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    Schuco

    Schuco sammeln

    Schuco Werke, vorm. Schreyer & Co., die ersten Jahre

    Die Nürnberger Firma Schuco wurde im Jahre 1912 vom Werkzeugmacher Heinrich Müller sowie dem Kaufmann Heinrich Schreyer gegründet. Vermutlich war es das Zugeständnis an den Geschäftsmann Schreyer, dem die Firma ihren Namen verdankte. Schuco wurde zunächst als „Schreyer und Co.“ eingetragen. Der Firmennamen Schuco wurde erst im Jahre 1924, andere Quellen sprechen von 1921, übernommen, nachdem die Firma einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hatte und sich die Abkürzung „Schuco“ in der Bevölkerung längst eingebürgert hatte. Das „Sch“ stand hierbei für Schreyer, das „u“ für sowie das „co“ für Compagnon, in diesem Falle also Heinrich Müller.

    Auch Heinrich Müller stammte, wie manch anderer Gründer von Spielzeugfirmen, aus der Talenteschmiede des damals wohl weltweit größten Spielzeugherstellers Bing. Die deutsche Spielzeugindustrie war war zu jener Zeit gewaltig im Aufschwung und so manch einer der vielen talentierten Tüftler nicht nur bei Bing dachte an die Gründung einer eigenen Firma. Es muss gewissermaßen Goldgräberstimmung geherrscht haben, sonst hätte es nicht derart viele Gründungen konzentriert im  Nürnberger Raum gegeben. Der Grund für den wirtschaftlichen Aufschwung lag einerseits gewiß an der allgemeinen Vorherrschaft der deutschen Industrie, aber auch an der sprichwörtlichen Qualität seines Spielzeugs. „Made in Germany“ wurde zu einem qualitativen Markenzeichen! Bing war der Konzern, der für die anderen Hersteller den Weg ebnete.  Der hochtalentierte Heinrich Müller wurde  im Jahre 1909 im zarten Alter von 22 Jahren bei Bing als sogenannter Mustermacher eingestellt. Die Gründung der eigenen Firma Schuco erfolgte nur drei Jahre nach seinem Arbeitsbeginn bei Bing. Schuco produzierte bis zum Beginn des ersten Weltkrieges vornehmlich Spielwaren aus Filz und Plüsch. Der Beginn des Krieges traf die kleine Firma hart. Kaufmann Heinrich Schreyer trat aus der Firma aus und Heinrich Müller stand ohne einen Finanzier da. Dieser fand sich ein Jahr später in 1919 in dem Textilkaufmann Adolf Kahn. Er wurde der neue Kompagnon von Heinrich Müller. Adolf Kahn wurde allerdings wegen seines Judentums nach Machtübernahme der Nazis politisch verfolgt und emigrierte im Jahre 1939 in die USA, wo er von New York aus allerdings weiterhin geschäftlich mit Heinrich Müller in Verbindung stand. Ich denke, dass er dort für das Amerika-Geschäft des Unternehmens sehr wichtig war.

    Beginn der Blechspielzeugproduktion nach dem 1. Weltkrieg

    Nach und nach geschah die Hinwendung zum Blech. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Plüschvogel „Pick Pick“ mit blechernem Aufbau zum Verkaufshit des anschließenden Jahrzehnts. Stetig expandierend, begann die Firma in den 30er Jahren mit nunmehr fast eintausend Mitarbeitern mit der Produktion von Blechspielautos. Besonders die Funktionsautos erregten weltweit Aufsehen. Diese Art, Blechspielzeug zu bauen, war absolut neu und sensationell. Das Spielzeug überzeugte zudem durch hohe Qualität und Stabilität, obwohl es zuweil aus Dutzenden von Einzelteilen bestand.

    Der Schuco Examico II 4004, produziert von 1957 bis 1968

    Schuco Examico II 4004

    Funktionsspielzeug der 30er Jahre

    Noch im Jahre 1936 erschienen die ersten dieser Funktionsautos. Berühmt bis heute sind das 1936 erschienene Patent-Wendeauto 1001. Es besaß Uhrwerkantrieb und Chrombeschläge. Das Besondere an dem Auto war, dass es nie vom Tisch fallen konnte. Erreichte es eine Tischkante, so ermöglichte ein zusätzlich quer angeordnetes Rad bei Überstand der Vorderräder das nun seitliche Weiterfahren. Eine geniale Erfindung. das Wendeauto wurde bis 1952 hergestellt. Als Baukastenauto zum Selbstbau erschien ebenfalls im Jahre 1936 das Studio Schuco 1050, ein an Mercedes angelehntes Rennauto. Im Jahre 1938 erfreute das Fernlenk-Auto 3000 die Kinderzimmer. Es warb mit „Kein Knierutschen mehr bei allen Auto-Spielen“. Im selben Jahr kam das berühmte Examico 4001 auf den Markt; es besaß Rückwärtsgang, Leerlauf, Kupplung, Handbremse und Lenkradsteuerung. Weitere namhafte Funktionsautos der 30er Jahre waren das Schuco-Acustico 2002, das Garagen-Auto 1750, das Kommando-Auto und natürlich das Schuco-Radio-Auto 5000.

    Die Firma nach dem 2. Weltkrieg

    Viele der angesprochenen bewährten Typen wurden auch nach dem Ende des Krieges  weiterproduziert. Der wirtschaftliche Einbruch, bedingt durch den Weltkrieg, war bald überwunden. Im Jahre 1959 starb der geniale Hersteller Heinrich Müller. Sein Sohn führte anschließend in bewährter Manie den Betrieb weiter. Im Laufe der 50er Jahre kamen weitere Funktionsautos auf den Markt. Ich erwähne nur stellvertretend den Grand-Prix-Racer 1070, den Sonny 2005, das Mirako-Car 1001, den Höllenraser Fex 1111, der wilde Saltos schlagen konnte, den Magico 2008 oder den Combinato 4003. Schuco Radiant

    Bei Allem muss man bedenken, dass die erwähnten Automodelle, auf welche wir noch detaillierter eingehen werden, sehr aufwändig gebaut und daher sehr kostenintensiv waren. Wie andere deutsche Blechspielzeughersteller, realisierte auch Schuco die zunehmende Tendenz zu billigerem Spielzeug vermehrt auch aus Plastik sowie die Fabrikation von Druckgussautos etwa von Matchbox oder Dinky Toys zu spät und konnten auf die neuen Marktänderungen nicht mehr rechtzeitig reagieren. Die Blechspielzeugproduktion musste daher Ende der 60er Jahre eingestellt werden. Man produzierte zwar noch die Piccolos sowie Druckgussreihen in den Maßstäben 1:43 und 1:87, aber für die Rettung der Firma war es zu spät. Nach dem Scheitern verschiedener Rettungsversuche übernahm der englische Konzern DCM die Restbestände; viele Originalformen der berühmten Automodelle wurden zur Schrottpresse gegeben. Der Firmensitz war nun für einige Zeit in Aschaffenburg, bevor Schuco im Jahre 1980 von Trix-Gama-Mangold übernommen wurde und nun in Fürth ansässig war. Unter Trix-Gama-Mangold begann man die Produktion von Replicas der erfolgreichen Modellreihen. Schuco Radiant OKTSchuco-Spielzeug steht bei Sammlern hoch im Kurs, seien es die berühmten Original-Modelle oder auch die Replica oder auch die verschiedenen Druckgussmodelle. Nachdem die Trix-Mangold-Gruppe im Jahre 1996 von Märklin übernommen wurde, agierte Schuco von da an bis 1999 wieder als selbständige Firma. Im Jahre 1999 wurde Schuco in die  Simba Dickie Group mit Sitz in Fürth eingegliedert.

    Schuco besaß ein sehr breites Spielzeugangebot. Im Bild das Blechflugzeug Schuco Radiant mitsamt Originalkarton