IWC – Uhren

Der Beginn 1868 – die Ära Jones

IWC, die International Watch Company, wird wird in diesem Jahr 2014 genau 146 Jahre alt. Das ist fürwahr ein gepflegtes Alter und Anlass, den Werdegang dieses Luxusuhren-Hersteller aus Schaffhausen einmal genauer zu betrachten.

Es waren zwei Männer, die für den Beginn der Firma IWC standen, nämlich Johann Heinrich Moser aus Schaffhausen sowie Florentine Ariosto Jones (1841 – 1916) aus Boston. Jones war Uhrmacher und Ingenieur und leitete in Boston USA eine der größten amerikanischen Uhrfabriken. Seine Idee war, aufgrund der hohen Löhne in den USA Uhren im Uhrmacherland schlechthin, der Schweiz, zu produzieren. Diese dort hochwertig produzierten Uhren wollte er dann in den USA verkaufen. Die beiden taten sich zusammen und Jones gründete im Jahre 1868 in Schaffhausen, einer Stadt mit einer langen Uhrmachertradition, in den Industriegebäuden von Moser die Firma International Watch Company (IWC).

IWC begann die Produktion mit den damals üblichen Taschenuhren. Berühmt war das sogenannte Jones-Kaliber; diese Taschenuhren ab 1868 besaßen eine Schweizer Ankerhemmung, eine Breguet-Spirale sowie eine bimetallische Kompensationsunruh. Die Feinregulierung geschah durch sehr lange Rückerzeiger. Kurz nachdem die Firma in eine AG gewandelt wurde, konnte 1875 ein Neubau am Rhein errichtet werden; dieser Neubau fungierte seit diesem Zeitpunkt als Stammhaus von IWC. IWC beschäftigte damals bereits 196 Mitarbeiter.

Johannes Rauschenbach-Vogel und die ersten großen Erfolge

Der Export hochwertiger Uhren in die USA hatte jedoch nicht den beabsichtigten Erfolg, so dass Jones seine Mission aufgab. Er verließ Schaffhausen und kehrte in die USA zurück. Nachdem zwischenzeitlich die Schaffhauser Handelsbank das Unternehmen übernahm und der Amerikaner Frederic Seeland als Direktor fungierte, wurde bereits 1880 der Schaffhauser Fabrikant Johannes Rauschenbach-Vogel neuer Besitzer des Unternehmens. Seit diesem Jahr ist IWC ein reines schweizerisches Unternehmen. Für die nächsten Generationen führt die Rauschenbach-Sippe die Geschicke der Firma. Interessant dabei ist, dass zum Familienkreis auch der weltberühmte Psychiater C.G. Jung gehörte, der mit einer gebürtigen Rauschenbach verheiratet war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts brachte IWC einige Innovationen auf den Markt. Bei Sammlern sehr gefragt sind die ersten Uhren mit digitaler Anzeige nach dem System des österreichischen Ingenieurs Pallweber 1885. Neben den „Pallweber-Uhren“ sind die kurz darauf erschienene „Magique“ sowie die 1993 erschienen „Kaliber 52“, das sogenannte „Kaliber Schaffhausen“ von Bedeutung. Für den Sammler ist von Interesse, dass seit 1882 alle Uhren, die das Werk verlassen, so dass man Original von Duplikat unterscheiden kann. in einem Stammbuch verzeichnet werden.

Die erste Armbanduhr verlässt das Werk im Jahre 1899. Hierfür werden zunächst die kleineren Uhrwerke Kaliber 63 und 64 der Damen-Taschenuhren verwendet. Sie werden einfach in kleinere Gehäuse untergebracht.

Nach der Jahrhundertwende übernimmt Ernst Jakob Homberger, der mit Bertha Rauschenberg verheiratet war, die Geschicke der Firma. IWC produziert in Folge hervorragende Armbanduhren. Für den Sammler sind besonders interessant die rechteckige Uhr mit dem berühmten Kaliber 87 von 1931, die sogenannte „Portugieseruhr“ ab 1939, die „W.W.W.“ (Watch, Wrist, Waterproof) im Jahre 1944 für die britische Armee sowie die legendäre Fliegeruhr „Mark 11“ aus dem Jahre 1948. 1950 erscheint der erste automatische Aufzug mit Kaliber 85. Das besondere Design der IWC-Uhren äußert sich auch in den jeweils zum Ausdruck kommenden Zeitstilen. So sind viele Zifferblätter der 30er Jahre den typischen Stil des Art Deco.

IWC stellt Uhren der Spitzenklasse her

Nachdem 1944 Albert Pelleton die Leitung der Firma übernommen hatte, sorgte dessen Nachfolger Hans Ernst Homberger dafür, dass IWC bis 1977 in Familienhand blieb. In diese Zeit fielen noch die Entwicklungen der ersten automatischen Frauen-Armbanduhr mit Kaliber 44 im Jahre 1959, die Taucheruhr „Aquatimer“ 1969 und im selben Jahr die „Da Vinci“ als erster IWC-Uhr mit Quarzwerk.

Kurz vor Übernahme des Unternehmens durch den deutschen Instrumentenhersteller VDO Schindling begann IWC die Produktion von sogenannten komplizierten Uhren, zum Beispiel, mit Mondphasenanzeige, Kalendarium oder Kompass. Beim Material kommt Titan ins Spiel, die Taucheruhren werden zunehmend druckfester konstruiert. Ein neuer Höhepunkt ist die „Da Vinci“ aus dem Jahr 1985 mit einem Ewigen Kalender, der auf 500 Jahre im Voraus gerechnet wurde.

In den 90er Jahren setzt IWC das Update ihrer Erfolgsuhren wie „Da Vinci“, „Portugieser“ oder der Fliegeruhren fort. Das absolute Highlight war allerdings 1993 die „Il Destriero Scafusia“, eine Armbanduhr, welche sämtliche Innovationen in sich vereinte, die komplizierteste mechanische Armbanduhr weltweit zu jener Zeit. Sie besaß 21 komplizierte Funktionen und wurde in einer Auflage von nur 125 Stück produziert.

In die letzten Jahre der VDO-Aera fallen 1998 und 1999 die Fliegeruhr „UTC“ sowie die Taucheruhr „GST Deep One“ mit mechanischem Tiefenmesser.

Im Jahre 2000 Wird IWC von Richemont, einem Konzern, der auf Luxusartikel in verschiedenen Segments spezialisiert ist, übernommen. Diese Aera dauert bis zum heutigen Tage an.

siehe auch

Alte Uhren

Armbanduhren

Schwarzwalduhren

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