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    Technofix/ Einfalt

    Technofix/ Gebrüder Einfalt

    Die beeindruckende Spielwarenvielfalt der Firma Technofix

    Die „Mechanische Blechspielwarenfabrik“ Technofix wurde 1922 in Nürnberg von den Brüdern Georg und Johann Einfalt sowie ihrem allerdings kurz darauf verstorbenen Mitkompagnon Franz Heussinger als „Firma Gebrüder Einfalt“  gegründet.  Die Entwicklung und Produktion unterstanden Georg Einfalt. Zu erwähnen ist auch noch der Nachfolger von Heussinger, Ernst Pretzfelder.  Letzterer war Jude und emigrierte daher schon im Jahre 1937 in die USA.

    Aus der Zusammenarbeit mit der Baukastenfirma Kosmos entstand bereits im Jahre 1926 das Markenzeichen „Technofix“ , welche sab ca. 1935 auch als Firmenname geführt wurde. Hergestellt wurde anfangs Blechspielzeug aller Art. Besonders den jüngeren Sammlern dürfte Technofix hauptsächlich als Hersteller von Blechbahnen und Blechlandschaften bekannt sein. Dies trifft allerdings eher für die Zeit nach dem 2. Weltkrieg zu. In dieser Epoche bis zur Aufgabe des Betriebes in den 70er Jahren lag hier auch eindeutig der Focus der Spielzeugherstellung.

    Die Produktion vor dem 2. Weltkrieg

    Einige einfache Blechbahnen wurden zwar schon vor dem 2. Weltkrieg hergestellt, aber ansonsten bot man schon fast mehr als die gewöhnliche Breite an Blechspielzeug an. Viele Modelle waren bis in die Einzelheiten lithographiert. Von Sammlern heute sehr gesucht sind die sogenannten Pennytoys der Firma, produziert bis etwa 1935. Man produzierte selbstverständlich auch Automodelle, Flugzeuge samt Zeppelin, Schiffe und Motorradfahrer.  Es gab auch Flugzeuge, welche Türme umkreisten, – ein beliebtes Motiv auch bei anderen Herstellern von Blechspielzeug. Von den Automodellen sei nur die Limousine Nr. 238 von 1935 erwähnt, ein mit Uhrwerk betriebener Wagen mit blitzendem Chrom, bei welchem die Scheinwerfer zudem mittels einer Batterie zum Leuchten gebracht werden konnten. Um dem Namen Technofix alle Ehre zu machen, waren außerdem noch die Vorderräder beweglich. Sehr beliebt waren auch die Straßenwalzen, damals noch als Straßenlokos, also Staßenlokomotiven, bezeichnet. Sie waren ebenfalls lithografiert und mit Uhrwerksantrieb ausgestattet. Technofix versuchte sich ebenfalls auf dem Gebiet der Baukästen, wahrscheinlich durch die Zusammenarbeit mit Kosmos dazu animiert. Viele Produkte von Technofix wurden durch den Grossisten Moses Kohnstam vertrieben.

    Das besondere Interesse von uns Sammlern finden aus der Vorkriegszeit natürlich die Unmenge an Tieren und menschlichen Figuren des Alltagslebens, oft als Paare hergestellt. So gibt es Indianer, Boxer, Ritter, Schlittschuhläufer, Vögel, Schweine, Elefanten und vieles mehr. Sehr selten geworden, da von Sammlern wohl festgehalten, sind solche skurrilen Exemplare wie der Boxkampf zwischen einem richtigen Boxer und einem Känguruh oder das kleine Mädchen auf dem Nachttopf. Die Firma hatte in ihren besten Tagen in den Jahren vor 1939 etwa um die 120 Arbeiter und Angestellte beschäftigt.

    Technofix nach dem 2. Weltkrieg

    Der Neubeginn nach dem Krieg geschah parallel mit dem Eintritt von Alfred Einfalt, dem Sohn von Georg Einfalt., der 1953 starb. Die Produktion nach 1945 konzentrierte sich, wie oben bereits angeschnitten, auf die Herstellung von Blechbahnen und Blechlandschaften. Daneben sind eigentlich nur ein Zirkusaffe, ein Clown sowie einige wenige Motorräder bekannt. Diese hatten es allerdings in sich! Ganz berühmt ist der sogenannte „Stürzende Motorradfahrer“ mit Nr. 258, uhrwerkangetrieben und fein lithographiert. Er war so eingestellt, dass er im Kreis fuhr. Allerdings fiel das Motorrad beim Fahren immer wieder um, richtete sich anschließend aufgrund eines intelligent angebrachten Seitenhebels wieder auf. Aus dem Auspuff schlugen Funken. Aus dieser 250er Serie ist auch noch der Motorradfahrer mit der Nr. 255 anzuführen, der in seiner Funktion etwas geändert wurde. Dieser fiel nicht hin, sondern schwankte hin und her, so wie dies heute bisweilen von einigen Übermüdigen Kradfahrern zu sehen ist. Die Motorradfahrer wurden bis ca. 1958 hergestellt. Viel von dem unmittelbar nach dem Krieg hergestellten Spielzeug, kenntlich an der Markung „Made in U.S. Zone West Germany“ ging, vergleichbar bei anderen Herstellern, in die USA. Man spricht von fast 90 %. Nicht von ungefähr ist der Sammlermarkt für deutsches Blechspielzeug in den USA derart groß. Viele Stücke sind überhaupt nur dort noch zu bekommen, obwohl die Suche nach seltenen Objekten mit Beginn des Internetzeitalters sehr erleichtert wurde.

    Die Produktion an Blechbahnen, man kann fast schon sagen Blechdioramen, umfasste an die 100 unterschiedlichster Scenerien; manch waren recht einfach gehalten, andere aber höchst ausgeklügelt und bestens lithographiert. Sie begannen mit den 260er Seriennummern. Neben gängigen Einspureisenbahnen, Autobahnen und Berg- und Talbahnen sollen insbesondere und stellvertretend für die vielen anderen noch die Tankstelle, der Sportplatz oder der Alpinexpress erwähnt sein. Diese Dioramen wurden bis etwa Ende der 60er Jahre hergestellt. Auf einer weiteren Seite werde ich eine möglichst komplette Auflistung der Technofix-Produkte nach dem Kriege geben. Sie sind heute zum Glück aufgrund der Katalognachdrucke wieder nachvollziehbar.

    Die 70er Jahre waren geprägt von dem Versuch, der fernöstlichen Konkurrenz Paroli zu bieten. Aber auch bei Technofix kam der Umstieg ins Plastikzeitalter wohl zu spät. Im Jahre 1978 musste die Firma schließen. Nachdem bereits in den 60er Jahren ein Teil der Werkzeuge und Pressen an den Grossisten Nova verkauft wurden, wurden nach Schließung des Werkes 1978 viele andere Werkzeuge an die für Nürnberg zuständige Mechaniker-Innung  abgegeben. Ein großer Teil der Werkzeuge muss später allerdings auch in den Osten und ins europäische Ausland gegangen sein.

    Markungen der Firma Technofix

    Hierzu muss man ganz deutlich sagen, dass, gäbe es nicht die alten nachgedruckten Kataloge, viele Exponate von Technofix nicht als solche identifiziert werden könnten.

    Altes Blechspielzeug Einfalt

    Es ist einfach so, dass zum Beispiel viele als Massenware hergegestellte Pennytoys keine Markung aufwiesen. Auch war es gang und gäbe, nicht nur bei Technofix, dass an Grossisten wie Moses Kohnstam geliefertes Material in der Regel nicht gemarkt war.

    Altes Blechspielzeug Einfalt

    Umgekehrt ist es allerdings möglich, dass von Kohnstam in Umlauf gebrachtes Blechspielzeug mit der Hausmarke „Mo Ko“ durchaus von Technofix sein könnte. Die Markung Technofix ist seit etwa 1926 zu beobachten; es ist zumeist ein Dreieck mit der Inschrift „Marke Technofix“. Daneben existiert auch die Kennzeichnung GEN für Gebrüder Einfalt Nürnberg oder einfach GE für Gebrüder Einfalt.