Vintage Drucker

Alte Drucker sammeln – wenn das Rattern des Nadeldruckers Erinnerungen weckt

Wie wurde aus einem Arbeitsgerät ein Sammelobjekt?

Wer heute auf „Drucken“ klickt und wenige Sekunden später eine gestochen scharfe Farbseite in der Hand hält, kann sich kaum noch vorstellen, was früher auf dem Schreibtisch los war. Das Rattern eines Nadeldruckers, Endlospapier mit Lochrand, Farbbänder, Durchschläge und dieses typische Geräusch, das man noch zwei Zimmer weiter hörte.

Ich jedenfalls erinnere mich noch gut daran. Und wenn ich heute einen dieser alten Drucker sehe, ist dieses Geräusch fast sofort wieder im Ohr.

OKI Wiredot als erster serienmäßig hergestellter Nadeldrucker
Der OKI Wiredot gilt als erster serienmäßig hergestellter Nadeldrucker und als Meilenstein der Druckertechnik. (unter Zuhilfenahme von KI optimiert und erstellt)

Das Interessante dabei: Wir haben diese Geräte damals natürlich überhaupt nicht als sammelwürdig betrachtet. Ein Drucker war ein Arbeitsgerät. Wurde er zu langsam oder kam eine bessere Technik auf den Markt, wurde er ersetzt. Genau das macht alte Drucker heute aber interessant. Viele Geräte, die einst zu Hunderttausenden auf Schreibtischen standen, sind längst verschwunden.

Und plötzlich wird aus einem Stück Bürotechnik ein Zeitzeuge.

Für mich ist das ein wunderbares Sammelgebiet, weil sich daran innerhalb weniger Jahrzehnte eine geradezu unglaubliche technische Entwicklung nachvollziehen lässt.

Warum kann man alte Drucker überhaupt sammeln?

Zugegeben, ein Drucker besitzt auf den ersten Blick nicht unbedingt die Ästhetik einer alten Taschenuhr oder eines kunstvoll verzierten Eisenofens. Aber beim Sammeln geht es für mich eben nicht immer nur um Schönheit.

Es geht um Erinnerungen und Geschichte.

Alte Drucker erzählen davon, wie wir gearbeitet haben. Sie erzählen von den ersten Heimcomputern, von Büros voller Aktenordner und von einer Zeit, in der ein Computerausdruck noch etwas Besonderes sein konnte.

Besonders spannend wird es, wenn Drucker zusammen mit den Computern betrachtet werden, für die sie ursprünglich gedacht waren. Ein früher Heimcomputer mit dem dazugehörigen Drucker, Handbuch, Kabeln und vielleicht sogar einer ungeöffneten Packung Endlospapier ist für mich als Ensemble erheblich interessanter als das einzelne Gerät.

Und wie bei fast jedem Sammelgebiet gilt auch hier: Was vollständig erhalten geblieben ist, wird irgendwann besonders spannend.

Warum bleibt das Rattern des Nadeldruckers unvergessen?

Wenn es einen Druckertyp gibt, den wohl eine ganze Generation am Geräusch erkennen kann, dann ist es der Nadeldrucker.

Bei ihm schlagen kleine Nadeln über ein Farbband auf das Papier. Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile. Besonders schnell wirkte das damals nicht. Und leise schon gar nicht.

Dazu kam dieses wunderbare Endlospapier mit den seitlichen Lochstreifen. Nach dem Ausdruck wurden die perforierten Ränder abgetrennt. Wer sich noch an die langen Papierbahnen erinnert, die sich hinter dem Drucker auf dem Boden sammelten, weiß vermutlich sofort, was ich meine.

Heute empfinde ich gerade diese Mechanik als faszinierend. Man konnte hören, dass dort gearbeitet wurde.

Ein moderner Drucker erledigt seine Aufgabe nahezu beiläufig. Ein alter Nadeldrucker dagegen veranstaltete daraus ein kleines Ereignis.

Welche alten Drucker sind für Sammler interessant?

Nicht jeder ausrangierte Drucker wird automatisch zur Rarität. Interessant sind für mich vor allem Geräte, die für eine bestimmte technische Epoche stehen.

Dazu gehören beispielsweise frühe Nadeldrucker aus der Heimcomputerzeit, Drucker für Commodore, Atari oder Apple Computer, historische Geräte von Epson und IBM sowie frühe Modelle aus der Entwicklung des Tintenstrahl- und Laserdrucks.

Besonders interessant wird es bei Geräten, die heute nur noch selten vollständig auftauchen.

Originalkarton, Bedienungsanleitung, Treiberdisketten, Kabel und weiteres Zubehör können aus einem alten Drucker ein richtig schönes Technikensemble machen. Funktioniert das Gerät sogar noch, kommt natürlich ein weiterer Reiz hinzu.

Ich finde ohnehin: Einen alten Drucker nur anzuschauen ist eine Sache. Ihn nach Jahrzehnten wieder rattern zu hören, ist etwas völlig anderes.

Wie entwickelte sich die Drucktechnik vom Typenrad zum Laserdrucker?

Die Geschichte des Druckens am heimischen Computer ist erstaunlich abwechslungsreich.

Da gab es Typenraddrucker, deren Schriftbild an eine elektrische Schreibmaschine erinnerte. Dann kamen die Nadeldrucker, die gerade im Computerzeitalter enorme Verbreitung fanden. Später setzten sich Tintenstrahldrucker im privaten Bereich durch, während die Lasertechnik zunehmend auch außerhalb großer Büros Einzug hielt.

Für Sammler ist genau dieser Wandel interessant.

Denn plötzlich kann man eine technische Entwicklung anhand der Geräte selbst nebeneinanderstellen. Man sieht, wie die Gehäuse kleiner werden, wie Bedienelemente verschwinden, wie Displays hinzukommen und wie aus einem reinen Drucker schließlich ein Gerät wird, das zusätzlich scannt und kopiert.

Ein kleines Stück Technikgeschichte auf dem Schreibtisch.

Warum ist alte Bürotechnik ein eigenes Sammelgebiet?

Wer einmal damit anfängt, bleibt vermutlich ohnehin nicht beim Drucker.

Sehr schnell landet man bei Schreibmaschinen, mechanischen und elektronischen Rechenmaschinen, frühen Faxgeräten, Diktiergeräten oder den ersten Taschenrechnern.

Gerade diese Kombination gefällt mir.

Ein vollständig eingerichteter Schreibtisch aus den 1970er- oder 1980er-Jahren kann heute beinahe wie eine kleine Zeitkapsel wirken. Das Telefon mit Wählscheibe, die Schreibmaschine, daneben vielleicht schon ein früher Computer und irgendwann schließlich der erste Drucker.

Viele dieser Dinge haben wir selbst erlebt. Vielleicht macht sie gerade deshalb für uns heute schon sammelwürdig.

Wann wird ein alter Drucker wertvoll?

Diese Frage ist schwieriger zu beantworten als beispielsweise bei Münzen oder Briefmarken. Bei alten Druckern existiert kein so klar strukturierter Sammlermarkt.

Ich würde deshalb nicht den Fehler machen, jeden alten Drucker vom Dachboden automatisch für wertvoll zu halten.

Interessant können vor allem seltene Modelle, frühe Geräte bekannter Hersteller, Drucker mit engem Bezug zu gesuchten historischen Computersystemen sowie vollständig erhaltene Exemplare sein.

Auch hier spielen Zustand und Originalität eine große Rolle. Ein vergilbtes Gehäuse muss bei einem jahrzehntealten Computergerät nicht zwangsläufig schlimm sein. Fehlende Abdeckungen, gebrochene Kunststoffteile oder ein zerstörter Druckmechanismus sind dagegen schon eine andere Sache.

Und dann gibt es natürlich noch diesen besonderen Fall: Ein Gerät ist selten, weil damals schlicht kaum jemand daran dachte, es aufzubewahren.

Genau solche Geschichten liebe ich beim Sammeln.

Was unterscheidet den alten Nadeldrucker vom modernen Farblaser?

Besonders deutlich wird die Entwicklung, wenn man einen solchen alten Drucker einmal neben ein modernes Gerät stellt.

Wo früher Nadeln lautstark über ein Farbband auf Endlospapier hämmerten, stehen heute kompakte Multifunktionsgeräte auf dem Schreibtisch. Drucken, Kopieren und Scannen sind selbstverständlich geworden, und selbst Farblaserdruck ist längst keine Technik mehr, die ausschließlich großen Unternehmen vorbehalten ist.

Wer sich einmal anschauen möchte, wie sich aktuelle Geräte innerhalb derselben Geräteklasse unterscheiden, findet beispielsweise einen ausführlichen Vergleich des HP Color Laser MFP 178nwg und HP Color Laser MFP 179fwg bei TonerPartner.

Ich finde diesen Blick in die Gegenwart gerade in einem Artikel über historische Drucker interessant. Denn vermutlich hat auch vor 30 oder 40 Jahren niemand seinen damals neuen Drucker angesehen und gedacht: Den stelle ich besser auf den Dachboden, vielleicht wird daraus irgendwann einmal ein Sammlerstück.

Und wer weiß, über welche unserer heutigen Geräte Sammler in weiteren 40 Jahren genauso sprechen werden.

Worauf sollte man beim Sammeln alter Drucker achten?

Wer in dieses Sammelgebiet einsteigen möchte, sollte meines Erachtens nicht wahllos jedes alte Gerät mitnehmen. Dafür nehmen Drucker schlicht zu viel Platz ein.

Ich würde auf einige Dinge besonders achten:

  • Alter und technische Bedeutung: Steht das Modell für eine bestimmte Entwicklungsstufe der Drucktechnik?
  • Seltenheit: Wie häufig findet man das Gerät heute überhaupt noch?
  • Zustand: Ist das Gehäuse vollständig und der Druckmechanismus erhalten?
  • Funktionsfähigkeit: Ein funktionierendes historisches Gerät besitzt einen ganz besonderen Reiz.
  • Originalzubehör: Handbücher, Kabel, Disketten, Farbbänder und Verpackungen machen ein Exemplar interessanter.
  • Bezug zu historischen Computersystemen: Gerade passende Originaldrucker können eine bestehende Computersammlung wunderbar ergänzen.

Wichtiger Sicherheitshinweis: Alte Elektronik würde ich nach jahrzehntelanger Lagerung nicht einfach bedenkenlos an die Steckdose hängen. Kondensatoren, Netzteile und andere Bauteile altern ebenfalls. Im Zweifel sollte sich jemand das Gerät ansehen, der sich mit historischer Elektronik auskennt.

Warum begeistert mich dieses Sammelgebiet?

Vielleicht gefällt mir an alten Druckern besonders, dass sie noch gar nicht so richtig alt erscheinen.

Ein Eisenofen aus dem 19. Jahrhundert ist für jeden erkennbar historisch. Bei einem Nadeldrucker aus den 1980er-Jahren sieht das anders aus. Viele von uns haben damit selbst gearbeitet.

Und trotzdem ist diese Technik inzwischen weitgehend aus unserem Alltag verschwunden.

Genau an diesem Punkt beginnt für mich häufig das Sammeln.

Man hebt etwas auf, weil es Erinnerungen weckt. Jahre später stellt man fest, dass fast alle anderen Exemplare entsorgt worden sind. Und irgendwann stehen Menschen auf einem Flohmarkt davor und sagen:

„So einen hatten wir früher auch!“

Ich glaube, es gibt kaum einen schöneren Satz für einen Sammler.

Mein Fazit: Heute Elektroschrott, morgen Technikgeschichte?

Alte Drucker sind sicherlich kein Sammelgebiet für jeden. Sie brauchen Platz, können schwer sein und lassen sich nicht so bequem in einer kleinen Vitrine unterbringen wie Briefmarken oder Münzen.

Aber sie erzählen eine fantastische Geschichte.

Vom Typenrad über das Rattern der Nadeldrucker und das Endlospapier bis hin zum modernen Farblaserdruck lässt sich an ihnen ein Stück unserer jüngeren Technikgeschichte nachvollziehen.

Und vielleicht sollten wir deshalb gelegentlich etwas vorsichtiger sein, bevor wir ein vermeintlich völlig überholtes Gerät entsorgen.

Denn genau so entstehen Raritäten.

Nicht unbedingt deshalb, weil etwas von Anfang an selten war.

Sondern manchmal einfach deshalb, weil fast alle anderen es weggeworfen haben.