Christbaumschmuck sammeln Weihnachtsbaumbehang

Geschichte von Christbaumschmuck und Christbaumbehang

Im Mittelalter wurde der Weihnachtsbaum noch überwiegend mit Essbarem behängt. Dies waren vor allem Äpfel und Nüsse sowie süßes Selbstgebackenes. Äpfel und Nüsse konnten eine silberne oder goldene Farbe besitzen oder erhalten. Den Süßigkeiten verdankte der Weihnachtsbaum auch den doch damals oft verbreiteten Namen „Zuckerbaum“.

Neben Süßigkeiten wie z.B. gezuckerten Mandeln und anderem Essbaren wie Lebkuchen spielte ab dem 18. Jahrhundert auch Selbstgebasteltes aus Papier oder Machee eine gewichtige Rolle.

Kleine Kunstwerke aus Pappmache wurden im 19. Jahrhundert sogar schon gewerblich hergestellt. Als Thema hatten sie oftmals weniger den weihnachtlichen, christlichen Anlass, sondern eher die zeitgenössischen technischen Errungenschaften. Da dies die Zeit der großen Entdeckungen und Erfindungen war, – Erfindung von z. B. Auto, Motorrad, Telefon, Kühlschrank, Eisenbahn, wurden diese Motive auch im Bereich der Miniaturenherstellung und somit auch als Christbaumbehang, bevorzugt.

Ganz groß im Rennen waren, – und nicht nur im Bereich des Weihnachtsschmuckes, Miniaturdarstellungen des Zeppelin. Der Zeppelin wurde auch als Blechspielzeug hergestellt oder war auf Postkarten abgebildet. Motive und Gegenstände mit dem Thema „Zeppelin“ waren schon zu Zeiten, als ich selbst Anfang der 70er Jahre die ersten Flohmärkte besuchte, bei Sammlern sehr begehrt.

Zeppelin Christbaum Schmuck Weihnachtsbaum
Christbaumschmuck um 1900 mit dem Thema Zeppelin.

Ab ca. 1850 kam der uns wohlbekannte gläserne Baumschmuck auf. Zentrum war einmal mehr Thüringen, und hier vor allem Lauscha, welches in der Folgezeit auch für seine hervorragende Kunst der Christbaumschmuck-Herstellung bekannt werden sollte. Zur Verspiegelung der Oberflächen der Glaskugeln wurde anfangs eine Legierung aus Zinn und Blei benutzt, welche sich allerdings als äußerst gesundheitsschädlich für die vielen Glasbläser herausstellen sollte. Bereits ab etwa 1870 wurde anstelle der Zinn-Blei-Legierung Silbernitrat verwendet. Die so verspiegelten Rohlinge wurden anschließend entweder von Familienangehörigen der Glasbläser oder Heimwerkern mit Farbe und Glitzer versehen. Vertrieben wurde der gläserne Christbaumbehang durch Händler in der alten und bekannten Spielzeugstadt Sonneberg.

Voraussetzung für die Herstellung und insbesondere das Blasen der doch sehr dünnen Glaskugeln war der Aufbau einer Gasanstalt in Lauscha im Jahre 1867. Gas produziert eine sehr heiße Flamme und eine solche wird zum Blasen extrem dünner Kugeln benötigt.

Für die weitere Verbreitung und den Aufschwung des Thüringer Christbaumschmuckes sorgte der Amerikaner Frank Winfield Woolworth. Dieser hatte nur ein Jahr zuvor in Lancester/USA den ersten Laden seiner später berühmten Woolworth-Kette eröffnet. Er orderte riesige Mengen an Christbaumkugeln für seine Läden und machte sie somit in den USA bekannt, bereitete dort den Markt für den deutschen Christbaumschmuck vor.

Auch diesem Umstand war es zu verdanken, dass die Thüringer Manufakturen zumindest bis zum 1. Weltkrieg weltweit führend waren. Anfang der 20er Jahre begann man dann auch im böhmischen Gablonz, heute in Tschechien gelegen, Weihnachtsschmuck herzustellen. In den 30er Jahren gesellten sich dann noch polnische und US-amerikanische Manufakturen hinzu.

Gablonz Christbaumschmuck
Typischer Glasperlenschmuck aus Gablonz

Die bekannte Gablonzer Glasindustrie, unter Sammlern hoch angesehen, arbeitete und experimentierte viel mit Glasperlen. Bekannt sind die Gablonzer Kreuze aus Glasperlen. Die Glasperlen sind überdies ein typisches Merkmal und Unterscheidungskriterium gegenüber den Thüringer Manufakturen.

Lametta

Lametta gab es ursprünglich nur in der bekannten silber scheinenden Farbe und stand sybolisch für die winterlichen Eiszapfen der Nadelbäume in den Wäldern und Gärten. Der Name Lametta leitet sich vom lateinischen lamella – Metallblättchen – ab.

Lametta wurde, so weit ich mich erinnere, bis in die 70er Jahre aus Stanniol gefertigt. Stanniol kennzeichnete eine Legierung aus Blei und Zinn. Der silberne Glanz des Lamettas rührte vom Zinn her; sein Gewicht war dem Bleigehalt zu verdanken.Alter Kerzenhalter

Früher Kerzenhalter

Lametta konnte man vorsichtig mit einem Handtuch bügeln. So war es für das folgende Jahr wieder gebrauchsfertig.
Heutzutage findet man leider nur noch Kunststofflametta in vielen Farbvarianten, welchem jedoch die Ausstrahlung und der Charme des alten Lamettas fehlt.

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