Sammelbilder sammeln

Sammelbilder als Mittel von Werbung und Reklame

Viele kennen die kleinen Bilder, die es um die Jahrhundertwende um 1900 in Teepackungen, Schokoladenverpackungen oder Zigarettenschachteln als Werbezugabe gab. Die Sammelbilder trugen enorm zur Bekanntmachung und zum Verkauf der Produkte bei. Die Sammelbilder der verschiedensten Firmen sind sehr schön anzusehen. Dies liegt vor allem an der Herstellungstechnik, der Chromolithographie (Chromolithografie). Dieser brilliante Steinfarbendruck, der seine hohe Zeit von 1890 bis 1910 hatte, erzeugte prächtige Farben und führte bei den Sammelbildern zu einer hohen Qualität. Die Firma Liebig hat wohl die bekanntesten Sammelbilder beigegeben. Sie waren Beigaben zu den Produkten Liebigs seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Der berühmte Giessener Chemiker Justus von Liebig entwickelte ab 1840 den berühmten Fleischextrakt, den es auch noch heute gibt, und machte diesen durch Sammelbilder weltbekannt. Der Fleischextract, eine gallertartige Soße, entstanden durch Reduktion von 30 Kg Sehnenfleisch vom Rind auf 1 Kg und gehörte später im 1. Weltkrieg sogar zu den eisernen Rationen der Soldaten. Sammelbilder Deutsches KulturlebenDieser Fleischextrakt war alles andere als billig und gehörte eher zu den Luxusgütern. Dass er sich trotz des hohen Preises gut verkaufte, lag an den beigelegten exquisiten Sammelbildern. Es war überhaupt das Prinzip der Liebig’schen Produkte, für sie mit Sammelbildern beziehungsweise Sammelbilder-Serien zu werben. Eine Serie bestand zumeist aus sechs Bildern. Allein Liebig soll über 1130 Serien in die Reklame für Produkte investiert haben.

Die Werbestrategie griff um sich

Der große Werbeerfolg blieb natürlich nicht im Verborgenen und so gab es bald jede Menge Nachahmer dieser Werbeidee. Die Sammelbilder waren nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Erwachsenen sehr beliebt. Sie regten nicht nur zum Verkauf der Produkte, sondern auch zum Ergänzen der Bilderserien und somit generell zum Sammeln der Sammelbilder an. Sammelbilder haben auch gewissermaßen die Werbung beeinflusst; die Idee, Produkte mit gewissen Bildern oder Figuren zu assoziieren, hat hier einen ihrer Ursprünge. Ein schönes Beispiel war die Benzinmarke Esso mit ihrem Logo „Pack den Tiger in den Tank“; dieses Bild rief beim Käufer, dem Autofahrer, die Assoziation hervor, sein Gefährt beim Tanken auch mit besonders viel Kraft zu befüllen.

Noch einmal zur Technik der Herstellung

Wie ich eingangs erwähnte, war der Erfolg der Sammelbilder untrennbar mit der Chromolithografie verbunden. Ich bin im Sammelgebiet Grafik bereits auf die Lithografie, den Steindruck, eingegangen und habe dort die Farblithografie beschrieben. Die Farblithografie hatte während der Gründerzeit ihren absoluten Höhepunkt; die bestechend schönen Sammelbilder und Werbeplakate dieser Zeit erregen nicht umsonst das Spezialinteresse der Sammler. Sammelbilder von StollwerckDie Technik der Farblithografien lief gegen 1940 aus. Liebig nutzte diese noch bis zu jener Zeit, obwohl der Aufwand immer teurer wurde und daher mit der Zeit an der Qualität eingespart wurde. Die Brillianz der Sammelbilder der Jahrhundertwende wurde nie wieder erreicht. Dagegen wurde immer mehr der Drei- und Vierfarbendruck angewendet; durch Überlagerung der Grundfarben Rot, Gelb und Blau konnten alle Farben hergestellt werden. Als vierte Farbe, lediglich als Kontrastfarbe eingesetzt, kam manchmal noch Schwarz hinzu. Diese neue Technik wurde ab etwa 1900 -1910 immer mehr von Konkurrenten wie zum Beispiel Stollwerck angewendet. Meiner Meinung nach hat allerdings keine neue Technik, eingeschlossen der unserer heutigen Zeit, jemals wieder die Farbqualität der Chromolithographie erreicht.

Sammelbilder sind für viele Sammler ein unübersichtliches Feld

Vielleicht können nachfolgende Hinweise für manchen Sammler eine kleine Stütze sein. Die erste Firma, so viel weiß man bis heute, welche Sammelbilder zum Zwecke der Reklame den Produkten beigefügt hatte, soll Stollwerck gewesen sein. Von Stollwerck weiß man, dass bereits im Biedermeier noch vor den Gründerjahren Sammelbilder in den Produktpackungen waren. Welcher Qualität diese Bilder waren, lässt sich nicht mehr sagen. Die Farblithografie wurde, wie an anderer Stelle ausführlich erwähnt, erst im Jahre 1837 von Engelmann im Elsaß entwickelt. Mit dieser Technologie erzielte Liebig 1872 den großen Durchbruch auf dem Gebiet der Sammelbilder. Sammelbilder Wagner MargarineFünfunddreissig Jahre nach der Erfindung war der Farbsteindruck ausgereift, die Qualität überragend und die Bilder in großen Auflagen herstellbar. Auch das Pariser Kaufhaus „Au Bon Marche“ hatte 1853 mit den Werbebildchen begonnen. Lohnenswert scheint es also allemal, Sammelbilder von den frühen Firmen wie Liebig oder Stollwerck zu sammeln, und dann noch darauf zu achten, dass diese mit der Technik des Farbsteindrucks aus den Hochjahren bis 1910 hergestellt wurden. Es ist müßig zu erwähnen, dass sich um die Jahrhundertwende unzählige Firmen dieser Werbemethoden bedienten. Allein bei Liebig ist das Angebot unvorstellbar groß. Unzählige Serien, die meisten zu 6 Bilder pro Serie, haben von 1872 bis 1974 das Haus Liebig verlassen. Die Serien umfassen viele Themen und Gebiete, von Architektur über Märchen, Sport, Pflanzen, Personen bis zu Erfindungen und so fort. Für die kleinen Sammler des frühen 20. Jahrhunderts brachte dieser Sammelspaß mit der Freude an den bunten Bildchen also auch einen gewissen Lerneffekt. Die Sammelbilder gibt es in extra für den Sammelzweck hergestellten Sammelalben, wobei gefüllte frühe Alben von Liebig schon einmal eine vierstellige Eurozahl erreichen können. Echte Wagner SammelbilderAnsonsten, so gibt es auch die Verkaufsstatistik von Ebay her, liegen die Preise für die sechsteiligen Serien ab Seriennummer 200 bis 1138 von 5 Euro bis etwa 80 Euro. Für die frühen Seriennummern geht es ab circa 60 Euro je nach Erhaltung schon einmal bis zu mehreren Hundert Euro pro Serie. Serien mit Nummern unter 100 sind auch in ebay kaum zu bekommen. Liebig-Sammelbilder sind die gesuchtesten, daher auch die teuersten. Von den deutschen Unternehmen, welche ebenfalls mit Serienbildern warben, sind auch Stollwerck oder Palmin gesucht, wobei der Sammlerwert unter den Werten von Liebig angesiedelt ist.

3 Kommentare über “Sammelbilder”

  1. Bianka Steppan schrieb:
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    Palmin-Sammelalbum und ca. 370 Bilder, teilweise komplette Serien nur insgesamt abzugeben. Bei Interesse bitte mit Preisangabe melden.

  2. Ralf Meyer schrieb:
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    Hallo Herr Hölzel
    Der Wert unterscheidet sich von der Seltenheit der Bilder.
    Wären ein paar Bilder / Firmen/ Seriennummern / Bezeichnungen möglich.
    E-Mail:
    Meyer-Ralf@t-online.de

  3. R.Hölzel schrieb:
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    Sammelkarten aus privaten Familienbesitz, etwa 100 Stück, sehr gut erhalten, zum Teil Serien.Wer kann etwas über den heutigen Wert berichten? Die Karten stehen zum Verkauf.

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