Musikinstrumente sammeln

Die Sammler von Musikinstrumenten findet man vorwiegend in Kreisen, in welchen privat musiziert wird oder unter professionellen Musikern. Dabei reicht das Interesse der Sammler von kleinen Musikinstrumenten wie Flöten bis hin zu großen Exponaten bei den Flügeln und Klavieren. Letztere bilden im Bereich der Musikinstrumente eine Ausnahmestellung, da sie eher im Rahmen von Möbelauktionen versteigert oder generell als Möbel, also als Ausstattungselement, verkauft werden. Bei älteren Klavieren spielt das kunstvoll verarbeitete Wurzelholz, die Einlegearbeiten oder die Ornamentik eine weit wichtigere Rolle als der Klang des Großinstrumentes.

Saiteninstrumente und Blasinstrumente sind die Favoriten bei Sammlern

Der Focus der Sammler richtet sich bei den Musikinstrumenten hauptsächlich auf die Streichinstrumente, Saiteninstrumente und Blasinstrumente; bei letzteren unterscheiden wir zwischen Holzblasinstrumenten und Blechblasinstrumenten.

Zu den Blechblasinstrumenten zählt das Horn, die Tuba, die Posaune und als bekanntestes Blechblasinstrument die Trompete. Epiphone J 200Die Holzblasinstrumente sind vor allem wegen ihrer Handlichkeit bei Sammlern beliebt. Zu ihnen gehören natürlich die Flöte; aber auch Panflöte, Oboe, Fagott oder Klarinette sind bekannte Holzblasinstrumente. Ein beliebtes Sammelgebiet bei Flöten ist das Zeitalter vom Barock über das Rokoko, das Zeitalter des Biedermeier bis zum Jugendstil. Die Renaissance mittelalterlicher Musik hat hier wesentlich animiert!

Die verschiedenen Holzarten haben unterschiedlichen Einfluss auf den Klang von Holzblasinstrumenten. Allerdings schwingt bei einer Flöte im Gegensatz zur Geige weniger das Holz als die Luftsäule. Beliebte Hölzer im Instrumentenbau sind Kirschholz, Ebenholz, Ahorn, Zwetschge, Buchs, Birne, Palisander oder in den letzten Jahrzehnten Grenadill, ein fast schwarzes afrikanisches Edelholz. Besonders bei Drechselarbeiten an Instrumenten war Kirsche sehr beliebt.

Die Streichinstrumente sind richtigerweise eine Untergruppe der Saiteninstrumente. Im Gegensatz zu Saiteninstrumenten wie Gitarre, Oboe, Zither, Cister, Harfe, Laute oder Balalaika, welche mit den Fingern gespielt werden, werden die Streichinstrumente, zu welchen Geige, Cello, Bratsche oder Kontrabass gehören, mit einem Bogen gestrichen. Saiteninstrumente sind uralt; man kennt sie bereits aus der griechischen Mythologie. Auch Tasteninstrumente wie Klavier, Clavichorde oder Spinette gehören eigentlich zu den Saiteninstrumenten. Nur werden die Saiten hier mit Tasten bedient. Was viele Sammler nicht wissen, ist, dass Musikinstrumente überhaupt zu den ältesten Kulturträgern gehören.

Eine große Tradition hat natürlich das Sammeln alter Geigen. Altitalienische Geigen zählen zu den wertvollsten Antiquitäten. Die Stars sind hierunter natürlich die Instrumente der großen Geigenhersteller des 17. und 18. Jahrhunderts, aus der Zeit des Barock und des Rokoko wie die Cremoneser Künstler Stradivari, Amati oder Guarneri, deren Instrumente oftmals für mehrere Millionen Euro versteigert werden. Aber auch heutzutage gibt es hervorragende Geigenbauer, deren teuerste Exponate nicht unter 100.000 Euro zu bekommen sind. Wertvolle Exponate sind zumeist Einzelanfertigungen, in welchen sich auch eine gewisse Persönlichkeit widerspiegelt. Ganz wichtig sind natürlich das Holz und der Lack; sie sind mitentscheidend für die Qualität des Klangkörpers. Die Klangkörper aus Holz sollten nicht zu trocken aufbewahrt werden, da ansonsten ein Reißen des wertvollen Holzes nicht ausgeschlossen ist. Auch heute noch ist Norditalien mit Cremona das Zentrum für den Bau erstklassiger Geigen.

Die große Zeit der Musikinstrumente ist das Spätmittelalter von etwa 1650 bis etwa 1850. In diesen zwei Jahrhunderten hat sich im Großen und Ganzen die Entwicklung der Instrumente vollzogen. Große Änderungen haben sich gegenüber den damaligen Formen bis heute nicht mehr ergeben. Gerade Instrumente aus jener Zeit werden nicht an Wert verlieren, im Gegenteil, sie werden stetig eine Wertsteigerung erfahren.

Historische Instrumente klingen anders

Worin liegt der Reiz alter historischer Instrumente? Ich gehe davon aus, dass der Sammler in jedem Falle auf seinem erworbenen Prachtstück spielen möchte; ein defektes Teil eignet sich eher zu Dekorationszwecken. Aber darin kann nicht der eigentlichen Sinn des Sammelns stecken. Mir scheint es im Gegenteil die Faszination, die vom Klang restaurierter alter Musikinstrumente ausgeht, zu sein. Tenglewood SundanceDenn, und auch dies ist manchem Sammler nicht bewusst, die alten Instrumente klingen ganz einfach anders als neuwertige. Wer ein Musikstück von Mozart oder Haydn jeweils auf einem neuen und einem historischen Klavier spielt, dem fällt im Vergleich ein manchmal schon beträchtlicher Unterschied auf. Das liegt natürlich einmal in der oftmals besseren Technik heutiger Instrumente. Es liegt aber auch zum Beispiel in der Erhöhung der Stimmung des Kammertones A im Laufe der Jahrzehnte, ja Jahrhunderte. Die Werke der großen alten Meister klangen also zu deren Zeit einfach anders. Und nun ist es das Faszinierende und Reizvolle, dieser historischen Authentizität mit komplett restaurierten Instrumenten näher zu kommen. Im Rahmen heutiger Kammerkonzerte werden allerdings fast ausschließlich neue Instrumente eingesetzt. Eine Ausnahme bilden die Violinen oder Geigen; von diesen werden auf großen Konzerten auch sehr gerne die historischen norditalienischen Exemplare eingesetzt.

Über den Wert historischer Musikinstrumente

Beim Sammeln historischer Musikinstrumente spielt ganz gewiss, stärker als in manch anderem Sammelgebiet, die monetäre Investition eine große Rolle. Der Wert dieser Instrumente ist eigentlich immer nur gestiegen, und dies trifft nicht nur auf die Cremoneser Meistergeigen zu. Für den Wert spielt natürlich das Alter eine große Rolle. Je älter das Instrument ist, desto wertvoller ist es. Wichtig ist auch der Hersteller. Entscheidend für den Preis ist zusätzlich natürlich das Herstellungsmaterial wie seltene Hölzer, Elfenbein oder Glas sowie die kunsthandwerkliche Ausführung. Die Gewichtung auf das künstlerische Äußere war insbesondere an den Höfen von der Renaissance bis ins Rokoko sehr verbreitet. Das Künstlerische war fast wichtiger als das Musische, die Tonqualität. Der Preis für zum Beispiel alte Klarinetten geht heute in die Tausende, für gute Geigen bisweilen in die Zehntausende.

Musikinstrumente wollen gespielt werden

Musikinstrumente eignen sich nicht, wie zum Beispiel Blechspielzeug oder Porzellan, zum Sammeln in Vitrinen! Sie wollen gespielt werden. Sie müssen gespielt werden. Man sagt, dass speziell Streichinstrumente wie Geigen mit regelmäßigem Spiel, also auch mit seiner Alterung, immer besser werden.

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