Kellermann & Co, CKO
Die Jahre von 1910 bis 1930
Georg Kellermann (1881 – 1931) gründete seine Firma im Jahre 1910 in der Austraße in Nürnberg. Seine Lehr- und Gesellenjahre verbrachte er bei dem Hersteller von Blechspielzeug Karl Bub. Nach seiner Gesellenprüfung wurde er von Karl Bub als Werkmeister angestellt und reifte dort zu einem der Großen in der Blechspielzeug-Herstellung. Bei Karl Bub bildete er unter anderem Johann Einfalt aus, der später zusammen mit seinem Bruder die Firma “Gebrüder Einfalt Nürnberg (GEN) – Technofix” gründen sollte. Als gefragter Werkmeister wechselte Georg Kellermann bald zu dem aufstrebenden Unternehmen von Distler. Er hatte dort nicht nur die Position eines Werkmeisters inne, sondern stieg auf zum Fertigungsleiter von Distler. Im Jahre 1910 endlich machte er sich selbständig. Im eigenen Betrieb konnte der geniale Spielzeugbauer seine Visionen verwirklichen, nämlich Blechspielzeug mit allerlei Trickfunktionen. Diese ersten Exponate waren einfaches lithographiertes beziehungsweise bedrucktes Blechspielzeug, welches wir heute als Pennytoys bezeichnen. Zumeist kamen diese Produkte von Kellermann als Werbeartikel in den Umlauf. Zunächst wurden schlichte kleine Eisenbahnen, Feuerwehren und Ansteckfiguren hergestellt, -hauptsächlich Groschenspielzeug.
In Folge expandierte das Unternehmen, so dass man sich nach größeren Räumlichkeiten umsehen musste. Daher fand im Jahre 1914 der erste Umzug innerhalb der Stadt Nürnberg statt; man zog in die Bauerngasse 33. Erst zehn Jahre nach der Gründung der Firma Kellermann, im Jahre 1920, wurde das Firmenzeichen “CKO” als Logo eingeführt, mit welchem dann alle Kellermann Artikel gemarkt wurden. Dies bedeutet aber auch, dass die Artikel der Jahre 1910 bis 1920 ohne jegliche Markung geblieben sind! Bis Mitte der 20er Jahre stellte Kellermann weiter kleine billige Autos, Lokomotiven oder Trickfiguren her wie den bekannten Billardspieler oder das berühmte Grüßmännchen mit der Herstellungsnummer 234. Überhaupt waren damals solche Ansteckspielzeuge wie das Grußmännchen sehr begehrt. Sie waren damals allerdings schon Massenware, ganz wie wir dies von heutigen Produktionen kennen. Ein großer Teil der Kellermann’schen Produktion wurde exportiert, das heißt, er wurde in das Ausland verkauft. Hauptabnehmer waren die USA und Großbrittanien. Ich kann dies als alter Kellermann-Sammler sehr wohl bestätigen; insbesondere die älteren Artikel von Kellermann bekommt man weniger in Deutschland, sondern in den USA. Einige der alten Exponate vor 1945 habe ich bei Ebay-USA ersteigert. Dies auch als Tipp für den ambitionierten Kellermann-Sammler! Die Hinwendung auf den Export wurde zum Erfolgsrezept für Kellermann. Die Firma expandierte weiter. Folge war die erneute Suche nach größeren Räumlichkeiten. Diese wurden gefunden in Nürnberg in der Hessestraße 5-7. Dorthin wurde die Firma Kellermann im Jahre 1926 hinverlagert. Mitte der 20er Jahre begann Kellermann auch mit der Produktion von billigem Spielzeug mit Aufziehwerk.
Die Jahre von 1930 bis zum Kriegsbeginn 1945
Die einfachen Figuren vermarktete Kellermann auch in den Jahren bis zum Beginn des Krieges hauptsächlich über die bekannten Grossisten wie Kohnstam oder die großen Warenhäuser wie Hertie oder Karstadt. Seine Produkte konnte man aber auch auf Jahrmärkten oder an Kirmesbuden bekommen. Wer sich noch an die Kirmesmärkte der frühen 60er Jahre erinnert, weiß, dass dort viele Produkte heute gesuchter Blechspielzeug-Hersteller zu finden waren. Neben der anspruchslosen, aber zuweilen nett bedruckter Billigware begann Kellermann zu Beginn der 20er jahre allerdings auch mit der Herstellung von Bewegungsspielzeug mit Antrieb durch Aufziehwerk oder Federwerk. So wurde mechanisches Spielzeug wie der kickende Torwart mit der Nr. 231 oder der Radioansager mit der Nr. 266 stellvertretend für viele andere, aber auch nach und nach Autos und militärisches Spielzeug hergestellt. Diese waren, wie der Panzer mit der Nr. 292 aus der zweiten Hälfte der 20er Jahre oder die Dampflok ab 1935 mit der Nr. 333 bereits mit Uhrwerk oder Federwerk hergestellt. Besonders in den Vorkriegsjahren ab 1935 fokussierte sich Kellermann sehr auf die Produktion von sogenanntem Militärspielzeug. Die Herstellungsnummern ab 338 bis etwa 360, welche in diesen Zeitraum fielen, bestanden fast ausschließlich aus Panzern, uniformierten Motorradfahrern, Kriegsflugzeugen oder Kriegsschiffen. Selbstverständlich durfte auch der berühmte Volkswagen, der damalige KDF-Wagen, nicht fehlen. Diese Zeit des ersten KDF-Wagens sowie des parallel vorangetriebenen Baus der ersten Autobahnen nahmen viele Blechspielzeug-Hersteller in ihr Programm auf. Verantwortlich für die neue Qualität im Hause Kellermann war unter anderem der Eintritt des Sohnes von Georg Kellermann, Wilhelm Kellermann, im Jahre 1929. Er hatte zuvor sein Ingenieurstudium am Technikum in Mittweida, wo unter anderem auch der berühmte Autobauer August Horch (Auto-Union, Audi) lernte, abgeschlossen. Nach dem Tod seines Vaters Georg Kellermann im Jahre 1931 trat Willi Kellermann an dessen Stelle in den Vorstand der Firma; nachdem auch auch der Kompagnon nur wenige jahre danach 1935 starb, übernahm Willi Kellermann als alleiniger Inhaber die Firma. Unter seiner Leitung erlebte sie in den 30er Jahren einen absoluten Höhepunkt. Auch die Zahl seiner Angestellten durchbrach zum ersten und einzigen Mal die Hundertergrenze. Während der Zeit des zweiten Weltkrieges 1939 – 1945 mussten viele Blechspielzeug-Hersteller ihre Produktion ein- oder umstellen. Mißliebige Besitzer wurden enteignet, inhaftiert, umgebracht oder mussten flüchten. Manch eine Firma verschwand während dieser Zeit entgültig von der Bildfläche. Auch Kellermann musste sich den neuen Bedingungen zwangsanpassen. Die Produktion von Blechspielzeug wurde eingestellt und der Firma wurde ein Platz in der Rüstungsproduktion zugewiesen, ein Schicksal, welches viele der metallverarbeitenden Betriebe traf. In den ersten beiden Kriegsjahren lief die Produktion wohl noch nebenher weiter, aber ab 1942 dürften keine Exponate mehr hergestellt worden sein. Während der Kriegsjahre wurden die Firmenanlagen schwer beschädigt, die Restbestände an Blechspielzeug sowie Herstellungsformen und Werkzeuge wurden geplündert.
Die Jahre von 1946 bis zur Einstellung der Produktion 1979
Nach den Kriegswirren lief die Produktion nur schleppend an. Man mus sich die Situation vorstellen. Der größte Teil der Anlagen in Schutt und Asche, viele Musterexemplare sowie Herstellungsformen nicht mehr vorhanden und letztendlich abhängig von den Vorschriften und Vorgaben der Siegermacht USA; der Bereich Franken mit Nürnberg lag im Bereich der US-amerikanisch besetzten Zone. Es waren auch diesmal zunächst die Grossisten des Nürnberger Raumes, die als Vertreiber am schnellsten auf die Beine kamen und erste zögerliche Vermarktungen begannen. An erster Stelle mögen hier der Verband deutscher Spielwarenhändler (VEDES) oder der Grossist MEYGO genannt werden. Ein Weiteres zur Vermarktung trug die wieder ins Leben gerufene Nürnberger Spielzeugmesse bei. Die wenigen schon nach Kriegsende produzierten Blechspielzeuge mussten daher die Bezeichnung “Made in U.S. Zone Germany” tragen und sind auch aufgrund dieser Bezeichnung zeitlich einzuordnen. Der Erhalt einiger weniger Werkzeuge ermöglichte es Kellermann, einige der Vorkriegsexponate auch noch bis in die 50er Jahre herzustellen. dazu gehören zum Beispiel der Traktor mit Anhänger mit der Nummer 365 oder das Flugzeug “Komet” mit der Nummer 366. Auch der berühmte KDF-Volkswagen wurde noch bis Mitte der 50er Jahre produziert. Die 50er Jahre brachten allerdings auch entscheidende Änderungen in der Produktionsweise bei Kellermann. So wurde die Lithographie nach und nach aufgegeben und die Gegenstände dafür einer Lackierung unterzogen. Bis Mitte der 50er findet man nahezu ausschließlich lithografiertes Blechspielzeug. Ab 1960 verengte man die Produktionsbreite auf die ausschließliche Herstellung der Automodell-Serie, der sogenannten Rollo-Serie. Diese Rollo-Serie gehörte zu den prägenden Blechspielzeugen der Nachkriegsgeneration und trug wesentlich zu der zweiten Hochphase der Firma Kellermann in deren Firmengeschichte bei. Der Beginn dieser Serie lag im Jahre 1954 mit der Produktion des Krans mit der Nummer 373. Mit dem Eintritt des Sohnes von Willi Kellermann, Helmuth Kellermann, im Jahre 1958 begann diese Neukonzeption der Firma. Die einzelnen Spielzeuge wurden nun auch verstärkt unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität produziert. Kein Wunder, dass einige Exponate der Rollo-Serie je nach Anklang in großen Mengen hergestellt wurden. Aber auch Kellermann schaffte den Umschwung in Richtung Plastikspielzeug nicht und hatte unter dem Druck des den Markt überschwemmenden japanischen Spielzeugs letztendlich nichts entgegenzusetzen. Ab den 70er Jahren ging die Firma immer mehr in die Verlustzone; auch die Änderung der Firma in eine Kommanditgesellschaft im Jahre 1978 konnte nicht mehr helfen. Die Firma Kellermann stellte im Jahre 1979 als einer der letzten deutschen Blechspielzeug-Hersteller seine Produktion ein. 
Rollo-Serie, Tipps und Tricks zu CKO, Sammler, Sammlerpreise und Flohmarktpreise, Wissenswertes
Nr. 373 Turmkran montiert auf Blechplatte sowie Turmkran montiert auf Rädern, Nr. 375 Hanomag Kipplastwagen, Nr. 379 Buick Limousine, Nr. 380 Hanomag Feuerwehr, Nr. 381 Omnibus von Mercedes, Nr. 383 Rennwagen Silberpfeil in verschiedenen Ausführungen, Nr. 384 Kranwagen von Hanomag, Nr. 388 Lastwagen von Mercedes, Nr. 388 A Lastwagen von Mercedes mit Anhänger, Nr. 389 Kellermann Traktor, Nr. 389 A Kellermann Traktor mit Anhänger, Nr. 390 Capriolet Mercedes 190 SL, Nr. 391 Porsche Coupe 356, verschiedene Ausführungen, Nr. 393 Esso Tankwagen, Nr. 394 VW Käfer in verschiedenen Ausführungen, Nr. 395 Opel Rekord Olympia, Nr. 397 Kellermann Garage in verschiedenen Ausführungen, Nr. 398 VW Pritschenwagen in verschiedenen Ausführungen, Nr. 399 Adenauer Mercedes 300, Nr. 400 Kellermann Tankstelle, Nr. 401 VW Kombi in verschiedenen Ausführungen, Nr. 402 VW Krankenwagen in verschiedenen Ausführungen, Nr. 403 VW Käfer Polizeiauto in verschiedenen Ausführungen, Nr. 404 Raketenauto, Nr. 405 Trambus von Büssing, Nr. 406 Fiat 600, Nr. 407/F Opel Rekord, Nr. 408/F Opel Rekord, Nr. 409 Kranwagen von Mercedes, Nr. 410 Signalfeuerwehr von Mercedes, Nr. 411 Ford Taunus in verschiedenen Ausführungen, Nr. 412 Opel Rekord Electric, Nr. 413 Ford Taunus Electric in verschiedenen Ausführungen, Nr. 414 Mercedes LKW Electric, Nr. 415 Mercedes LKW, Nr. 416 Ford Taxi in verschiedenen Ausführungen, Nr. 417 Ford Taxi Electric, Nr. 418 Porsche Coupe 356 Electric, Nr. 419 Opel Caravan Electric, Nr. 420 Opel Rekord in verschiedenen Ausführungen, Nr. 421 Baukran mit einer Fahrbahn, Nr. 421 R Baukran auf vier Rädern, Nr. 422 Opel Rekord Electric in verschiedenen Ausführungen, Nr. 423 Mercedes 600, Nr. 424 VW 1500 sowie VW 1600, Nr. 425 VW Postkäfer 1200 sowie VW Postkäfer 1300, Nr. 426 VW Variant, Nr. 427 Mercedes 230 SL, Nr. 428 Muldenkipper, Nr. 429 Kranwagen, Nr. 430 Bus von Büssing, Nr. 431 Mercedes LKW, Nr. 431 A Mercedes LKW mit Anhänger, Nr. 432 Porsche 911, Nr. 433 Rennwagen von Ferrari, Nr. 434 VW Bus “Clipper” , auch mit verschiedenen Werbeaufschriften, Nr. 435 Betontransporter, Nr. 436 Gabelstabler, Nr. 437 Fiat 128, Nr. 438 Ford Capri, Nr. 439 Signalfeuerwehr, Nr. 440 Mercedes 350 SL, Nr. 441 Bahnbus, Nr. 442 Mercedes 280 SE, Nr. 443/38 Ford Capri mit Caravan, Nr. 443/40 Mercedes 350 SL mit Caravan, Nr. 444 Mercedes 280 SE als Taxi, Nr. 445 A Schaufellader mit Anhänger, Nr. 446 VW Passat Variant, Nr. 446 S VW Passat Variant als ADAC-Fahrzeug, Nr. 447 Mercedes 350 SL Pagode, Nr. 4/0 Verschiedene Modelle ohne Friktionsantrieb
Hier einige Fotos von CKO Kellermann Autos aus der Rollo-Serie:
Das inzwischen ziemlich seltene gewordene Raketenauto
Der CKO Porsche mit dem absolut seltenen Karton:
Der CKo Ferrari in OVP
Die Cko Signalfeuerwehr:
