Werbekarten Sammeln

Eine kleine Geschichte der Werbekarten

Während der Oldenburger Hofbuchhändler August Schwarz als Erfinder der Ansichtskarten gilt (1870), begann die Geschichte der Werbekarten schon einige Jahre vorher. Typisch waren z.B. Vertreterkarten, auf welchen die Rückseite bildlich bedruckt war; es gab allerdings auch Karten, welche bereits auf Ihrer Vorderseite einen Druck neben dem Firmen und Vertreternamen besaßen. Bereits aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts kennt man die Werbekarten auch in Form von Postkarten. Hotels und Restaurants in den Städten warben schon vor der Wende zum 19. Jahrhundert mit Reklamekarten, wie man sie auch heute noch kennt.

Ebenfalls noch vor der Jahrhundertwende (ca. 1890) erscheinen dann verstärkt Werbekarten in der Nahrungsmittelindustrie, sodass man sagen kann, das bereits seit der Gründerzeit des Deutschen Reiches nahezu alle Wirtschaftszweige mit Werbekarten vertreten waren.
Werbekarte Die Entwürfe der Kartenbilder stammten ebenfalls von Künstlern der damaligen Zeit. Sie wurden von den Firmen zum Zwecke der Herstellung von Werbebildern engagiert. Produziert wurden nicht nur einzelne Werbebilder, sondern auch Bilderserien. Nicht selten fanden Wettbewerbe statt und die besten Bilder wurden prämiert.
Die besten Werbebilder fanden dann nicht nur auf Werbekarten, sondern auch auf anderen Werbeträgern Verwendung, z.B. auf emaillierten Reklameschildern, in Prospekten oder Verkaufskatalogen.
Für den Sammler ist das Zusammentragen von Werbekarten schon aus dem Grunde interessant, zeigt doch die Palette an Werbebildern von der Gründerzeit bis heute in Stil, Text und Ausdruck den industriellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel der Zeit dargestellt in den typischen Stilepochen Gründerzeit, Historismus, Jugendstil, Art Deco, 50er und 60er Jahre, 70er Jahre, 80er Jahre bis hin zur Neuzeit.

Bei den Sammlern von Werbekarten genießen Werke der beiden wohl bekanntesten Vertreter der damaligen Plakatkünstler, Ludwig Hohlwein und Lucian Bernhard, großes Interesse. Beide vertraten eher die Richtung der neuen Sachlichkeit und arbeiteten für bekannte Firmen. Der Werbegrafiker Ludwig Hohlwein (1874-1949), dessen werbewirksamen Plakate später zur Bezeichnung „Hohlweinstil“ führten, arbeitete unter anderem für den Tierpark Hellabrunn, das Deutsche Museum, Paulaner Bräu und Spaten-Bräu.
Lucian Bernhard (1883-1972), der auch als Emil Kahn geboren wurde, erhielt 1920 an der Akademie der Künste in Berlin die erste Professur für Plakatkunst überhaupt. Er entwirft unter anderem für die Firmen Pelikan, Kaffee Haag und Bosch. Schriftzüge dieser Firmen beruhen noch heute auf seinen Entwürfen. Überhaupt werden Entwürfe dieser beiden Plakatkünstler auch heute noch vielfach verwendet und reproduziert. Werbekarten mit Hohlwein -oder Bernhardmotiven dürften heute kaum noch unter 100 Euro zu bekommen sein.
Gleichfalls sehr gesucht sind Werbekarten mit Motiven von Jugendstil-Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) oder dem tschechischen Plakatkünstler Alfons Mucha (1860-1939).

Werbekarten, wie diese historische Postkarte aus dem Jahre 1934, spiegeln auch immer das Zeitgeschehen wider.

Eine der typischen alten Werbekarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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