Schuluhren

Im weiten Spektrum des Uhrensammelns gibt es, wie auch in anderen Sammelgebieten, Spezialbereiche, die etwas aus der Norm fallen. Der Bereich der Schuluhren gehört ganz gewiss hierzu.

Uhrmacherschulen als Ausbildungsstätten für Uhrmacher

Aber was sind überhaupt Schuluhren? Woher kommt diese seltsam anmutende Bezeichnung? Sie hat, wie der Name schon besagt, mit Schule zu tun. Schulen, an welchen spätere Uhrmacher ausgebildet werden. Geburtsstätte solcher Uhrmacherschulen war die Schweiz. Dort existieren sie seit dem frühen 19. Jahrhundert. Die Uhrmacherschulen waren die Basis und auch Voraussetzung für die herausragende Stellung, welche schweizerische Uhrmacher weltweit innehaben. Die älteste dieser Ausbildungs- und Forschungsstätten wurde bereits im Jahre 1823 in Genf gegründet. Insbesondere in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts folgten weitere Gründungen in La Chaux-de-Fonts (1865), St. Imier (1866) und Le Locle (1868), die den Ruf der Schweizer Uhrmacher weiter festigten.
Aber auch in den deutschen Qualitätszentren der Uhrmacherkunst wurde früh an Uhrmacherschulen ausgebildet. Die älteste ist wohl die im Jahre 1850 in Furtwangen etablierte Schule. Die bekannteste dürfte die Deutsche Uhrmacherschule in Glashütte gewesen sein. Sie wurde im Jahre 1878 gegründet.

Uhrmacherschule GlashütteDeutsche Uhrmacherschule in Glashütte, Ansicht aus den 30er Jahren

Mehr über Schuluhren

Mit Schuluhren sind nicht die relativ großen Uhren, wie wir sie aus den Gängen und Fluren von altehrwürdigen Lehranstalten kennen, gemeint, sondern eher die Abschlussarbeiten der Schüler der Uhrmacherschulen, vergleichbar etwa mit dem Meisterstück im Handwerk oder auch dem Gesellenstück nach der Lehrzeit.
Solche Schuluhren sind recht selten. Sie sind zudem Unikate, da sie ja Abschlussarbeiten der Prüflinge waren. Jeder Prüfling war für seine eigene Abschlussuhr verantwortlich. Gleich waren allenfalls die Einzelteile von Uhren, nichts anderes als Rohteile, welche den Prüflingen vorgelegt wurden, um daraus eine funktionsfähige Uhr zu bauen. Zumeist war es lediglich ein Rohwerk oder Rohgehäuse, auch als Kaliber bezeichnet, welches die Probanten mit eigens gefertigten Teilen komplettieren und funktionsfähig gestalten mussten. Zu dieser sogenannten Veredelung der Rohteile gehörte unter anderem das Einpassen der Rohteile, Anglieren und Schleifen von Hebeln und Federn, Stabilisieren der Einzelteile bis hin zum Ausstatten mit Goldscharnieren oder Versehen mit Diamantsteinen. Zum Veredeln der Oberflächen gehörte auch das Polieren der Schrauben, das Versehen von Brücken mit Perlagen oder auch das thermische Bläuen.

Das Sammelgebiet

Die Schuluhren fristen immer noch ein Nischendasein. Dabei ist es ein faszinierendes Sammelgebiet im Bereich der Uhren. Die zum Teil sehr namhaften Schüler haben sich mit der Veredelung oftmals selbst übertroffen. Die Unikate sind natürlich selten, da man natürlicherweise seine selbst angefertigten Gesellen- und Meisterstücke behält und nicht dem Verkauf preisgibt. Ich denke, dass diese Einzigartigkeit den Schuluhren, was ihre Wertbeständigkeit und Wertsteigerung angeht, in der Zukunft noch einige positive Überraschungen beschert.

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