Papiersoldaten sammeln

Über das Hobby Papiersoldaten sammeln

Papiersoldaten sammeln ist ein Hobby, das bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück geht. Die Papiersoldaten stammen überwiegend von Ausschneidebögen. Die Qualität der Papiersoldaten reichte von den günstigen Holzschnitten bis hin zu aufwändig handgemalten Exemplaren. Die Papiersoldaten mussten bezüglich der Sammelleidenschaft die Konkurrenz mit den Zinnsoldaten oder den günstigeren Bleisoldaten aushalten. Kleine Soldaten zu sammeln, war eben schon immer eine Leidenschaft nicht nur der Kinder, um mit ihnen zu spielen, sondern durchaus auch der Erwachsenen. Scheinbar macht es doch in jedem Alter Spaß sich seine eigene kleine Armee aufzubauen. Ich habe selbst in meiner Kindheit gerne mit zunächst Burgen aus Pappmache mit entsprechend aufgestellten Ritterheeren oder später mit Bleisoldaten, die mir mein Vater immer zu Weihnachten goss, und dann auch mit Panzern gespielt. Die Panzer gab es bei Gama, einem der großen Hersteller für Blechspielzeug, sogar mit Funkenschlag. Ein Militarist ist deshalb aber nicht aus mir geworden.Soldat aus einer Gruppe von Papiersoldaten

Zur Geschichte der Papiersoldaten

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts tauchten die Papiersoldaten in Frankreich und in Deutschland auf, wenige Jahre später auch in den USA. Dort wurden sie ebenfalls auf Papierbögen produziert. Die Herstellung war günstig, weil eben aus Papier, so dass man entsprechende Bögen mit farbigen Papiersoldaten schon in den alten Kolonialwaren- und Kaufmannsläden beim Einkauf mit dazu gab. Die Bögen wurden also schon sehr früh als Werbemittel in Werbung und Reklame eingesetzt. Die Papiersoldaten dürften ebenfalls wie die Comics ihren Ursprung in den Neuruppiner Bilderbögen, auch auf diesen wurden unter anderem bereits Soldaten dargestellt, sowie den Druckereien in Epinal in den Vogesen haben. In Epinal wurde zum Beispiel bereits im Jahre 1796 die Firma Pellerin gegründet, welche Bögen mit Papiersoldaten druckte. In Deutschland bietet das Museum in Neuruppin den größten Überblick an Papierbögen aller Art und selbstverständlich auch von Papiersoldaten. Für viele ist allerdings Straßburg und das Elsaß die Wiege der Papiersoldaten. Bekannte Hersteller von Papierbögen waren die Firmen Fischbach und Silbermann in Straßburg. Auch in den anderen Städten Nordostfrankreichs wie zum Beispiel Metz oder Colmar wurden sie hergestellt. Im 19. Jahrhundert waren die Hersteller-Verlage schon weit über Europa verteilt. Neben den alten Stätten im Elsaß wurden die Bögen auch verbreitet in Paris, in vielen Großstätten Deutschlands wie Frankfurt, Nürnberg, München, Augsburg, Mainz, Hamburg, Magdeburg und natürlich weiter in Neuruppin hergestellt. Dazu kamen Wien und die Firma Schreiber aus Esslingen mit recht hohen Marktanteilen.

Papiersoldaten-Serien fanden auch als Werbezugabe Verwendung

In den USA sind den Sammlern die Firmen von John McLoughlin, Fletcher Company aus Minneapolis, Parker Brothers sowie dem deutschstämmigen Gustav Heerbrandt bekannt. John McLoughlin produzierte in New York von 1828 bis 1941, davon ab 1857 Papiersoldaten. Bekannt sind seine Papiersoldaten des Deutschen Reiches. Heerbrandt wurde unter anderem bekannt durch seine Darstellungen der Unionstruppen des amerikanischen Bürgerkrieges. Fletcher produzierte sogenannte Klappkarte zum Ausschneiden, welche Soldaten der österreichischen Feldartillerie darstellten. Die USA waren auch Vorreiter beim Einsetzen der Soldatenbögen im Werbebereich. Papiersoldaten wurden beim Verkauf von Seife, Waschpulver, Kaffee oder Zigaretten als Zugabe mitgegeben. Typisch für die USA waren um die Jahrhundertwende die Angabe des Wehrsoldes auf der Rückseite der Bögen. Solch Exemplare sind natürlich besonders gesucht! Bekannte Serien in den USA waren 1883 die Old Guard Grenadiere und Husaren, 1896 Lord Cornwallis in Yorktown, 1904 der Angriff auf Port Arthur oder 1917 eine Auswahl amerikanischer Waffengattungen. In den USA waren auch viele Raubkopien europäischer Hersteller verbreitet. So wurden oftmals Originale von Schreiber aus Esslingen kopiert. Raubkopien wird man wahrscheinlich in der Hand haben, wenn Vorlagen von Schreiber auf der Rückseite mit amerikanischer Werbung bedruckt sind. Solche Exemplare sind allerdings auch sehr gesucht. Verbreitet waren die Papiersoldaten auch in Italien, Spanien, Dänemark, Polen, Frankreich, Großbritannien, sogar der Tschechoslovakei (heute Tschechien und Slovakei). Außer auf den Ausschneidebögen gab es Papiersoldaten auch einzeln in Zigaretten- oder Schokoladenpackungen.

Kriege fachten die Produktion an

Belebend für das Geschäft waren, wie soll es bei Soldaten anders sein, Kriege! Jeder neue Krieg fachte den Umsatz an wie zum Beispiel die Burenkriege Ende des 19. Jahrhunderts, der 1. Weltkrieg 1914 oder der Spanisch-Amerikanische Krieg 1898. So wurde dem Magenbitter „Prickly Ash Bitters“ ab 1899 Exemplare der Rough Riders, also der berühmten Rauhen Reiter bei ihrem Angriff am San-Juan-Hügel beigelegt. Das Nachstellen dieser Militärattacke war ein beliebtes Kinderspiel!

Dem Sammler ist Detailtreue wichtig

Dem heutigen Sammler von Papiersoldaten kommt es auf Authentizität an; die Uniformen, die Zusammenstellung der Einheiten sollte möglichst detailgetreu sein. So sollten bei den britischen Kolonialtruppen auch die einverleibten Soldaten anderer Länder erkennbar sein. Insofern unterscheidet sich das Papiersoldaten sammeln nicht vom Sammeln von Zinnsoldaten oder Bleifiguren. Das Nachstellen der historischen Formationen ist eines der wichtigsten Anliegen des Sammlers und macht auch den geschichtlichen und gesellschaftlichen Wert dieses Hobbys aus.

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