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    Bub, Karl

    Bub, Karl

    Firma Karl Bub, Nürnberg: Von der Gründerzeit bis zum ersten Weltkrieg

    Die Firma wurde 1851 von Karl Bub in Nürnberg gegründet. Die Firma gehört zu den frühen Blechspielzeugherstellern in Deutschland mit großem Einfluss auf die Entwicklung der Spielzeugproduktion nicht nur hierzulande. Aus diesen frühen Zeiten ist bis heute nur sehr wenig bekannt. Karl Bub kennt man heute eher als einen der großen Pioniere auf dem Gebiet der Eisenbahnen, – man kann schon sagen, auf dem Gebiet der Modelleisenbahnen. Diese Entwicklung scheint allerdings erst nach 1900 angefangen zu haben. Zuvor, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, stellte die Firma Bub die gesamte Amplitude an Blechspielzeug her. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts, in den Jahren von etwa 1900 bis 1905 begann bei Bub die Entwicklung von Eisenbahnen; ein früherer Beginn lässt sich zumindest nach heutiger Erkenntnis nicht belegen. Es waren zunächst Blecheisenbahnen mit Uhrwerkantrieb. Elektrische Eisenbahnen wurden in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg im Zeitraum von 1912 bis 1914 entwickelt und vorgestellt. Mit anderen Herstellern von Blechspielzeug kam es insbesondere auf dem Gebiet der Eisenbahnen-Entwicklung zu engen Geschäftsbeziehungen. Belegbar sind solche zu Carette und Issmayer. Man belieferte sich wohl gegenseitig, stellte aber auch zusammen mehrere Modelle her. Auch mit Bing scheint es zu Zusammenschlüssen gekommen sein. So sind Eisenbahnwaggons von Issmayer oder Carette einigen Packungen von Karl Bub zugefügt, während bei den Kooperanten hin und wieder auch abgeänderte Bub-Lokomotiven auftauchen, jeweils natürlich mit dem Emblem der zuletzt vertreibenden Firma.

    Blütezeit zwischen den beiden Weltkriegen; die goldenen 20er und 30er Jahre

    Seine Blütezeit erlebte die Firma Karl Bub in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. In diesen Jahren wurde Bub berühmt für seine Eisenbahnanlagen sowie seine hervorragenden Blechautos und Eisenbahnzubehör wie Blech-Bahnhöfe.  Man muss bedenken, dass es in dieser Zeit besonders schwierig war, am Markt zu bestehen, da auch andere Hersteller von Blechspielzeug gerade in den 20er und 30er Jahren wie zum Beispiel Schuco eine unternehmerische Hochzeit erlebten. Beim Eisenbahnzubehör hat es zudem aller Wahrscheinlichkeit nach Zusammenarbeiten beziehungsweise Materialbezüge mit den beiden großen Zubehörherstellern und Zubehörlieferanten Kindler & Briel (Kibri) aus Böblingen und Carl Bochmann (Cabo) aus Dresden gegeben, welche sich die Zubehörherstellung insbesondere für die Spur-0-Eisenbahnen teilten. Nach Insolvenz der Spielzeugabteilung der Bing-Werke AG 1932 erwarb Bub große Teile der Eisenbahnproduktion mit Werkzeugen und Restbeständen von Bing, so dass in den Jahren danach immer wieder Bing-Material bei Karl Bub im Angebot auftaucht. In der ersten Zeit nach Übernahme markte Bub seine erstandenen Bing-Exemplare mit beiden Markenzeichen, zum Beispiel mit KB/BW oder KB-BW. Diese Kennzeichnung wurde der Firma jedoch kurze Zeit später von Bing untersagt, so dass heute nur noch wenige Exemplare mit solchen Markungen aufzufinden sind. Für Karl Bub war, wie auch für die anderen großen Hersteller, das Auslandsgeschäft ein wichtiges geschäftliches Standbein. Für den englischen Markt ging die Firma daher ein enges Bündnis mit einem anderen bekannten Nürnberger Blechspielzeug-Hersteller ein, nämlich mit Tippco (TCO). Zusammen etablierte man einen Zweigbetrieb in Aylesbury, England. Mit Beginn des zweiten Weltkriges und den Bombardierungen von englischen Städten wurden Bub und Tippco dann im Jahre 1939 von den Engländern enteignet. In Deutschland wagte Karl Bub noch in den Kriegsjahren bei den Eisenbahnen den Sprung von Spur 0 auf  Spur 00, welche später bekannt werden sollte unter der Bezeichnung Spur H0. Während dieser Entwicklung wurden die Produktionstätten am Stammsitz in Nürnberg komplett zerstört.

    Der Niedergang nach 1945 bis zur Auflöung 1966

    Nach dem Krieg wurden die Anlagen zwar zügig wieder aufgebaut; man nahm die Entwicklung der Spur H0 wieder auf, kam aber kaum über das Stadium der Herstellung vor Uhrwerk betriebenen Eisenbahnen heraus. In die endgültige Schieflage geriet man, als man versuchte, die bei der amerikanischen Siegermacht äußerst beliebte Spurweite S = 22,5 mm einzuführen. Diese Spurweite fasste auf dem deutschen Markt überhaupt nicht Fuß. Anderen Herstellern ging es mit dem Versuch der Entwicklung einer Spur S nicht anders. Deutschland erlebte im Modelleisenbahnbau die fast ausschließliche Hinwendung zur Spur H0. Diesen Trend hatten insbesondere die großen Konkurrenten und Eisenbahn-Hersteller beziehungsweise Hersteller von Modelleisenbahnen Märklin, Fleischmann und Trix frühzeitig erkannt. Karl Bub geriet mit seiner Firma daraufhin derart in Schieflage, dass der Betrieb im Jahre 1966 für immer geschlossen wurde.

    Die Markungen

    Von Karl Bub sind, wie bei allen großen Herstellern, verschiedene Markungen bekannt. Nachfolgend versuchen wir sie, zeitlich zuzuordnen.

    Firmenlogo:
    Firmenzeichen: KB, KBN, KB/BW
    Firmenlogo, das auf dem Spielzeug ab 1930 zu finden ist:
    Karl Bub
    Firmenlogo, das bis Mitte der 20er Jahre verwendet wurde:
    Karl Bub