Karneval

Karneval, Fasching, Fassnacht, Fastelovend

Karneval, – und viele Bezeichnungen, welche eigentlich dasselbe meinen. Wahrscheinlich liegt die tiefere Bedeutung doch in den beiden lateinischen Wörtern „carne“ für Fleisch und „vale“ für Wiedersehen, was den Bezug zur Fastenzeit erahnen lässt. Natürlich hat Karneval, die Kostüme sprechen oftmals für sich, auch mit der Abwehr böser Geister zu tun. Auch politische Wurzeln sind oftmals auszumachen; gerade der Mainzer Karneval mit dem berühmten Narrhalla-Marsch erinnert oft an den Widerstand der Bevölkerung gegen die französische Besatzung. Auch die Garden in den Karnevalshochburgen bringen einen militärischen Aspekt ins Spiel; im Mittelalter wurden die Garden zur Verteidigung der Stadtmauern eingesetzt. Die Bezeichnungen Fassnacht und Fasching nehmen schon direkt Bezug auf die Fastenzeit, sie sind etymologisch gut ableitbar. Die Fastenzeit vermittelt auch weiter zum Katholizimus. Es ist schon so, dass dort, wo der Katholizismus verbreitet ist, eher Karneval gefeiert wird. Dabei wird Karneval in den rheinischen Hochburgen in Rheinhessen/Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gefeiert, während Fasching und Fassnacht eher in Süddeutschland verbreitet sind. Fasching ist bekannt aus Bayern, Fassnacht oder Fasnet aus Baden-Württemberg (alemannische Fasnet) oder auch Basel mit dem bekannten Morgenstraich, mit welchem die Baseler Fassnacht allerdings erst am Montag nach Aschermittwoch beginnt.

Jahrhunderte alte Tradition

Karneval und Fassnacht haben eine zum Teil Jahrhunderte alte Tradition. So gehört der Kölner Karneval wohl zu den ältesten in Deutschland. Erwähnt wurde er zum ersten Mal am 5. März des Jahres 1341. Ich vermute allerdings, dass die Wurzeln noch älter sind. Auch der Düsseldorfer Karneval dürfte seine Genesis im 14. Jahrhundert haben. Aus Mainz sind die ersten karnevalistischen Umtriebe aus dem 16. Jahrhundert belegt. Eine weitaus ältere Tradition besitzt die schwäbisch-alemannische Fassnacht, welche bereits im frühen Mittelalter als kirchliches Fest gefeiert wurde. Die Fassnacht endete mit dem Fastenbeginn, der von der Kirche auf den Aschermittwoch gelegt wurde.Fasnet Aufkleber

Bei uns in Nordhessen spielt Karneval eine nur untergeordnete Bedeutung; bis auf nur wenige Ausnahmen ist Hessen evangelisch. In meiner Heimatstadt wird eine Karnevalssitzung im Jahr vom Umfeld der katholischen Kirche organisiert. Interessant ist, dass die wenigen Karnevalshochburgen in Nordhessen, das sind einige wenige Kleinstädte und Dörfer, ehemals zum Bistum Mainz gehörten. Diese katholischen Orte führen das Mainzer Rad in ihrem Wappen, wie Fritzlar oder Naumburg. Auch in Erfurt in Thüringen wird Karneval gefeiert, und auch Erfurt führt das Mainzer Rad im Wappen. In Nordhessen gibt es dabei eine große Ausnahme. In einem Ort namens Kelze wird Karneval schon immer am Aschermittwoch gefeiert. Dieser Ort wurde von den Religionsflüchtlingen der Hugenotten gegründet. Manche interpretieren diesen hugenottischen Brauch als Protest gegen die katholische Kirche, für die an diesem Tage ja die Fastenzeit beginnt. Diesen Abschnitt wollte ich aber nur anführen, um zu belegen, dass der Karnevalsbrauch im Wesentlichen in katholischen Gegenden verbreitet ist.

Fasnet Aufkleber für eine Bierflasche

Karnevalsobjekte als Sammelgebiet

Objekte aus dem Karneval oder der Fassnacht gehören schon lange zu den beliebtesten Sammelgebiete, vor allem in den Gebieten, in denen die fünfte Jahreszeit zu Hause ist. Die vielen Erinnerungen aus dem Karneval gehören ganz einfach zur Geschichte der Stadt oder der Region dazu, sie erzählen aus der Vergangenheit und haben auch immer einen regionaltypischen Stallgeruch. Die Objekte aus Karneval und Fassnacht sind ganz einfach Zeitzeugen. Sie sind Spiegelbild der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.
Beliebte und gesammelte Objekte sind zum Beispiel die sehr vielgestaltig und phantasievoll inszenierten Masken aus schwäbisch-alemannischen Fassnacht. Sie werden dort „Larven“ oder „Schemen“ genannt und sind aus den unterschiedlichsten Materialien wie Ton, Pappmache, Papier, Draht, zumeist aber Holz hergestellt. Da diese Masken in den Familien weitervererbt werden und natürlich auch Jahr für Jahr getragen werden, sind sie zum Teil schon recht alt und für sich allein schon ein lohnenswertes Sammelgebiet. Zu den Masken gehören auch die entsprechenden Kostüme, welche gleichfalls bunt und phantasievoll gestaltet sind. Zumeist stellen die Masken bekannte Figuren der Fassnacht dar, Teufels- Hexen- oder Narrenfiguren wie den „Schuttig“ aus Elzach oder den „Federehannes“, den „Schantle“ und den „Guller“ aus Rottweil.

Zu den gesuchten Sammelobjekten gehören auch die vielen Karnevalsorden, Plaketten, Fotos, Narrenkappen mit und ohne Schellen oder Glöckchen, Ephemera wie Urkunden, Flugblätter, Ankündigungen, Programmabläufe und Eintrittskarten für die Sitzungen, Graphiken und Plakate, Werbeartikel, Werbefiguren, Werbung auf Bierdeckeln, auf Reklamenmarken, auf Pins, auf Ansichtskarten, Nippes wie Wurfmaterial, Puppen, Bücher und Zeitschriften über Karneval, ja sogar Gemälde zu den verschiedenen Events und Sessionen.
Zu Zeiten, als die Sitzungen noch als Maskenbälle bezeichnet wurden, malten auch bekannte Plakatkünstler die Vorankündigungsplakate.Plakat für Maskenball

Plakat für einen Maskenball im Jahre 1893
Da sich die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse nicht nur in den Motivwagen der Umzüge, sondern generell im Karneval ausdrücken, sind natürlich die Objekte aus den Vereinsgründungen des 19. Jahrhunderts, aus der Zeit der beiden Weltkriege, den wilden 20er und 30er Jahren oder der 50er und 60er Jahre mit der Einführung des Fernsehkarnevals interessant.




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