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    Fossilien

    Fossilien sammeln

    Fossilien, Versteinerungen, Petrefakte

    Das Sammeln von Fossilien ist doch recht verbreitet. Ich habe im Titel drei Begriffe aufgeführt, die doch immer wieder verwechselt werden oder auch für ein und dieselbe Sache verwendet werden. Fossilien sind grundsätzlich organischen Ursprungs und zumeist versteinert. Da sie häufig durch Graben gefunden werden, haben sie den Terminus „Fossilien“ bekommen, was im lateinischen soviel wie „Ausgegrabenes“ bedeutet. Fossiles muss aber nicht unbedingt versteinert sein, denken wir nur an die fossilen Energieträger wie zum Beispiel Erdöl oder Kohle. Fossilien aus einer SammlungDie Geschehnisse, die sich in den Organismen abspielen und letztendlich zu Versteinerungen führen, werden als metasomatisch bezeichnet. Ein Beispiel ist die Verkieselung von Organismen zu Fossilien. Versteinerungen sind ebenfalls immer organischen Ursprungs; die Bezeichnung Petrefakt ist lediglich das aus dem Griechischen entlehnte Fremdwort (Petrefakt bedeutet Stein). Das Fossil oder die Versteinerung kann das ursprüngliche Lebewesen selbst betreffen oder auch das, was es hinterlassen hat. Man denke nur an die beeindruckenden erhaltenen Spuren von Sauriern.Fossilien vom ehemaligen Meeresgrund

    Fossilien ermöglichen die Erforschung der Erdgeschichte

    Fossilien geben uns einen interessanten Blick in die Erdgeschichte, was wohl auch das Faszinierende am Sammeln dieser Gegenstände ausmacht. Dabei geben uns die Fossilien nur einen kleinen Einblick in die Vergangenheit frei. Wenn man sich vorstellt, dass unsere Erde in den vergangenen 500 Millionen Jahren schätzungsweise weit über eine Milliarde Lebewesen, worunter ich Tiere als auch Pflanzen verstehe, hervorgebracht hat, so stellen die bisher als Fossil belegten vergangenen Organismen mit bislang über 100.000 Arten wirklich nur einen geringen Bruchteil der gesamten Entwicklungsgeschichte dar.

    Für die Wissenschaft stellen die Fossilien eine wunderbare Möglichkeit zur Einteilung der Zeit- und Erdgeschichte dar. So gibt es Fossilien, welche nur in ganz bestimmten Gesteinsfolgen vorzufinden sind, also zu einer ganz bestimmten Zeit fossiliert wurden. Solche Fossilien gelten in der Wissenschaft als Leitfossilien. In der Biologie spielen Fossilien im Bereich der Abstammungslehre eine große Rolle. Man sieht, eine Fossiliensammlung kann auch hohen pädagogischen Ansprüchen genügen. Ich selbst habe meine zugegeben wenigen Fossilien in 3 Gruppen unterteilt: Ich besitze Versteinerungen von größeren Organismen wie zum Beispiel Bäumen. Seeigel im Feuerstein eingefangenVon solch größeren Organismen sammelt man lediglich Bruchstücke. Daneben besitze ich sogenannte Steinkerne, also Versteinerungen von Organismen, welche man in ihrer Gänze sammeln kann: Beispiele hierfür sind Ammoniten, Seeigel oder Muscheln. Neben diesen beiden Gruppen sollte man noch versuchen, an Fossilien zu gelangen, welche man ausschließlich aus Schiefer- oder anderen Schichten regelrecht herauspräparieren muss wie Vögel oder Reptilien.

    Wichtige Fundorte für Fossilien

    Versteinerungen findet man nicht einfach so auf der Straße, aber wenn man in der richtigen Gegend unterwegs ist und zudem mit offenen Augen, kann man mit ein wenig Glück interessante Exponate finden. Die hier abgebildeten Versteinerungen habe ich selbst im Urlaub gefunden; ich bin zwar kein Sammler von Fossilien, aber als unter anderem naturgeschichtlich interessierter Zeitgenosse sind mir auch solche Zeitzeugen sehr zugetan und ich bewahre einige von ihnen auf.Ammoniten, aufgesägt Ich habe meine wenigen Exponate zum Teil auf Rügen in der Nähe der Kreidefelsen gefunden, andere wie den wunderbaren Einschluss im Feuerstein in der Nähe von St.- Peter-Ording, andere in Kalksteinbrüchen. Für den interessierten Sammler gibt es natürlich exponierte berühmte Fundstellen wie die Grube Messel in Südhessen; auch die Kreidefelsen sind von Fossilien aufgebaut.

    Wichtige Fundorte für die Geowissenschaften sind, wie schon oben erwähnt, die Grube Messel in Südhessen in der Nähe von Darmstadt. In der Grube Messel wurde ehedem Ölschiefer abgebaut. Die dort enthaltenen Fossilien erlauben den Blick bis zu 50 Millionen Jahre zurück ins Zeitalter des Eozän. In der Grube Messel gibt es Veranstaltungen und Möglichkeiten des Schürfens auch für Kinder in Begleitung ihrer Eltern!




    Eine weiter weltbekannte Fundstätte ist die einzigartige ehemalige Tongrube Willershausen im Landkreis Northeim in der Nähe von Göttingen. Hier geht der wissenschaftliche Blick etwa 3 Millionen Jahre zurück ins Zeitalter des Oberen Pliozän. Die Fossilien von Willershausen sind Überreste von Lebewesen der subtropischen Zeit vor der letzten Eiszeit. Die Tongrube war zu jener Zeit ein tiefer See, der in der Tiefe sehr sauerstoffarm war. Das Wasser war zudem salzreich; dies war die Voraussetzung dafür, dass sich die Fossilien derart gut erhalten haben. Einen guten Überblick  nicht nur über die Funde aus Willershausen, sondern auch zur Geschichte der Fossilien, erhält man im mit öffentlich zugänglichen Ausstellungen versehenen Museum der Geobiologie der Universität Göttingen.