Göso-Logo ist nicht immer verwendet worden. Viele GÖSO-Produkte, vor allem die älteren, sind ohne jede Kennzeichnung. Der Sammler wird oftmals die Zuordnung nur über die alten Kataloge herstellen können. Diese Kataloge oder deren Nachdrucke lohnt es sich also zuzulegen!

    Die Hinwendung zum Kunststoff

     Als einer der ersten Blechspielzeughersteller erkannte GÖSO die Zeichen der Zeit, erkannte die Gefahr, die der deutschen Spielindustrie insbesondere vom japanischen Blechspielzeugmarkt sowie dessen frühe Einbeziehung von Kunststoffen in die Produktion drohten. Noch in den 50er Jahren produzierte GÖSO Spielzeug rein aus Plastik. Diese Sparte firmierte im Unternehmen als „GÖSO-Plastic“. Von „GÖSO-Plastic“ stammten nicht nur Sandkastenformen, sondern auch eine Eisenbahn, die bekannte GÖSO-Plastik-Feuerwehr zum Spritzen mit eingebauter Spritze, abnehmbarer Leiter und Scheinwerfer mit einer Länge von 13 cm, den Plastik-Flieger (Länge 11 cm), Sattellastschlepper mit Kisten und Fässern oder Lastwagen mit und ohne Anhänger. Trotz der frühen Hinwendung zum Plastik kam, auch aufgrund der großen Konkurrenz auf dem deutschen Spielzeugmarkt, bereits im Jahre 1960 das Aus für diesen hervorragenden Hersteller.