Adventskalender Weihnachtskalender

Geschichte des Adventskalenders

Die Entwicklung des Adventskalenders reicht zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es sind selbstgebastelte Formen von Adventskalendern aus dieser Zeit bekannt. Dahinter stand die Idee, den ungeduldigen Kindern die Zeit bis Weihnachten, also die Zeit bis zur Bescherung zu verkürzen. Und wie sollte dies besser funktionieren als mit kleinen täglichen Überraschungen und Geschenkchen, welche auf den „großen Tag“ vorbereiteten. Der Adventskalender half, die Tage ab dem 1. Dezember bis zum Heiligen Abend am 24. Dezember ab- oder mitzuzählen.
Am bekanntesten dürfte der Kranz mit 24 Kerzen gewesen sein. Die Idee des Abzählens bis Weihnachten erweckte auch das Interesse kommerzieller Verlage.
Kurz nach der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert erschienen erste Verlage mit gedruckten, also industriell hergestellten Adventskalendern. Mancherorts wird vermutet, dass der erste gedruckte verkäufliche Kalender 1902 in Hamburg erschienen sei.

Sicher ist jedoch, dass im Jahre 1904 Gerhard Lang, Sohn eines Pfarrers aus dem schwäbischen Maulbronn, seinen ersten Kalender fertigte. Die Kalender hießen übrigens vor dem 1. Weltkrieg zumeist noch „Weihnachtskalender“. Der Begriff Adventskalender bürgerte sich erst danach ein.
Der von Gerhard Lang angefertigte Weihnachtskalender war ein Ausschneidekalender und erschien im Jahr 1904 als Beilage im „Neuen Tagblatt Stuttgart“. Dieser Weihnachtskalender „Im Lande des Christkinds“ wurde dann wohl erstmals kommerziell vom Verlag „Reichhold & Lang, München“ in 1908 angeboten.
Die „Geburt“ des Adventskalenders würde ich demnach auf das Jahr 1904 festmachen. Diese ersten käuflichen Weihnachtskalender besaßen jedoch noch nicht die uns so vertrauten 24 Türchen, sondern waren entweder als Uhr, zum Ausschneiden o.ä. konzipiert.

Kalender mit Türchen sind erst ab 1920 bekannt, also in etwa ab dem Zeitpunkt, ab welchem sich die „Weihnachtskalender“ namentlich weitgehend in „Adventskalender“ änderten. Der schon erwähnte Pfarrersohn Gerhard Lang war dabei einer der Pioniere. Seine im eigenen Verlag „Reichhold und Lang“ bis zur Schließung im Jahre 1940 geschaffenen kunstvollen Adventskalender gelten heute als beliebtes Sammelgebiet der Spezialsammler. Wir sollten darüber hinaus allerdings nicht die vielen anderen Verlage vergessen, die sich im Soge von „Reichhold und Lang“ gebildet hatten!

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