Sammeln von alten Feuerzeugen

Ein Blick in die Geschichte

Die Geschichte der Feuerzeuge beziehungsweise der Zündgeräte reicht zurück bis zu den Anfängen, als man versuchte, Feuer zu entfachen. Bereits im Steinzeitalter 30.000 bis 60.000 Jahre vor unserer Zeit, begannen Menschen, mit Hilfe von Feuersteinen, Zunder (entflammbares Material) sowie Pyritsteinen. Feuersteine sind harte Kieselsteine aus zum Beispiel Kreideschichten. FeuersteinAuf dem Foto habe ich einen solchen Feuerstein abgebildet. Diesen habe ich vor Jahren bei einem Aufenthalt auf Rügen mitgenommen. Dort gibt es große Felder von solchen Feuersteinen. Der Pyrit ist ein schwefelhaltiges Gestein aus der Familie der Sulfitgesteine, welches ebenfalls häufig verbreitet ist und oft metallisch-golden glimmert.

Bild links: Feuerstein von der Insel Rügen

Es wird im Volksmund auch Katzengold genannt. Beim Schlagen des Feuersteins auf den Pyrit entsteht ein Funken, welcher den Zunder, getrocknete Pflanzenreste und kleine trockene Holzstückchen, zum Glimmen bringt. Diese Komponenten bildeten quasi das „erste Feuerzeug“. Ähnlich alt ist die Methode, Feuer statt durch Steinschlagen durch Reibungswärme herzustellen. Hierbei wird hartes Holz auf weicherem Holz gerieben; bekannt ist das Drehen von harten Holzstücken auf weichem Holzmaterial auch noch bei heutigen Eingeborenenvölkern.

Später zur Eisenzeit und bei den Römern kam das Feuerschlagen durch Metall (Eisen) hinzu. Später wurde diese Methode dahingehend verfeinert, dass man das Metall in einen rauhen Zustand versetzte, über welchem man anschließend den Feuerstein oder den Pyritstein reiben konnte. Der Zunder wurde dann von den abspringenden Funken zum Glimmen gebracht. Heute wird diese Methode als Pinkfeuerzeug bezeichnet, abgeleitet von dem Wort „pinken“ für Feuerschlagen.

Die genannten Gerätschaften, nämlich der Feuerstein, der Zunder als auch das Metall zum Reiben wurden in einer sogenannten Zunderbüchse aufbewahrt. Zunderbüchsen aus den 30er JahrenDiese Zunderbüchsen gab es noch bis zum 2. Weltkrieg, obwohl sie ihre größte Verbreitung bis etwa 1850 hatten. Die Zunderbüchsen, die man durchaus zu den ersten modernen Feuerzeugen zählen darf, wurden im 19. Jahrhundert nach und nach von den Zündhölzern abgelöst.

Das Bild rechts, welches mir freundlicherweise von Stefan Kamlah überlassen wurde, zeigt solche Zunderbüchsen aus den späten 30er jahren des 20. Jahrhunderts

Zündhölzer und Zündholzschachteln oder auch Streichholzschachteln haben sich allerdings unabhängig von den Feuerzeugen zu einem eigenständigen Sammelgebiet entwickelt; aus diesem Grunde behandeln wir Streichhölzer beziehungsweise Zündhölzer unter dem Sammelgebiet Streichholzschachteln.




Die weitere Entwicklung auf dem Gebiet der Feuerzeuge

Neben den Zunderbüchsen gab es bemerkenswerte Entwicklungen auf dem Gebiet der chemischen Feuerzeuge, zudem gab es elektrisch zündende Feuerzeuge, die sogenannten Fürstenberger Feuerzeuge, welche mit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts modern wurden sowie galvanische Feuerzeuge und Zündbandfeuerzeuge um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Das nach unserem Verständnis moderne Feuerzeug ist dem österreichischen Naturwissenschaftler Carl Auer von Welsbach zu verdanken: Nach der Entdeckung des Cerium-Metalls kreierte er eine Legierung aus Eisen und Cerium, welches beim Reiben einen solchen Funkenschlag erzeugte, dass nun auch die heute bekannten Dochte zum Entflammen gebracht wurden. Die Dochte waren mit Benzin, oftmals auch Alkohol getränkt. Die Wirkung des Funkenschlags war so enorm, dass wie heute eine ganz kurze Reibung zum Entfachen des Dochtes genügte. Cerium kannte man bereits einige Jahrzehnte früher und mischte das Metall auch den sogenannten Pinkfeuerzeugen in den Zunderbüchsen bei. Der Verdienst von Welsbachs war es, die besondere Zusammensetzung der Legierung herausgefunden zu haben, die es nun ermöglichte, auf die einzelnen Bestandteile in den Zunderbüchsen zu verzichten und durch die Entzündung mittels einer ganz kurzen Reibung, diese Einzelbestandteile in immer kleineren Behältnissen zu einer Einheit zusammenzutun. Benzinfeuerzeuge, Feuerzeuge für BenzinEr meldete seine Entdeckung im Jahre 1903 zum Patent an. Im Prinzip funktionierten die Benzinfeuerzeuge des frühen 20. Jahrhunderts wie auch unsere heutigen Feuerzeuge ähnlich wie die

Das Bild zeigt Benzinfeuerzeuge, links der Efka-Tank sowie rechts das berühmte Zippo

alten Pinkfeuerzeuge, die Hülle heutiger Feuerzeuge könnte dann die moderne Zunderbüchse sein.

Die letzten Jahrzehnte

Seit seiner Entwicklung vor nun über 100 Jahren hat sich der Cerium-Feuerstein behauptet. Parallel ging die Entwicklung allerdings weiter. Bereits in den 30er Jahren wurden aus Benzinfeuerzeugen erste Gasfeuerzeuge abgeleitet. Benzin wurde durch Butangas ersetzt. Massenhaft hergestellt wurden Feuerzeuge mit Gas jedoch erst nach dem zweiten Weltkrieg mit Beginn der 50er Jahre. Moderne FeuerzeugeDie Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist gekennzeichnet von der Hinwendung zum elektronischen Feuerzeug; bei neueren Feuerzeugen wird der Funke durch die Piezo-elektronische Zündung erzeugt. Die modernen, massenhaft hergestellten Feuerzeuge stellen zwar kaum noch Sammlerstücke dar, aber sie haben andere Qualitäten. So gehören sie zu den beliebtesten Werbeartikeln, da sie sich vorzüglich für einen Werbeaufdruck eignen und sie letztendlich jeder gebrauchen kann. Und weil sie häufig verloren gehen, ist Ersatz immer wieder gern gesehen, so dass viele Unternehmen sie jedes Jahr wieder als Streuartikel bestellen.

Bild links zeigt moderne Feuerzeuge in unterschiedlichem Design mit elektronischer Zündung

siehe auch Literatur über Feuerzeuge

6 Kommentare über “Feuerzeuge”

  1. Breidenbach schrieb:
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    Guten Tag.
    Ich habe in meiner Sammlung aus den 80ern unter anderem ein Tischfeuerzeug.
    Es ist aus Metallguss. An der Unterseite ist ein Aufkleber „Kunstgiesserei Caspers, blauer Salon. Und ein Aufkleber mit einer Handgeschriebenen Art.Nr. Kann mir vielleicht jemand näheres darüber sagen.

  2. S.Eggler schrieb:
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    Wer alles über Feuer und Feuerzeuge erfahren möchte, soltte eine Führung in der Brillenhölle in Blaubeuren besuchen. Da wird sogar das erste Feuerzeug (Holz) vorgeführt.

  3. S.Eggler schrieb:
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    Alles Super toll beschrieben.
    Wer mal nach Blaubeuren kommt kann eine Führung in der Brillenhölle mitmachen, dort wird alles über Feuer erklärt und sogar das aller erste Feuerzeug(Holz)vorgeführt. Kann diese Führung nur empfehlen für JUNG + ALT.

  4. Michael Kreß schrieb:
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    Eine Korrektur zur der Bildbeschreibung Zunderbüchsen. Bei der Abbildung dieser drei Zunderbüchsen, handelt es sich um Zünderbüchsen-Transportbehälter in denen empfindliche Kopf-Aufschlagzünder für Granaten gelagert und transportiert wurden. Diese Zünderbüchsen haben mit Ihrem Thema nur so viel zu tun, dass bei der Explosion eines Aufschlagzünder zwar auch ein Funke-Flamme entsteht, diese sollte die Explosive Ladung der Granate entzünden. Es sind keine Feuerzeuge oder Aufbewahrungsbehälter für Materialien zum Feuer machen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Kreß

  5. Feuerzeug schrieb:
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    Dass das Feuerzeug so eine Geschichte hat,hätte ich nicht gedacht.Aber interessant was man alles noch nicht weiß.

    werbeartikel-titan.net

  6. Netzberger Walter schrieb:
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    Hallo Sg. Firma.
    Zuerst die besten Grüße aus Garmisch .
    Frage. Gibt es eien Reparatur Anleitung für ein Goldenes Rowenta Feuerzaug Gas.DANKE

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