Sammeln von Werbung oder Reklame
Im Bereich der Werbung und insbesondere der früheren Reklame liegt für den Sammler ein weites potentielles Betätigungsfeld. Ich selbst habe mich, neben der Liebe zum Blechspielzeug, auf die Requisiten und Werbestücke der 60er Jahre konzentriert, weil insbesondere an diesem Jahrzehnt viele eigene Jugenderinnerungen geknüpft sind. Das Zusammentragen umfasst hierbei eigentlich alle einigermaßen transportablen Gegenstände dieses Zeitalters, wobei der überwiegende Teil in irgendeiner Form mit Reklame zu tun hat. Meine Teile stammen von Sarotti, von Melitta, von einzelnen Zigarettenfirmen und vielen anderen, wobei jedes dieser Gebiete für sich betrachtet schon ein eigenes lohnenswertes Sammelgebiet wäre.

Frühe Reklame der Firma Aeroxon für Fliegenfänger – das ca. 23×23 cm große dünne Papier wurde beim Verkauf als Einwickelpapier genutzt
Auch die Formen von Werbung oder Reklame sind sehr unterschiedlich; in der früheren Zeit der Reklame waren sie allerdings sehr viel differenzierter. Werbung im heutigen Sinne kennen wir hauptsächlich als Wirtschaftswerbung; sie besaß ihren Ursprung in den Anfängen der industriellen Revolution mitte des 19. Jahrhunderts. Sie hat lange nichts mehr gemein mit den Werbetafeln, wie wir sie noch von den Römern aus Pompeji kennen, – um nur kurz auf früheste Formen des Werbens für Alltags- oder Gebrauchsgüter hinzuweisen. Bis weit in das 20. Jahrhundert kannte man den Begriff “Werbung” noch nicht. Dieser kam erst in den 20er Jahren auf. Bis dahin wurde von “Reklame” gesprochen, abgeleitet vom französischen “reclamer”, was mit “anpreisen” übersetzt werden kann. In diesem Zusammenhang denkt man unwillkürlich an die Marktschreier der mittelalterlichen Märkte. Mir selbst ist noch aus den 60er Jahren der gängige Ausdruck “Reklame” geläufig.
Wenn Werbung verbunden ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung, so ist sie ebenso verbunden mit der künstlerischen Gestaltung der Werbemittel. Nicht selten waren es bekannte Künstler, welche zur grafischen Gestaltung engagiert wurden,- vergleiche hierzu die Artikel zu Werbekarten und Werbeplakaten.
Auch aus diesen Gründen ist die gestaltete Werbung immer auch ein Spiegelbild des jeweiligen industriellen und gesellschaftlichen Zustandes seiner Zeit, sie gibt uns auch Auskunft über die seinerzeitlichen Moden und Bedürfnisse.
Reklame der Firma Underberg aus den 50er Jahren. Die Werbeaufforderung “Vor dem Essen – nach dem Essen” dürfte heute undenkbar sein!
Werbung präsentiert sich heute in allen Bereichen unseres alltäglichen Lebens. Auf den verschiedensten Werbemitteln stellt sie sich dar im Fernsehen, im Kino, in Zeitungen und Zeitschriften, in Geschäften, sogar in Bus oder Bahn.
Hierbei sind es die unterschiedlichsten Werbemittel oder Werbemedien, welche für den Sammler interessant sind. Hierbei sind die Intentionen sehr unterschiedlich. Man kann sowohl nach einzelnen Firmen sammeln, zum Beispiel ausschließlich Sarotti, man kann nach Branchen, zum Beispiel Zigaretten- und Tabakhersteller, sammeln oder aber man widmet sich dem einzelnen oder mehreren ausgesuchten Werbemitteln. Wir wollen im Rahmen unserer Webseite auf viele dieser Werbemittel eingehen. Aufgrund der Vielfalt werden wir sie nicht alle unter dem Sammelgebiet “Werbung Reklame” unterordnen, sondern sie, wie zum Beispiel “Werbeplakate” oder “Werbekarten” wie ein eigenes Sammelgebiet behandeln.
Das untere Bild zeigt Werbung von Catalina Moden aus dem Jahre 1952. Der laszile Stil der Nachkriegszeit, der auch den amerikanischen Einfluss präsentiert, gibt einen Eindruck über das neue Lebensgefühl.
Beliebte Sammelgebiete im Bereich der Werbemittel sind Blechschilder und Emailleschilder, aber auch Schilder aus z.B. Imoglas, einem preiswerten Emailleersatz, der in den 50er Jahren aufkam. Andere Werbemittel sind Werbeposter und Werbeplakate, Werbefiguren wie HB-Männchen, Sarotti-Mohr oder die Fernsehfigur Wum (Thööölke!), Sammelbilder, Menukarten oder die beliebten Werbebeilagen und Werbezugaben sowie viele andere Werbemedien, auf welche wir nach und nach eingehen werden.
