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    Glasarten/ Glassorten

    Glasarten und Glassorten

    Eine kleine Auflistung der wichtigsten Glasarten

    Glasarten –  seine Bestimmung und Einordnung gehört zum Rüstzeug des Sammlers von altem Glas.

    Achatglas
    Es handelt sich um eine Nachahmung des Halbedelsteines Achat. Hierbei werden mehrere Farbglasschichten unregelmäßig gemischt, so dass eine Marmorierung entsteht.

    Alabasterglas
    Trübes (opakes), graues Farbglas, welches durch Überschuß an Kohlensäure entsteht. Herstellung überwiegend im 19. Jahrhundert

    Diatretglas
    Diatretglas ist ein doppelwandiges Gefäß, dessen äußere Wand durchbrochen ist, die innere Wand ist folglich mit einem durchbrochenem Glasnetz ummantelt.

    Farbglas
    Hierbei wird die Masse durch Metalloxyde gefärbt; Kobalt ergibt Blau, Uran ergibt Gelb, Eisen ergibt Grün, Kupfer ergibt Smaragdgrün, Mangan ergibt Violett, Gold/Kupfer ergibt Rot und Antimon/Chlorsilber ergibt Gelb

    Gebrauchsglas
    Auch Gläser des täglichen Gebrauchs sind beliebte Sammelobjekte. Beispiele hierfür seien die Berliner Weißbiergläser des 19. Jahrhunderts oder auch böhmische Flakons. Ein ganz besonderes Sammelgebiet sind sogenannte Paperweights, Briefbeschwerer aus kunstvoll bearbeitetem Glas, deren frühe Exemplare um 1850 in Böhmen, England und Frankreich, hier vor allem in Baccarat, Saint Louis und Clichy hergestellt wurden.

    Hyalithglas
    Das trübe, also opake Schwarzglas entsteht durch eine Übersättigung von Mangan.

    Bleikristall (Kristallglas)
    Bleikristall findet sich noch in vielen Haushalten. Es sind Schalen, Vasen, Zerstäuber, Jardinieren, Puderdosen, Essigfläschchen oder auch Kuchenplatten. Gutes Bleikristall wird von Sammlern gesucht. Dem Kristallglas ist Bleioxid, Bariumoxid oder Zinkoxid beigemengt. Bleikristall ist daher schwerer als anderes Glas. Sein Name ist allerdings abgeleitet vom Bergkristall. Wer Bleikristall zuerst erfunden hat, bleibt unklar. Verschiedene Berichte erwähnen die alten Venezier des 15. und 16. Jahrhunderts, andere die Böhmer des 17. Jahrhunderts. Tatsache ist, dass bereits 1676 in England Bleikristall unter dem Etikett „New Flint Glass“ mit der Beimengung von Bleimennige, also einem schweren Bleioxid, verkauft wurde. Die Beimengung soll 36% dieses hochgiftigen Oxides betragen haben. Kristallglas ist hochglänzend, sauber, von harter Struktur und daher bestens zum Gravieren geeignet. Eine der bekanntesten Glasarten, Bleikristall mit Schleuderstern und KreuzsternMir fiel beim Weintrinken auf, dass Weingläser aus Kristall zudem einen zauberhaften Klang entfalten. An anderer Stelle wies ich bereits arauf hin, dass das berühmte böhmische Kristallglas ohne toxische Metall- und Schwermetalloxide auskam; hier wurde lediglich Kreide beigemengt. Typisch für Bleikristalle sind die Schnittmotive. Die berühmtesten Muster sind der Schleuderstern oder auch Sonnenrad genannt sowie der Kreuzstern. Der Schleuderstern oder Sonnenrad dreht entweder links oder rechts herum; in seiner Mitte befindet sich der Kreuzstern. Beide Motive sind eine böhmische Erfindung des späten 18. Jahrhunderts. Auf dem Foto ist sehr schön der Schleuderstern mit dem Kreuzstern in seiner Mitte zu erkennen. Am oberen Rand der Exponate lässt sich an den Zacken in der Regel auf das Alter schließen. Bleikristalle mit grobem Rand sind älter, während jüngere Exemplare einen glatten Rand aufweisen. Beim modernen Kristallglas sind die Beimengungen gesetzlich reglementiert.

    Lithyalinglas
    Steinglas, Das trübe Material bildet farbige Schlieren und soll Edelsteine nachahmen. Sehr selten!!

    Milchglas
    Milchglas erscheint trübweiß und wurde mit Knochenmehl hergestellt; es wird daher auch Beinglas genannt. Zur Färbung wurden auch Antimon, Zink oder Zinnoxyde benutzt. Milchglas sollte Porzellan nachahmen und waren vielfach mit Landschaftsmalereien versehen. Eine Blütezeit des Milchglases war die Zeit von 1750-1800. Ein Schwerpunkt auch hier waren die böhmischen Glashütten.

    Opalglas
    Hierbei wird die Glasmasse durch Knochenmehl oder Hirschhorn zur Trübung gebracht. Es entsteht ein Schimmer von Opal, der die Glasmasse „halbdurchsichtig“ macht.

    Pressglas
    Pressglas wurde mit Hilfe mehrerer oder mehrteiliger Metallformen und durch Stanzen hergestellt. Der Vorgang war bereits teilautomatisiert. Nach Stanzung wurden die Gußnähte abgeschliffen. Diese Form der Pressung von Glas in Formen unterscheidet sich also grundlegend von mundgebasenen Glas. Bekanntester Hersteller und frühester Pionier war hier der Amerikaner Deming Jarvis aus Sandwich, Massachusetts,  der diese Methode zur Herstellung von Glas für „ärmere“ Leute bereits um 1825 anwendete.




    Zwischengoldglas
    Hierbei handelt es sich um 2 exakt ineinanderpassende Gläser. Das innere Glas wurde zunächst mit einer Folie aus Gold, in der Regel Blattgold, oder aber auch Silberfolie versehen. Anschließend wurde auf den mit den Folien versehenen Außenwänden des Innenglases mit der Radiernadel ein Motiv oder Dekor herausgearbeitet. Dann wurde dieses nun künstlerisch bearbeitete innere Glas in das zweite äußere Glas oft mit Hilfe von nicht sichtbaren Klebestoffen verarbeitet. Dieses zweite über das innere Glas gezogene äußere Glas schloss das innere luftdicht ab. Eine hervorragende Meisterarbeit! Bekannte andere Ausdrücke für diese Technik, die übrigens auch schon im alten Rom bekannt war, sind Doppelglas oder Doppelwandglas. Im Rom des 4. Jahrhunderts und zeitgleich auch in Byzanz, dem heutigen Istanbul, war diese Glasveredelung als „Goldglas“ bekannt und stand dem Zwischengoldglas Pate. Das Zwischengoldglas war eine meisterhafte Weiterentwicklung des römischen Goldglases und hatte seine Blütezeit und Hochkonjunktur in den böhmischen Glashütten des 18. Jahrhunderts. Besonders beliebt waren Jagdszenen oder auch Heiligendarstellungen. Einer der herausragenden Hersteller und Künstler des Zwischengoldglases war der in der Glashütte Gutenbrunn im Bezirk Ottenschlag im Waldviertel (Niederösterreich) tätige Glaskünstler Johann Joseph Mildner (1765-1808). Nach ihm sind die berühmten Mildnergläser benannt.