Gemälde oder Bilder sammeln

Gemälde und Bilder im Überblick

Unter Bildern versteht man gemalte Bilder beziehungsweise Gemälde in ihrer gesamten Breite, seien sie mit Pinsel und Öl als Ölgemälde, Pinsel mit Wasserfarben als Aquarelle oder als Zeichnungen mit Hilfe von Tusche, Kohle oder Bleistift entstanden. Als Malgrund dienten oder dienen Leinwand, Holz oder Papier, um nur die verbreitetsten und bekanntesten Unterlagen anzuführen. In dieser ihrer manuellen Ausführung unterscheiden sie sich von anderen Techniken aus benachbarten Kunstbereichen wie zum Beispiel der Grafik.

Sammler von Bildern

So breit wie das Spektrum der Bilder, so unterschiedlich sind die Interessen und Ambitionen von Bildersammlern. Ein großer Teil sieht sein Engagement in Bilder überwiegend als Investition in die Zukunft. Dabei besteht die Hoffnung, ein Bild günstig zu erstehen, um es nach einigen Jahren gewinnbringend zu verkaufen. Vielfach wird diese Hoffnung gespeist von den sehr hohen und oftmals schon utopischen Preisen, welche bekannte Meister wie Rembrandt, van Gogh, Picasso, Botticelli, Gauguin, Dürer, Chagall, Monet, Klimt, Marc oder Renoir bei Auktionen der bekannten Londoner Häuser Christie’s und Sotheby’s, welche beide schon Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet wurden, erreichen. Diese Sammler unterscheiden sich von jenen, welche ganz einfach aus der Freude zum Objekt sammeln, die, und das kenne ich von mir, wenn es um ganz bestimmte Gegenstände aus meinem eigenen Sammelgebiet geht, dann auch mal so narrisch sind, eine regelrechte Symbiose mit dem gesammelten Objekt eingehen. Und dann spielt der Wert des Objektes keine Rolle mehr! Dann macht einen das Sammeln glücklich und frei!
Das Sammeln von Gemälden großer oder bekannter Meister hat oftmals auch mit Prestige zu tun. In nicht wenigen Herrschaftshäusern zieren solche Gemälde Wände und Dielen; sie werden insofern auch einer, wenn auch beschränkten Öffentlichkeit, präsentiert. Manche lassen ihre Bilder allerdings auch anonym im Tresorraum verschwinden. Jedenfalls unterscheidet sich das Sammeln solcher hin und wieder großformatiger Gemälde schon vom Sammeln von zum Beispiel Briefmarken, welche in Alben ihren Platz finden oder von Blechspielzeug oder gutem Glas, welches vorrangig in Vitrinen aufbewahrt wird.

Geschichte der Malerei

Die ältesten Malereien sind uns als Höhlenmalereien aus der Steinzeit im Zusammenhang mit dem ersten Auftreten des Homo Sapiens bekannt. Die ältesten bekannten Höhlenmalereien datieren um etwa 25.000 Jahre vor Christus.
Die damaligen Menschen verwendeten Steinpulver, Asche oder Holzkohle, welches sie mit pflanzlichen oder tierischen Fetten oder auch Wasser mischten und dann mit Pinseln auf die Höhlenwände auftrugen. Als Steinpulver wurde nachweislich zerriebenes Hämatit, eine Art des rötlichen Eisenoxids, welches reichlich in der Erdkruste vorkommt, verwendet. In diesen Materialien ist die Genese von Ölmalerei, aber auch Aquarellmalerei und Kohlezeichnungen gleichsam eingebunden. Die Malereien konnten sich natürlich in den schwer zugänglichen Höhlen, die zudem ein eigenes Kleinklima aufwiesen, bestens konservieren. Ich vermute daher, dass die Höhlenmalereien aus dem Bereich Nordafrika, Spanien, Südfrankreich nicht die ältesten Malereien sein müssen. Kunstwerke auf Naturunterlagen wie Fels würden im ungeschützten Freien gewiss zum Spielball von Wind und Wetter werden und wären nach einigen Hundert Jahren weg erodiert. Dass man die rötliche Eisenoxid-haltige Erde allerdings schon viel früher kannte, wissen wir von Beigaben aus altsteinzeitlichen Gräbern tausende Jahre zuvor, so dass man annehmen kann, dass hominide Vorgänger des Homo Sapiens ebenfalls mit den Techniken des Malens vertraut gewesen sein könnten.
Einen Schub erfuhr die Technik in der Antike bei Römern, Griechen und Ägyptern. Die Darstellungen bei Römern und Griechen waren schon sehr realistisch; die ägyptische Bilderschrift integrierte Bild und Schrift und versuchte, möglichst viele Details von Dingen, Tieren oder Menschen abzubilden, dies allerdings noch ohne Raumperspektive. Hergestellt wurden in den Tempeln und Pyramiden deckende Farben aus Kreide und Kalk; hinzugefügt wurden unter anderem das Carbonatgestein Malachit und oft auch Staub von Gold.
Zeichnung, Kohle auf Papier

Das Bild links zeigt eine Zeichnung mit Kohle auf Papier

Aus dem frühen Mittelalter kennen wir die großartigen Fresken. In der Darstellung von außerordentlicher Qualität kam hier eine Technik zur Anwendung, welche darin bestand, die Farbe auf den noch frischen Kalkputz aufzutragen. Durch die chemische Reaktion der Carbonatisierung gingen die Farbpigmente eine feste Verbindung mit dem Kalkputz ein. Dieser Prozess des Einsinterns ist auch aus dem Bereich der Keramik bekannt, dort allerdings unter hohen Temperaturen. Fresken sind außerordentlich beständig.

Die Entwicklung der Malerei im frühen Mittelalter der Renaissance

Mit Anfängen in der Gotik und wesentlich in der Renaissance entwickelte sich dann die eigentliche Ölmalerei. Antreiber waren die großen italienischen Künstler; eine bedeutende und wegweisende Rolle nahm zudem der Nürnberger Albrecht Dürer ein. Die Meister der Renaissance waren es auch, welche das perspektivische Malen kreierten, was heute am Beginn jeder zeichnerischen Ausbildung gelehrt wird. Das Zeichnen mit Hilfe von Fluchtpunkten und Fluchtlinien erzeugt eine räumliche dreidimensionale Darstellung.
Die Einführung der Perspektive blieb nicht ohne Auswirkungen auf Zeichnungen und Aquarellmalerei. Diese Techniken gewannen als Vorarbeit und Vorbereitung eines „richtigen“ Ölbildes große Bedeutung. Alle großen Meister haben ihre berühmten Ölgemälde mit Bleistift oder Ähnlichem perspektivisch vorgezeichnet. Oftmals wurden diese Vorzeichnungen anschließend noch mit durchsichtigen lasierenden Farben gefärbt, – als Aquarell angelegt. Zeichnung und Aquarell hatten zu jener Zeit fast ausschließlich diesen vorbereitenden Charakter; in den letzten Jahrzehnten erst entdeckte man frühe Aquarelle und Zeichnungen als eigenständige Kunstwerke! Das Aquarellieren geschah zwar überwiegend mit durchscheinenden lasierenden Farben, aber auch das Versetzen der Naturfarben mit einem höheren Anteil Kreide war durchaus gewöhnlich. Diese Technik erzeugte eine eher deckende Lasur! Man bezeichnet diese Art der Malerei als Gouachemalerei. Die Gouache steht somit irgendwo zwischen Aquarell- und Ölfarbe. Alle großen Meister der Renaissance wie Michelangelo, da Vinci, Tizian, Botticelli, Raffael, Veronese, Tintoretto in Italien oder Albrecht Dürer, Matthias Grünewald, Lucas Cranach, Hans Holbein in Deutschland oder Hieronymus Bosch, van Eyck, Pieter Bruegel in Holland nutzten Zeichnungen, Aquarelle und Gouache als Vorbereitung ihrer Ölgemälde. Werke der Meister der Renaissance findet man häufig in sakralen Gebäuden (Kirchen, Dome, Klöster etc.) oder Herrschaftshäusern (z.B. die Medici in Florenz).

Gemälde vom FlohmarktBeispiel für einfache Landschaftsmalerei um 1900

Die spätere Entwicklung

Im Barock entdeckten neben dem Klerus immer mehr die Höfe die Möglichkeiten der Malerei, der Selbstdarstellung auf großen Leinwänden und Tafeln. In diesen Bereichen waren die Sammler und Mäzene der Maler, vergleiche den Begriff des Hofmalers!- angesiedelt. Es war allgemein der sogenannte Geldadel. Die Malerei eignete sich die barocken Formen der Architektur an, übertrug sie auf die Leinwand. Prägend waren hierfür in Italien zum Beispiel die Caravaccis oder auch Giovanni Tiepolo, in Deutschland als bekanntester Adam Elsheimer und dann natürlich die Holländer. In den Niederlanden explodierte förmlich die Malerei. Unzählige Malerschulen entstanden. Die bekanntesten Meister des Barock waren hier natürlich Rembrandt, Rubens und Vermeer.
Ohne auf die einzelnen Kunstepochen einzugehen, was den Rahmen einer Einführung in ein Sammelgebiet sprengen würde, kann man feststellen, dass sich im Laufe der nachfolgenden Jahrhunderte in der Malerei, dies gilt sowohl für die Ölmalerei, die Aquarellmalerei und auch für die Zeichnungen verschiedene Motivrichtungen entwickelten. Dies bedeutet, man kann die dargestellten Inhalte, die natürlich auch immer von den jeweiligen Stilrichtungen, die wiederum Ausdruck von sozioökonomischen und politischen beeinflusst waren, in bestimmte Kategorien oder Gattungen einordnen.
Es wird deutlich, wenn man Bilder, Zeichnungen, Radierungen etwa von Dürer mit moderner Malerei des 19. oder 20. Jahrhunderts vergleicht. So sind die Motive bei Dürer oder auch noch später bei Rubens überwiegend von Personen geprägt. Es fällt auf, dass Landschaft auf den Gemälden quasi noch gar nicht stattfindet. Ich möchte dies nur als kleines Beispiel anführen, das ich als Aufhänger nehmen möchte, auf die angesprochenen Kategorien oder auch Gattungen einzugehen, die gerade auch für den Sammler von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen interessant sein könnte.

Kategorien und Gattungen in der Malerei

Im Nachfolgenden möchte ich die verschiedenen Grundrichtung anführen, die die Motivwahl eines Bildes bestimmen können.
Am ältesten dürfte die „Historienmalerei“ sein. Das Historienbild hat seinen Ursprung in der Renaissance und wurde in der Regel vom Geldadel, sei er nun religiösen oder profanen Ursprungs, in Auftrag gegeben. Er zeigt je nach Intention der Auftraggeber religiöse Motive mit bekannten Figuren wie Jesus, den Jüngern oder Aposteln in ausgewählten Situationen bis hin zu Schlachtengemälden mit bekannten militärischen oder politischen Führern. Die Motivation ist breit gefächert und stellt gewünschte Situationen dar, die in der Regel wenig Bezug zur Wirklichkeit haben.
Bekannt ist die Gattung „Stilleben“ oder „Stillleben“. Wie der Begriff schon aussagt, werden als Motiv unterschiedlichste Dinge dargestellt, die still, also unbewegt sind. Dies können Dinge aus der Natur, dem Haushalt, dem Alltagsleben oder auch Tiere sein. Das bekannteste Motiv wird wohl die mit Blumen gefüllte Vase sein. Das Stilleben erhielt seine besondere Beliebtheit schon im Barock.
Eine der bekanntesten Gattungen stellt das Portrait dar. Beim Portrait werden Personen, vorwiegend das Gesicht oder der Oberkörper, abgebildet. Auch diese Art der Malerei hat seinen Ursprung bereits im Barock. Beim Begriff „Portraitmalerei“ fallen uns natürlich sofort die langen Bildergalerien von Besuchen in Burgen und Schlössern ein. Es gehörte einfach dazu, sich für seine Nachkommen portraitieren zu lassen. Die Portraitmalerei hat in unserer Zeit jedoch enorm an Bedeutung verloren. Das Foto hat hier die Malerei fast vollständig verdrängt!
Zeichnung vom alten Frankfurt

Zeichnung, wohl mit Bleistift, vom alten Frankfurt

Die „Landschaftsmalerei“ war zwar schon sehr früh in gotischen Zeiten bruchstückhaft vorhanden, hatte zu jenen Zeiten zarte Anfänge, aber so richtig losgelegt hat sie mit Beginn der Aufklärung Mitte und Ende des 18. Jahrhunderts. Die von Rousseau ausgehende Aufklärung räumte mit vielen metaphysischen Verklärungen von Religion auf. Die Religion konnte dem Einzelnen dies Metaphysische und Spirituelle nicht mehr geben; man suchte es nun zum Beispiel in der Malerei. Allein die Wolken beim bekanntesten Landschaftsmaler im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts, Caspar David Friedrich, haben etwas ungewohnt und ergreifend Übersinnliches, – ja es hat schon etwas von einer transzendentalen Malerei!
Meine Lieblingsgattung im weiten Reigen der Malerei ist die „Genremalerei“. Genremalerei bedeutet Darstellung von Szenen aus dem Alltagsleben. Ich finde diese Richtung der Malerei schon
deshalb interessant, weil sie Aussagen zum jeweiligen Alltagsleben, zu den Wohnbedingungen, den sozialen Verhältnissen, zur jeweiligen Mode und so weiter macht. Liebevolle Betrachter der Alltagsszenen ihrer Zeit waren Carl Spitzweg und Heinrich Zille in Berlin („Zille sein Milljöh).
All diese Gattungen der Malerei werden von ihrer jeweiligen Zeit beeinflusst. So gibt es Milieustudien in der Romantik, wir haben sie beim Impressionismus, etwas abstrakter ausgeprägt beim Expressionismus, kritisch bis bisweilen bissig beim Surrealismus.




Das Sammeln von Bildern

Dies alles ermöglicht nun interessante Perspektiven für den Sammler. Natürlich wird es immer die Sammler geben, welche es ausschließlich zu den bekannteren alten Meistern hinzieht. Diese Klientel steht noch in der Nachkommenschaft des alten Geldadels. Klein in ihrer Anzahl, sorgt sie doch dafür, dass gerade die alten Meister preislich völlig überbewertet werden. Diese Werke sind für den normalen Sammler kaum erschwinglich. Wer sich trotzdem zu einer alten Stilrichtung hingezogen fühlt, sollte es vielleicht mit Werken aus dem Umkreis oder gar der Werkstatt des jeweiligen großen Meisters versuchen. Diese sind bei Weitem günstiger zu erwerben und weisen vielfach gleiche Qualität auf. Allein in der Landschaftsmalerei sind nur in den Niederlanden Millionen von Gemälden sowie Aquarelle und zeichnerische Vorstudien entstanden, ein riesiger Basar für den interessierten Sammler! Und Aquarelle und Zeichnungen haben seit einigen Jahren ihre ehemalige Bestimmung, lediglich Vorarbeit zu einem „richtigen“ Ölgemälde zu sein, abgestreift und sind zu eigenständigen Kunstwerken herangereift. Die Preise hinken denen der Ölgemälde allerdings noch beträchtlich hinterher!
Vernünftig wäre es, sich auf weniger populäre Künstler zu verlegen. Meine favorisierte Richtung wären Gemälde, Milieustudien meiner Heimat, etwa von Frankfurt oder aus Kassel, durchaus aus den verschiedenen Jahrhunderten, und dann als Ölgemälde, Aquarell und Zeichnung. Bezüglich einer späteren Verwertung sollte man natürlich immer auf eine gute Erhaltung der Exponate Wert legen. Bei guter Erhaltung und guter zeichnerischer oder malerischer Darstellung wäre es mir übrigens auch egal, ob der jeweilige Künstler im Thieme-Becker, dem umfassensten Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis in die Gegenwart, erwähnt wird. Ein gutes Werk wird von selbst seinen Weg gehen.

Ein Kommentar über “Gemälde, Bilder”

  1. Dieter Radmachers schrieb:
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    Habe diese Bild geerbt,wer kennt sich aus ?

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