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    Fa. Cellba

    Cellba sammeln

    Gründung der Firma Cellba

    Schöberl & Becker gründeten 1925 in Babenhausen die Firma „Schöberl, Becker & Co.“, etwas später umbenannt in „Celluloidwarenfabrik Babenhausen“. Der Firmenname leitet sich aus Celluloidwarenfabrik und dem Ortsnamen Babenhausen ab. Die Firma war damals wohl die einzige größere Konkurrenz für den Zelluloid-Giganten Schildkröt. Einer der Firmengründer, Herr Becker, hatte vor der Gründung selbst als Puppenentwerfer und Modellierer bei Schildkröt im gerade mal 60 Km entfernten Mannheim gearbeitet. Nach seinem Fortgang von Cellba wurde der Modellierer oder auch Modelleur Gannsle sein Nachfolger. Um diesen rankt sich die Geschichte, dass seine Tochter Sonja Vorbild für viele Cellba-Modelle gewesen sein soll, insbesondere der Modelle ab den 30er Jahren.

    Das Sortiment der Firma Cellba

    Cellba stellte ab 1925 zunächst hauptsächlich Brustköpfe, diese auch mit Echthaar, Zelluloidpuppenköpfe, Puppenteile und Babypuppen her, die auch abgedunkelt als Negerlein oder Mulatten produziert wurden. Die Nähe zu Schildkröt wurde immer wieder offensichtlich. Das häufigste Modell der Firma dürfte die Puppe mit dem Seitenscheitel und der Nackenrolle sein, die in allen Größen und Variationen ab ca. 6 cm bis zu etwa 60 cm herausgebracht wurde. Sie ähnelte sehr der „Inge“ von Schildkröt. Die Modelle von Schildkröt und Cellba sind sich zuweilen derart ähnlich, dass der geschätzte Sammler mutmaßen darf, wer denn nun von wem abgekupfert hat, oder ob dies nun ein gegenseitiges Geben und Nehmen war.

    Ich möchte, um keiner der beiden Firmen nahezutreten, letzteres vermuten. Bekannte und heute sehr seltene und von Sammlerinnen und Sammlern häufig nachgefragte Puppen von Cellba sind das „Mädchen mit Zöpfchenkranz“ sowie das „Mädchen mit Affenschaukeln“. Als Affenschaukeln werden kurze Zöpfe bezeichnet, die etwas über die Ohren reichen und diese verdecken. Scheibengelenkbein von Cellba

    Bild links: Oberer Teil eines Scheibengelenkbeines der Cellbapuppen

    Das Puppenmädchen mit Affenschaukeln wurde 1937 eingeführt. Zwei Jahre später im Jahre 1939 kam dann das Puppenmädchen mit der Gretchenfrisur auf die Welt. Ihren Kopf schmückt ein geflochtener Zopf. Benamt waren die Cellba-Puppen nicht. Als einziges Cellba-Modell war die kleine Rita auf einem anhängenden Etikett als solche ausgezeichnet. Die Namensbezeichnungen ergaben sich entweder aus den eben geschilderten besonderen Attributen oder wurden in der Literatur in Anlehnung an Schildkröt zur besseren Klassifizierung herangezogen. So spricht man heute vom „Inge-Typ“, vom „Christel-Typ“ oder „vom Hans-Typ“.Cellba Inge, Inge-Typ von Cellba

    Bild rechts: Der Inge-Typ von Cellba

    Die Puppen von Cellba besitzen einen Stehpuppenkörper, Scheibengelenkarme sowie Scheibengelenkbeine; die jeweils zugeordneten Babymodelle besitzen einen Sitzbabykörper mit Kugelgelenken. Alle Modelle wurden im Laufe der Zeit in verschiedenen Größen, Variation wie angemalte Augen/Glasaugen oder offener/geschlossener Mund und auch unterschiedlichen Hauttönungen und Haarfarben herausgebracht, je nachdem, wie es dem Zeitgeist entsprach. Vielleicht liegt es daran, dass bei den Zelluloidpuppen immer Schildkröt im Fokus der Sammler stand, – die frühe Geschichte von Cellba kann jedenfalls nicht so genau datiert wiedergegeben werden. Frühe Puppen von Cellba sind zudem außerordentlich selten. Im nachfolgenden sind die bekanntesten Cellba-Puppen nach meiner derzeitigen Einschätzung aufgelistet.

    Bekannte Cellba-Typen und Cellba-Puppen

    „Inge-Typ“: Der Inge-Typ als wohl bekannteste Puppe von Cellba wurde seit den frühen 30er Jahren hergestellt. Sie wurde ähnlich wie die anderen Cellbapuppen bis in die 1950er Jahre aus Zelluloid produziert.

    „Hans-Typ“: Der Hans-Typ ist einer von verschiedenen Jungen-Typen bei Cellba. Er wird gern gesammelt, weil er dem Hans bei Schildkröt sehr ähnlich ist. Auch die Jungenpuppen wurden seit den frühen 30er Jahren produziert.




    „Christel-Typ“: Dieser Typ, welcher der Christel von Schildkröt ähnelt, wurde seit den frühen 30er Jahren hergestellt.

    „Strampelchen-Typ“: Die Babypuppe von Cellba mit seinen vielen Variationen erschien etwas später als die drei vorgenannten ab Mitte der 30er Jahre. Den Strampelchen-Typ gab es in zwei grundsätzlichen Ausführungen: eine Ausführung in der Gänze aus Zelluloid oder später Cellidor sowie eine Ausführung mit Ringhalskopf, bei welcher Körper, Arme und Beine aus Stoff bestanden und am Zelluloidkopf angenäht waren.Strampelchen Typ von Cellba

    Bild links: Strampelchen-Typ von Cellba

    Rita: Rita erschien etwa zeitgleich mit dem Strampelchen-Typ ab Mitte der 30er Jahre. Ein Cellba-Etikett wies sie als „Rita“ aus. Es ist die einzige Cellba-Puppe mit originalem Eigennamen. Rita ist leicht an ihrer Haarfrisur zu erkennen. Die Haarwellen sind auf beiden Seiten, die Ohren nahezu verdeckend, nach außen modelliert.

    Mädchen mit Affenschaukeln: Das Mädchen mit den Affenschaukeln erschien im Jahre 1937 zum ersten Mal. Der Name hat deshalb eingebürgert, weil das wichtigste Erkennungsmerkmal die beidseitig über den Ohren in Schlingen geflochtenen Zöpfe sind. Diese Frisuren werden die Älteren unter uns noch aus ihrer Jugendzeit kennen. Mir selbst sind sie sogar noch aus den 60er Jahren bekannt. Als Affenschaukel bezeichnet man auch die Schützenschnur bei Uniformen. Sie ist ähnlich geflochten beziehungsweise geschlungen.

    Mädchen mit Gretchenfrisur: Das Mädchen mit der Gretchenfrisur ist die „jüngste“ Puppe von Cellba und erschien erst mit Beginn des 2. Weltkrieges im Jahre 1939. Die Frisur bezeichnet Zöpfe, die wie ein Kranz um den Kopf gelegt sind. Die Frisur gilt als typisch deutsch und ist heute eigentlich verpönt. Sie war besonders in der Vorkriegs- und Kriegszeit durchaus verbreitet.

    Markungen der Firma Cellba

    Mir selbst sind wenigstens sechs verschiedene Markungen der Firma Cellba bekannt. Die Markungen stellen jeweils eine Wassernixe dar. Die Wassernixe befindet sich dabei immer in einer wappenartigen Umrandung. Vor 1935 besitzt die Wassernixe einen realistisch gestalteten Schwanz mit Schuppen sowie realistisch gefiederte Flügel. Die Markung befindet sich immer auf dem Rücken oder der Rückseite des Halses. Vor 1935 befanden sich zusätzlich die Bezeichnungen GERMANY und D.R.P. für Deutsches Reichspatent dort. Zu den Markungen gehört auch eine Nummerierung. Oftmals befindet sich zusätzlich zur Nixe der Schriftzug „Marke Wassernixe“ oder „Marke Nixe“ entweder noch im Wappenfeld unter der Nixe oder außerhalb des Wappenfeldes unter der Nixe.Markung von Cellba Diese beiden Markungen dürften wahrscheinlich nur die 30er Jahre betreffen.

    Bild rechts: Markung von Cellba, Wassernixe in stilisierter Form. Diese Markung wurde etwa in der Zeit vom Ende der 30er Jahre bis ca. 1959 verwendet.

    Neben der realistischen Ausgestaltung besaß die Nixe bis 1935 auch eine Krone. Ab 1935 bis Ende der 30er Jahre wurden Schwanz und Flügel schon sehr viel einfacher dargestellt. Der Stilisierung fielen die ausgeprägten Schuppen und Fiedern zum Opfer. Auch eine Krone findet man in diesem Zeitraum nicht. Erst mit Ende des Jahrzehnts taucht die Krone wieder auf. Die Wassernixe ist weiterhin stilisiert, also mit vereinfachter Darstellung des Schwanzes und der Flügel; ab etwa 1959 ist die wappenartige Umrandung vereinfacht zu einer ovalen Umrandung, welche oben breiter als unten ist. Zusätzlich können bei einigen Markungen Wellenlinien im unteren Bereich dargestellt sein.

    Nachkriegszeit und Ende in den 60er Jahren

    Ähnlich wie bei anderen Celluloid-Herstellern kam man in den fünfziger Jahren vom feuergefährlichen Zelluloid ab und verwendete von nun an ein Cellulosepropiniat, ein sehr hartes und glattes Material aus Cellulose namens „Cellidor“. Es kam nahezu zeitgleich mit dem „Tortulon“ von Schildkröt auf und wurde von Cellba auch als „nonflame“ oder gar „ultranonflame“ bezeichnet.

    1967 wird die Firma Cellba vom amerikanischen Spielzeug-Giganten Mattel aufgekauft. Der Name Cellba verschwindet vom Markt. In den Produktionsstätten von Cellba werden von nun an Barbiepuppen aus Vinyl für den deutschen und europäischen Markt hergestellt, welche in den zwei Jahren zuvor, von 1964 bis 1966, noch bei Schildkröt im Auftrag von Mattel produziert wurden.

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