Gold sammeln, Goldschmiedekunst, Gold als Wertanlage

Goldschmiedekunst und Silberschmiedekunst

Eigentlich müsste die Goldschmiedekunst zusammen mit der Silberschmiedekunst betrachtet werden.Viele frühgeschichtliche Epochen verlaufen bei beiden Kunstentwicklungen gleich oder parallel. Trotzdem sei es mir gestattet, Gold und Silber als jeweils ein Sammelgebiet aufzufassen. Wir wissen, dass es Sammler von Silber gibt, die niemals auf die Idee kämen, sich mit Gold zu befassen und auch der umgekehrte Fall trifft häufig zu. Auch gibt es gerade im Bereich der Silbersammler solche, welche die erstandenen Stücke durchaus später in ihrem Haushalt weiterverwenden. Insbesondere bei Silberbesteck trifft dies häufig zu. Silberne Gegenstände können also häufiger auch Gebrauchsgegenstände sein, oder besser gesagt, nach Erwerb wieder in Gebrauch kommen. Bei Gold trifft dies weitaus weniger zu. Dies mag mit dem ungleich höheren Wert von Gold zu tun haben.

Der hohe Wert von Gold ist auch der Grund, weshalb Gold aus unterschiedlichen Gründen gesammelt wird. Zunächst gibt es die Sammler, welche generell Gold sammeln ohne Unterschied dahingehend, ob es sich um ein besonders wertvolles oder antikes Stück handelt oder um eine neuzeitliche Kunstform; der Wert des Goldes gibt in diesen Fällen die gemeinsame Klammer. Daneben gibt es natürlich auch Sammler, welche ausschließlich themenbezogen sammeln, vielleicht ausschließlich Exponate des Jugendstils oder ausschließlich mittelalterliche Goldschmiedekunst. Zusätzlich tritt dann im Bereich des Goldsammelns ein Sammlertyp in Erscheinung, den wir zwar aus anderen Sammelgebieten auch kennen, der aber gerade für den Bereich Gold typisch ist: es sind die Käufer, welche die erstandenen Goldexponate vor Allem als Geld- und Wertanlage betrachten.

Geschichte der Goldschmiedekunst

Die Goldschmiedekunst selbst ist sehr alt. Sie kam auf während der Periode des Chalkolithikums, der sogenannten Kupfersteinzeit. Diese Frühphase wird benannt nach dem ersten Aufkommen von Metallerzeugnissen. Auch die Erzeugnisse der Buntkeramik sind eng mit dieser Epoche verbunden. Immer neuere Ausgrabungen wie in Serbien im Jahre 2009 führen allerdings dazu, dass man den Beginn der Kupfersteinzeit immer früher ansetzt. Mittlerweile werden die ältesten bekannten Kupferwerkzeuge auf ein Alter von über 7000 Jahren geschätzt. Den Beginn des Chalkolithikums ordnet man um das 7. bis 6. Jahrtausend v. Christus ein. Übrigens ist der uns bekannteste Mensch der Kupfersteinzeit der mumifizierte Ötzi.

Er besaß bereits ein gegossenes Kupferbeil. Man nahm zunächst an, dass die Bearbeitung von Gold erst am Ende der Kupfersteinzeit begann. Lange galten die mesopotamischen Goldarbeiten, welche an die 5500 Jahre alt sind, als die ältesten. Sie stammten aus Begräbnisstätten. In den letzten Jahrzehnten wurden allerdings auch in Europa, vor allem in Südosteuropa, ältere Goldfunde registriert. So wissen wir mittlerweile, dass die Kunst der Goldbearbeitung in den Balkangebieten, in Österreich und Ungarn schon etwa 4000 Jahre v. Chr. begonnen haben muss. Die bislang ältesten Funde stammen aus dem bulgarischen Warna. Sie werden auf ein Alter von 6500 Jahren geschätzt.

Die Goldschmiedekunst in Mesopotamien

Die Orte der Ausgrabungen belegen, dass die Kunst der Goldbearbeitung nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Afrika und Südamerika sehr früh begann. Ich habe selbst im Jahre 1978 im Römermuseum in Hildesheim die einzigartige Ausstellung „Sumer, Assur, Babylon“ besuchen können. In dieser Ausstellung wurden Exponate Meopotamiens, also des Zweistromlandes, des Gebietes im Einflussbereich der Flüsse Euphrat und Tigris, präsentiert. Früheste bekannte Goldarbeiten aus dem Zweistromland datieren etwa 3500 Jahre vor Christus. Ausgestellt waren Ausgrabungsgegenstände aus Uruk (heute Warka), datiert auf 3300 v. Chr., aus Tell Asmar, Agrab oder Chafadsche, alle datiert auf etwa 2900 v. Chr. Uruk ist uns bekannt aus dem berühmten Gilgamesch-Epos. Gilgamesch war der sagenumwobene König von Uruk. Es war phaszinierend, den hohen Stand der Bearbeitungstechnik jener Zeit kennenzulernen und man fragte sich bei manchen Exponaten, ob man jene auch heute noch in der Qualität jener alten Meister herstellen könnte.

Die Goldschmiedekunst der Ägypter

Wenn wir aber von den Goldschmiedekünsten der Antike berichten, so dürfen auf keinen Fall die ägyptischen Goldschmiedekünstler vergessen werden. Die Ägypter besaßen ertragreiche Goldminen, welche in den zum Teil über 2000 Meter hohen Gebirgszügen östlich der arabischen Wüste in Nordägypten und östlich der nubischen Wüste im Süden zu finden waren. Diese goldminenreiche Gebirgskette liegt an der östlichen Grenze Ägyptens zum Roten Meer und zieht sich an diesem beginnend im Norden am Golf von Suez entlang. Bereits um 1500 v. Chr. sollen dort etwa unvorstellbare 40 Tonnen Gold jährlich gefördert worden sein. Wenn wir diese Menge mit der gesamten Weltförderung von 1900 vergleichen, welche gerade einmal etwas mehr als 25 Tonnen betrug, bekommen wir eine Ahnung davon, welchen Stellenwert Gold bei den alten Ägyptern zur Zeit der Pharaonen hatte. Die Kultur des Bearbeitens von Gold wird in Ägypten auf ein Alter von etwa 5000 Jahre geschätzt. Die damaligen ägyptische Goldschmiede gelten bis heute als fast unerreichte Meister im Bearbeiten des Goldes und waren Vorreiter bei vielen heute angewendeten Techniken der Goldschmiedekunst.

Die Goldschmiedekunst in Südamerika

Große Bedeutung für die Goldschmiedekunst besitzen auch die alten Kulturen Südamerikas. Entdeckt, aber auch geplündert wurden die Goldschätze ab 1500 von den spanischen Eroberern. Angeregt von indianischen Erzählungen über „El Dorado“, also „Der Goldene“, verfielen die spanischen Eroberer geradezu in einen Goldrausch. Die Sage erzählte von Krönungszeremonien am Hochandensee Guatavitar; im Rahmen der Feierlichkeiten wurden die neuen Könige, Herrscher oder Häuptlinge nackt vollkommen in Goldstaub gehüllt. Mit ihm wurden Floße mit unzähligen Goldschätzen in die Mitte des Sees verbracht und dort versenkt. Nicht nur „Der Goldene“ aus der Legende, sondern auch der sagenhafte Ort der Goldschätze wurde später als „Eldorado“ bezeichnet.Auch die Goldschmiedekunst in Südamerika ist sehr alt. Es ist nicht nur die Kultur der Inkas, die hier zu erwähnen wäre. Es sind vor Allem die Indianerkulturen Kolumbiens, welche bereits um 1000 bis 700 v. Chr. mit ihrer Goldschmiedekunst bekannt wurden. Viele Schmuckstücke bestanden aus einer Legierung aus Gold und Kupfer, welche heute als „Tumbaga“ bekannt ist. Wichtigste Kulturen waren die Stämme der Muisca, der Tairona, der Sinu, der Quibaya sowie die Bauern der Calima.

Das europäische Mittelalter als Gegenstand des Sammlerinteresses

Für den privaten Sammler wird insbesondere das Mittelalter wieder interessant. Die Goldschmiedekunst des frühen Mittelalters widmete sich im Wesentlichen kirchlichen Gegenständen und solchen der Herrscherhäuser. Kirchliche Requisiten, denen sich die Goldschmiedekünstler widmeten, waren unter anderem Reliquienbehälter, Kruzifixe, Kelche oder Altare; an weltlichen Requisiten sind die bekanntesten natürlich die Krone, Reichsapfel und Zepter. Ab etwa dem 13. Jahrhundert waren die Goldschmiede und Goldschmiedewerkstätten in sogenannten Goldschmiedezünften organisiert. Sie gab es bald in nahezu allen größeren Städten in Europa. Da sie natürlicherweise eng mit den staatlichen Prägeanstalten, den sogenannten Münzen, zu tun hatten, und darüber hinaus mit einem sehr wertvollen Material arbeiteten, waren sie höchster Kontrolle ausgesetzt. Zur Aufgabe der Zünfte gehörte auch die Überwachung und Aufzeichnung der Feingehalte der verarbeiteten Metalle. Aus dieser Funktion entwickelte sich das heute so hilfreiche System der Beschauzeichen. Der Goldschmiedemeister bestätigte den Feingehalt mit seinem Stempel, seiner Prägung, welche in der Regel Namen, Zunftzeichen und Datierung beinhaltete. So ist es möglich, für die Zeit der Zünfte im Mittelalter des 13. Jahrhunderts bis zur Auflösung der Zünfte Mitte des 19. Jahrhunderts den Großteil der Goldschmiedearbeiten genau datieren, lokalisieren und künstlerisch zuordnen zu können!

In der Goldschmiedewerkstatt

Die Goldschmiedekunst kennt neben Gold noch Metalle wie Silber, Kupfer, Platin, Nickel, Zink, Titan, Palladium oder Zinn, um nur die wichtigsten zu nennen, welche u.a. für Legierungen genutzt werden. Die Legierung von Feingold mit anderen Metallen ist ganz einfach deshalb notwendig, weil Gold allein für eine Bearbeitung zu weich wäre. Andere Arbeitstechniken im Bereich der Goldschmiedekunst sind das Treiben, Ziehen, Hämmern, Schmieden, Biegen, Prägen, Walzen, Gießen, Tauschieren, Schleifen, Polieren, Löten, Schweißen, Mattieren, Granulieren, Emaillieren, Gravieren, Punzieren, Ätzen, Niellieren, Filigranieren und Galvanisieren des Materials.Viele Exponate werden anschließend noch mit Perlen, Muscheln oder Edelsteinen verziert. Der überwiegende Teil aller Schmuckstücke, egal ob Halsband, Armband oder Ring, wird aus Goldlegierungen hergestellt. Die gängigsten Legierungen sind 333, 585 und 750. Die Legierung 333 bedeutet zum Beispiel, dass der Ring oder das Armband lediglich zu einem Drittel aus Feingold hergestellt wurde. Die Legierung 999 wird nahezu ausschließlich für Goldbarren und Goldmünzen verwendet. Auch die Legierung 900, die etwas härter ist als die 999er und daher besser bearbeitbar ist, kann ebenfalls bei Münzen vorkommen; man findet sie aber auch auf orientalischen Basaren.

Auf dem Markt unterscheidet man Gelbgold, Rotgold oder Weißgold. Gelbgold dürfte die bekannteste Goldart sein. Sie ist eine Legierung mit Silberanteilen und Kupferanteilen. Beim Rotgold, einer Legierung aus Feingold und Kupfer, fehlt der Silberanteil, so dass die rötliche Farbe des Kupfers dieser Goldlegierung ihre Charakteristik verleiht. Um Blassgold herzustellen, mischt man dem Gold außer Kupfer und Silber auch noch Zinkbestandteile bei. Weißgold ist eher aufgehelltes Gold. Man erreicht dies durch den Zusatz von Silber, früher auch Nickel, neuerdings Palladium- und Titanverbindungen.

Gold als Wertanlage

Da Gold schon immer zu den sichersten Anlageformen gehörte, besitzt es einen hohen Stellenwert als Wertanlage. Man muss allerdings einschränken, dass sich hierzu lediglich das Gold in der Form von Barren oder Münzen eignet. Exponate aus dem Bereich der Goldschmiedekunst eignen sich hierzu weniger, da sich der Wert solcher Kunstgegenstände nicht nur nach dem Goldgehalt bemisst. Umgekehrt haben aber auch viele Menschen Gold zuhause, die keine Sammler sind und die eigentlich keine Verwendung dafür haben. Man denke da beispielsweise an geerbten Schmuck aus Gold oder Zahngold. Man hat zwar wertvolles Gold daheim, kann aber eher nichts damit anfangen. Solche Wertsachen lassen sich einfach zu Geld machen. Beim Ankauf von Gold gibt es sogar starke Konkurrenz. Daher sollte man die Angebote gut vergleichen. Etwas abseits der Großstadt kann man beim Goldankauf bei Düsseldorf vielleicht ein besseres Angebot bekommen als direkt in der City. Allerdings haben auch viele alte Schmuckstücke oder Uhren einen wirklichen Sammlerwert, weil sie von einem bekannten Juwelier oder Uhrmacher hergestellt wurden oder besonders gut handgearbeitet sind. Davon sollte man sich nicht einfach so trennen.
Die bekanntesten Goldmünzen sind der südafrikanische Krügerrand und der kanadische Maple Leaf. Goldbarren gibt es in verschiedenen Stückelungen. Für Kleinanleger sind die Barren für 1 Gramm, 5 Gramm, 10 g, 20 g, 50 g und 100 g interessant. Daneben gibt es natürlich auch noch schwerere Barren. Ein Standardbarren wiegt 12,44 Kg. Für den Kleinanleger ist die Anlage in Gold allerdings nicht risikolos. Kurzfristig kann der Handel mit Gold zu hohen Schwankungen des Goldpreises führen. Langfristig allerdings stieg der Preis für Gold, betrachtet man die letzten 10 Jahre, stetig an. Im Gegensatz zu Exponaten der Goldschmiedekunst müssen Goldbarren einen Mindestgoldanteil von 99 % besitzen.

Reinheitsgehalt von Gold

Der Reinheitsgehalt von Gold wird übrigens vorwiegend in Karat oder Promille angegeben. Die Promilleangaben lassen sich den entsprechenden Legierungen entnehmen. Zum Beispiel besitzt 333er Gold einen Reinheitsgehalt von 333 Promille. Die Einteilung nach Karat reicht bis 24 für absolut reines Gold, in der Regel also für die Goldbarren mit 999 er Feingoldgehalt. 333Er Feingoldgehalt entspricht 8 Karat, 585er Goldlegierungen entsprechen 14 Karat, 750er Legierungen entsprechen 18 Karat und die 900er Legierung für Goldmünzen etwas über 21 Karat. 916er Gold entspricht 22 Karat. Die Abkürzung für Karat ist „kt“.

Goldpreis

25.07.2011 Am heutigen Tag lag der Goldpreis zeitweise bei 1.128,81 Euro beziehungsweise 1.623,49 Dollar für eine Unze Feingold.

19.07.2011 Der Goldrausch geht weiter! Die Angst vor der Krise des Euro sowie die drohende Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten treibt Anleger und Spekulanten zum Ankauf von Gold. Damit ist Gold in jeglicher Form gemeint, also auch Antiquitäten. Am heutigen Tag erreichte der Preis für eine Unze Feingold (31,1 Gramm) 1.143,04 Euro beziehungsweise 1.605,52 Dollar.

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