Oldtimer

Oldtimer sammeln – die Sehnsucht nach alten Werten

Ist es die zeitlose Schönheit, weshalb man sich einen Oldtimer anschafft und liebevoll aufbereitet? Oder ist es die Herzensangelegenheit, mit dem Oldtimer die spannende Geschichte der Automobile in der Gegenwart zu bewahren? Ist es der Wunsch, diese automobile Tradition mit der Aufbereitung eines Oldtimers zu konservieren, diese Tradition zu pflegen? Oder strahlt ein Oldtimer ganz einfach eine Faszination aus, die heutzutage angesichts der einheitlich stromlinienförmig produzierten Automobile immer mehr verloren geht?

Ich denke, es trifft von allem etwas zu. Hinzu kommt bestimmt die Sehnsucht nach den alten Werten sowie der überschaubaren Technik. Wie oft haben wir in unserer Jugendzeit das eigene Auto selbst repariert, – die einfache Technik machte es möglich! Die Autos waren zudem unverwechselbar, das Angebot überschaubar. Sogar die Tachos, die Tachometer für die gefahrene Geschwindigkeit waren in jedem Autotyp verschieden. Heute sind ganze Autoserien mit einheitlichen Tachometern ausgestattet unabhängig von der tatsächlichen Höchstgeschwindigkeit.

Was ist ein Oldtimer?

Ein alter BMW auf einem Oldtimer TreffenWir waren als Kinder oft in der Stadt unterwegs, um die angegebene Höchstgeschwindigkeit, – und diese traf in etwa auch zu, und den dazugehörigen Autotyp in einem Büchlein aufzuschreiben. Es war schon ein Ereignis, wenn man auf einem Tachometer die Zahl 180 oder gar 190 entdeckte! Am Nachmittag im Schwimmbad wurde dann stundenlang Autoquartett gespielt. Diese 60er Jahre hatten schon etwas Aufregendes! Aber ich möchte nicht abschweifen!

Ein alter BMW V8 auf einem Oldtimer Treffen

Ab wann gilt mein Auto denn nun als Oldtimer? Allgemein versteht man unter einem Oldtimer ein Automobil, welches mindestens 30 Jahre alt ist. Insofern wären auch meine ersten beiden Käfer, die ich anfang der 70er Jahre gefahren habe, heute Oldtimer. Manche Oldtimerversicherungen legen allerdings die Messlatte etwas tiefer und versichern Autos ab einem Alter von 25 Jahren bereits als Oldtimer.

Alles begann mit Carl Benz

Bevor wir und einzelnen Firmen zuwenden, wollen wir uns zunächst damit beschäftigen, wie alles anfing. Es war 1886, als der Mannheimer Carl Benz den ersten Verbrennungsmotor zum Antrieb von Fahrzeugen entwickelte. Oldtimer GoggomobilCarl Benz wurde am 25.11.1844 in Mühlburg bei Karlsruhe geboren.

Das Goggomobil Coupe aus den 60er Jahren

Carl Benz war ein Allround-Genie; bereits als 20-jähriger hatte er sein Studium an der Polytechnischen Hochschule Karlsruhe beendet. Er ließ sich anschließend in der „Karlsruher Maschinenfabrik“ als Schlosser ausbilden. Die weitere Ausbildung führt ihn kurze Zeit später zur Firma Schweizer, einem Hersteller für Fuhrwerks- und Waggonwaagen nach Mannheim, wo er die Qualifikation als Zeichner und Konstrukteur erhielt. Nach einem Abstecher nach Pforzheim zur Firma Benckiser „Eisenwerke und Macshinenfabrik“ gründet er im August 1871 zusammen mit August Ritter, seines Zeichens Mechaniker, in Mannheim seine erste Firma, die „Carl Benz und August Ritter, mechanische Werkstätte“. Nach dem Ausstieg Ritter nach Streitigkeiten aus der Firma und Hochzeit mit Bertha Ringer ist Carl Benz Alleininhaber der Firma und benennt sie in „Carl Benz Eisengießerei und mechanische Werkstätte“ um. Nach finanziellen Schwierigkeiten orientiert sich Carl Benz neu und beginnt mit der Entwicklung und Konstruktion von Motoren. Oldtimer Mercedes-BenzEs ist ein Zweitaktmotor, den Carl Benz Ende 1879 zum Laufen bringt. Dieser sogenannte „Benz-Motor“ beflügelt Benz zu der Idee, einen Motorwagen, ein Automobil zu kreieren.

Ein stolzer Mercedes-Veteran präsentiert sich auf einer Oldtimer Ausstellung

Er gründet im Jahre 1883 in Mannheim die „Benz & Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik“. 1885 beginnt er mit dem Bau eines dreirädrigen Motorwagens. Nach Fertigstellung lässt er ihn am 29. Januar 1886 vom Kaiserlichen Patentamt patentieren. Die erste größere Fahrt mit einem 1 PS-Motorwagen führte dann seine Frau Bertha im Jahre 1888 durch. Die Fahrt führte von Mannheim nach Pforzheim.

Carl Benz beginnt mit der „Massenherstellung“ von Motorwagen. Der berühmte „Benz Velo“ wird ab 1994 ca. 1200 mal verkauft. Im Jahre 1904 beginnt dann der sukzessive Umzug nach Ladenburg bei Mannheim. Die neugegründete Firma „C. Benz Söhne Ladenburg“ beginnt 1906 mit dem Bau von Motoren und widmet sich ab 1908 verstärkt dem Automobilbau.

Die anderen Tüftler

Mehrere deutsche Konstrukteure und Tüftler arbeiteten Parallel zu Carl Benz an der Entwicklung von Verbrennungsmotoren, die wichtigsten ohne Zweifel Nikolaus Otto, Gottlieb Daimler und sein Assistent Wilhelm Maybach. Die beiden letzteren arbeiteten bereits seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts an der Weiterentwicklung eines Viertaktmotores, den Nikolaus Otto bereits 1862 kreierte. Nikolaus Otto war es auch, der im Jahre 1864 zusammen mit dem Ingenieur Eugen Langen die Motorenfabrik „N. A. Otto Cie.“ gründete, die wohl weltweit erste. Diese Fabrik war der Vorläufer der „Gasmotorenfabrik Deutz AG“, welche Otto im Jahre 1869 neu firmierte. Dieser Hinweis ist nicht ganz unwichtig, denn seit 1872 war Gottlieb Daimler im Vorstand der Deutz AG tätig; sein genialer Adlatus Wilhelm Maybach wurde Leiter der Konstrukteursabteilung bei Deutz. Daimler und Maybach entwickeln den sogenannten Otto-Motor bis zur Serienreife. Nach der Trennung von Otto entwickelten Daimler und Maybach einen mit Benzin statt Gas betriebenen Motor. Fast zeitgleich mit Carl Benz erschaffen sie auch einen Motorwagen, der auf der Pariser Weltausstellung vorgeführt wird. Nach weiteren Entwicklungen wie dem ersten Motorrad der Welt von Maybach gründete Daimler 1890 die „Daimler-Motoren-Gesellschaft“ in Cannstadt bei Stuttgart. Technischer Direktor der Firma wurde Wilhelm Maybach. Oldtimer von 1960 DKW 1000 SMaybach konstruierte als erster das Zahnradgetriebe sowie den sogenannten Bienenwabenkühler und war maßgeblich an der Konstruktion des ersten modernen Autos beteiligt. Daimler starb im Jahre 1900.

Der DKW 1000 S von Auto-Union von 1960 auf einem Oldtimer Treffen

Das bereits um die Jahrhundertwende für den österreichischen Generalkonsul Jellinek hergestellte Rennmobil „Simplex“ wurde vom Käufer nach dessen Tochter Mercedes benannt. Eine große Marke war geboren! Maybach verließ 1909 die Daimler-Motoren-Gesellschaft und gründete eine eigene Firma. Am 28. Juni 1926, 26 Jahre nach dem Tod von Gottlieb Daimler und drei Jahre vor dem Tode von Carl Benz, fusionierten deren Firmen, die Benz & Cie., geführt von den Söhnen von Carl Benz, und die Daimler-Motoren-Gesellschaft, die ältesten Autofirmen der Welt, auf Anregung der Deutschen Bank zur „Daimler-Benz AG“ mit Sitz in Berlin, dem weltweit ältesten Automobilhersteller.

Weitere wichtige Entwicklungen fanden gleichfalls in Deutschland statt. Stellvertretend für die vielen hervorragenden Konstrukteure sei an dieser Stelle Rudolf Diesel genannt. Er entwickelt bereits seit 1892 einen eigenen Motor, der als „Neue rationelle Wärmekraftmaschine“ beim Kaiserlichen Patentamt angemeldet wurde. Die Entwicklung dieses Motores, den wir heute als Dieselmotor kennen, wurde vornehmlich von der Firma Krupp in Essen finanziert. Die Fertigstellung des Motores gelang Diesel im Jahre 1897.

Ford F RoadsterAus Amerika schließlich kam das Fließband, erfunden von Henry Ford. Dieses war die Grundlage zur Massenproduktion von Automobilen.

Der Ford F Roadster von 1928 auf einem Treffen von Oldtimer Liebhabern

Wissenswertes zum Hobby Oldtimer sammeln

Für den Sammler von besonderem Interesse sind auf jeden Fall Anmerkungen zu Oldtimerversicherungen. Ich habe versucht, das Wichtigste zusammen zu stellen. Das, was den Sammler mit am meisten interessiert, ist natürlich das Wissen um die Ersatzteile. Woher bekomme ich Oldtimer-Ersatzteile? Erste Informationen sollte man sich beim Besuch von einigen der vielen guten Oldtimer-Museen verschaffen. Ein gutes Museum für Oldtimer befindet sich Zwickau. Interessante Vertiefungen bieten auch verwandte Sammelgebiete wie die Vielfalt der Automobilia.

2 Kommentare über “Oldtimer”

  1. Dietmar Kolks schrieb:
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    Ja die 50er Jahre,ich bin 50 geboren und somit
    57 58 im besten Autoneugierigem Alter.Mein Vater
    war Rennsport Fan und so fuhren wir ,die ganze Familie,mit unserem Isabella TS zum Nürburgring.
    Meine Mutter hat es sich im Wald,Rückseite von Start und Ziel, beim Blaubeersuchen und Häkeln
    gemütlich gemacht.Der Start hat mich noch int-
    eressiert doch dann wurd es langweilig.In den Wälder hinter der Haupttribühne waren die Park-
    plätze und dort standen sie alle.Ich kann mich noch genau erinnern als ich meinen ersten 300 SL
    entdeckte.Maßgeblich war immer,was auf dem Tacho stand,beim 300 SL standen 270km/h auf der Uhr,ein absoluter Wahnsinn.Jaguar XK 150,Alfa Romeo,Facel Vega,Maserati meine Augen wurden immer grösser und die Autos nahmen kein ende. Dann Urlaub in Zandvoort,die Holländer fuhren
    viele amerikanische Strassenkreuzer Cadilliac,
    Buick,Chevrolet hauptsächlich Impala mit den
    riesigen Flügeln,dann die Entäuschung beim obligatorischem Blick auf den Tacho,gerade mal
    120″“ ich war entäuscht.Später hat man mir erklärt das es sich um „Meilen“ gehandelt hat.
    Im nachhinein viel mir ein,daß es damals schon
    hauptsächlich Opel in Metalliclakierung gab,so ein komisches Grün und die Blinkleuchten waren
    rot und nicht wie in Deutschland gelb eingefärbt
    Es war eine sehr schöne Zeit,vielleicht hat der eine oder andere auch noch ein paar Erinnerungen.

  2. Christa schrieb:
    Dem Autor eine E-Mail senden!
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    Hallo,

    ob ich hier richtig bin, weiß ich nicht. Aber ich habe einen Youngtimer zu verkaufen. Es handelt sich um einen Honda Civic 1.5i 16V,Bj. 1989, EZ 06/1989, HU + AU 05/2012, Schaltgetriebe, 1493 cm, 5 Sitzplätze, Benziner (somit grüne Feinstaubplakette),Türen 2/3,unfallfrei, nur Familienbesitz, macht für sein Alter einen guten Eindruck, nicht nur optisch!

    VB 1.500,– €

    Fzg. wird regelmäßig genutzt. Bei Interesse kann Bild, Anschrift etc. gemailt werden.

    LG Christa

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