Schmuck während der höfischen Zeit

Beginn in der Renaissance

Die Renaissance belebte die Formen der Antike, ohne diese auf die Schmuckformen zu übertragen. Der Schmuck war entsprechend an das Leben der reichen Schichten, der reichen Händler und Kaufleute wie den Medici in Florenz angepasst. Schwere Goldketten, Perlenketten, Haarreifen, schwerer teurer Schmuck; das Schmuckwesen der Frührenaissance besaß nichts Filigranes. Letzteres entwickelte sich erst mit dem Aufkommen der religiösen Revolutionen, der Glaubenskriege, der Reformation, dem Aufkommen des Humanismus, der Entwicklung der Städte.

Kostbarkeiten des Barock und Rokoko

Die Zeit der Hochrenaissance wurde auch zu einer hohen Zeit der Goldschmiedekunst, der Juwelierkünstler, die nun aus dem Schatten des Handwerklichen traten und zu wahren Künstlern mutierten. Der Schmuck geriet nun farbiger und kleinteiliger. Dieser italienische Einfluss der Renaissance änderte sich im anschließenden Barock und des Rokoko. Diese höfische Zeit stand unter französischem Einfluss. Die Zeit des Prunks hinterließ ihre Spuren auch beim Schmuck. Der Reichtum am Hofe gepaart mit der Juwelierkunst der damaligen Zeit führte dazu, dass immer öfter kostbare Juwelen begehrt waren, Diamanten und Rubine standen in der Gunst ganz oben. Bei den Metallen eroberte sich Silber gegenüber Gold eine Spitzenstellung, besonders inVerbindung mit Juwelen. Die Zeit der Broschen, der Ohrringe begann, der in Silber gefassten Edelsteine, hin und wieder mit Email umfasst. Am Ganzen arbeiteten neben den gut ausgebildeten Goldschmieden eine Riege hochqualifizierter Ornamentstecher, die die filigrane Vorarbeit leisteten. Nach dem Erschließen der riesigen Diamantenvorkommen in Südamerika wurde der Diamant zum favorisierten Edelstein am Hofe. Hinzu kam, dass sich die Kunst des Schleifens immer weiter entwickelte, der Schliff immer mehr Facetten aufwies. Dieser Facettenschliff löste den bis Mitte des 17. Jahrhunderts üblichen Cabochonschliff, der eine einfache nach oben gewölbte Fläche erzeugt, ab.

Erste Massenproduktionen

Aber ausgerechnet aus dem höfischen Bereich des hohen Mittelalters kamen später Anstösse für neue billige Materialien, unter welchen sogar Hartgummi zu finden war. Eingefärbtes Glas, Onyx, eine dunkle Quarzart, Jett oder Gagat, fossile Hölzer im Stadium der Verkohlung, wurden vorwiegend als Trauerschmuck verwendet und öffneten damit natürlich auch die Pforten zur Käuferschaft im bürgerlichen Lager. Hinzu kam Eisen als Material, welches filigran bearbeitet werden konnte und unter dem Begriff „Berliner Eisen“ schon zur Zeit des Biedermeier berühmt wurde. Berliner Eisen wird heute hoch gehandelt, wobei nicht das Ausgangsmaterial der Grund für die hohen Benotungen ist, sondern die kunstvolle Ausgestaltung der verschiedenen Objekte. Der Boden für Schmuck aus weniger teuren Stoffen war bereitet; erste Massenfabrikationen gründeten sich zum Beispiel in Gablonz, das bereits für Weihnachtsschmuck bekannt war. Zusammen mit der Erfindung der Kunststoffe sollten bald ungeahnte Möglichkeiten bezüglich der Vielfalt von Modeschmuck entstehen.

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