Jean Höfler , Johann Höfler

Der Blechspielzeug Hersteller Jean Höfler Fürth

Der Blechspielzeug-Hersteller Jean Höfler wurde als Betrieb für die Herstellung von Metallwaren im Jahre 1923 in Fürth gegründet. Die Brüder Leonhard, Johann und Georg produzierten anschließend eigenständig in unterschiedlichen aber verwandten Richtungen. Während Leonhard seinen Focus auf die Herstellung von Metallwaren ausrichtete, Georg sich der Produktion von Werkzeug widmete, konzentrierte sich Johann auf die Erstellung von Blechspielzeug, aber auch Alltagsutensilien aus Blech wie zum Beispiel Blechknöpfen. Die Spielwarenproduktion soll erst im Jahre 1938 aufgenommen worden sein. Dies halte ich allerdings nicht für gesichert.

Die Firma Jean Höfler produzierte billige Massenware aus Blech wie Autos, Frösche, Schreihälse, Puppenhäuser, Billigeisenbahnen und ähnliches. Bekannt sind seine Blechfrösche oder später die Mercedes Rennwagen W 190 mit Garage. Das Markenzeichen der Firma beziehungsweise Logo bestand aus den Initialen J und H in einem dreiblättrigen Kleeblatt.Höfler-Jean

Logo der Firma Höfler

Die Firma Jean Höfler nach dem 2.Weltkrieg

Nach dem Krieg konnte sich Firmeninhaber Johann Höfler immer schlechter gegen die große Konkurrenz wie Schuco oder Märklin behaupten; die Auftragseingänge ließen nach. Das Sortiment der preiswerten Blechspielzeuge umfasste auch zusammensteckbare Autobahnen und Eisenbahnen. Die jeweiligen Autos und Eisenbahnen wurden per Uhrwerksantrieb bewegt. Darunter befand sich auch eine größere Achterbahn mit Holztürmen. Die dazu passenden Autos kann man in die Kategorie Pennytoys einordnen. Die Besserung und der Aufschwung kam mit dem Firmeneintritt des Schwiegersohnes von Johannes Höfler, Ernst A. Bettag. Dieser über unmittelbar nach seinem Studienabschluss als Ingenieur für Elektronik im Alter von 25 Jahren im Jahre 1954 die Geschäftsführung Firma und hatte noch im selben Jahr mit der Racing-Car Serie, Rennautos aus Blech, und zum Beispiel den erwähnten W 190 Rennwagen von Mercedes, großen Erfolg. Der Absatz dieser großen Blechautos, die eine Länge bis zu 41 cm aufwiesen, soll über einer Million gelegen haben.

Trotzdem erkannte der geniale Ingenieur Ernst Bettag schon sehr früh die Zeichen der Zeit, den allmählichen Untergang des Blechspielzeugs. Als einer der ersten Blechspielzeug-Hersteller überhaupt stellte er in nur kurzer Zeit die gesamte Produktion auf Kunststoff und Plastik um. Die alten Werkzeuge und Blechpressen wurden verkauft und der Neustart mit unter anderem kleinen Kunststoff-Figuren und kleinen Plastikautos. Die Gesamtpalette der damaligen Kunststoffproduktion in den 50er und 60er Jahren ist mir nicht bekannt, aber ich erwähne diese kleinen Figuren und Plastikautos, weil gerade diese heute ebenfalls bei Sammlern auf ansteigendes Interesse stoßen. Die Werkzeuge und Pressen für das Blechspielzeug scheinen nach deren Verkauf jedenfalls nicht verloren gegangen zu sein; in neuerer Zeit bietet der Spielzeug-Händler Tucher & Walther Replikas von Höfler-Blechspielzeug an, welches mit gerade diesen alten originalen Werkzeugen und Blechpressen hergestellt wurde.

Der Umstieg auf das Kunststoff-Zeitalter

Die Umstellung auf Kunststoff begann im Jahre 1956. Bald schon erschienen die kleinen Figuren, Cowboys, Indianer und die kleinen Plastikautos, oftmals als Beigaben oder in den an anderer Stelle schon erwähnten Wundertüten. Höfler-Plastikautos stehen neben den Plastikautos von Hammer mit an vordester Stelle bei den Spezialsammlern.

Sehr bald begann auch der sichtbare Umbau der Firma. Das Logo „JH im Kleeblatt“ wurde bereits 1959 abgelöst von einer Weltkugel, bereits drei Jahre später im Jahre 1962 wurde die Firma Jean Höfler umbenamt in „BIG“ und bekam 1966 das heute bekannte Firmenlogo, den Kraft ausstrahlenden Büffel.

Die Firma entwickelte sich infolge zu einem Marktführer bei Kunststoffspielzeug. So haben meine Kinder beide mit dem berühmten Bobby-Car gespielt, welches bis heute zu einem unnachahmbaren Erfolg wurde. Nicht vergessen werden soll das Spielzeug PlayBIG in den 70er Jahren, welches als Konkurrenzprodukt zu PLAYMOBIL einige Jahre Furore machte. „Jean Höfler“ beziehungsweise „Jean“ wurde als Markenzeichen bei BIG übernommen. Auf diese Weise lebt die alte Firma in der neuen weiter.

Ein Kommentar über “Höfler, Jean”

  1. Lutz Maeder schrieb:
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    Hallo Höfler-Kenner,
    hat die Firma Höfler eventuell auch einenkleinen Schienenbus mit Anhänger gebaut? Aus Blech zum Aufziehen?So in der Zeit der amerikanischen Besatzung?
    Bitte um Rückmeldung.
    MfG.
    Lutz Mader

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