Ephemera sammeln

Ephemera – ein nahezu unbekannter Begriff

Ephemera als Sammelgebiet klingt zunächst etwas fremd. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „eintägig“, „vergänglich“, „vorübergehend“. Ephemera sind also Dinge aus der Alltagswelt, Dinge, die zum täglichen Gebrauch bestimmt sind. Heute würde man auch sagen, es handelt sich um Wegwerfartikel. Allerdings handelt es sich um solche , die fast ausschließlich aus Papier hergestellt sind.

Preisetiketten von Sügro, Dr. Hillers und Novesia

Ephemera von SügroDies können aus Papier gepresste Artikel sein, es können auch gestempelte, gestanzte oder gedruckte oder sonst wie grafisch gestaltete sein. Aber auch solche auf Pappe, Karton oder Kunststoff gehen als Ephemera durch, auch einmal aus Aluminium. Aber das sind die selteneren Fälle. Dabei ist es egal, ob es sich um gegenwärtige Stücke oder solche aus der Vergangenheit handelt. Und es sollte natürlich in ein Sammelalbum passen!

Was sind Ephemera

Ephemera-Stücke können sein die Rechnung meiner Ferienwohnung, die Eintrittskarte ins Kino oder die Eintrittskarte meiner Mutter ins Konzert von Peter Alexander, die Eintrittskarte auf den Flohmarkt oder ins Kino, die Mitgliedskarte beim Golfclub, das Flugticket nach Mallorca, der Briefkopf einer Firma, Lesezeichen für Bücher, Kassenbons und Lotterielose, Kofferanhänger und Werbemarken, Aufkleber aller Art, Prospekte und Kellnerrechnungen, Visitenkarten und Zuckerpapiere, Bieretiketten und Weinetiketten, alte Geldscheine, Postkarten und alte Schallplattenhüllen, Werbepostkarten, Sammelbilder und Bierdeckel, Poster, Plakate, Werbezettel, Warenetiketten und Ausweise, Autoaufkleber und Essenbons, Gutscheine, Einladungen, Flaschenetiketten, Notgeld, Etiketten von Zigarettenschachteln und Streichholzschachteln, Werbemarken und Siegelmarken und und und. Die Liste ließe sich noch lange fortführen. Manche der aufgeführten Dinge haben sich mittlerweile selbst als Sammelgebiete generiert. Obwohl der wahre Ephemerist alles sammelt, sollte er sich doch irgendwann spezialisieren. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit, den Überblick zu verlieren, doch sehr groß.

Der Anfang war in England

Aufgekommen ist das Sammeln von Ephemera im Land der spleenigsten Sammelleidenschaften und Wetten, in England. Dort werden Ephemera auch als „bygones“ bezeichnet, also Vergangenes, Dinge aus Papier, die man genutzt hat. Und die man normalerweise, weil es überflüssiger Plunder wäre, weggeschmissen, entsorgt hätte. Hat man aber nicht! Man hat diese Gegenstände aufbewahrt und besitzt nach einiger Zeit papierene Zeitzeugen für die Kulturgeschichte, Kunstgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte einer Epoche, eines Landes, einer Stadt, eines Vereines oder oder oder. So kann aus jedem noch so unscheinbaren Dokument ein wichtiges Zeitdokument werden.

Nicht nur aus diesem Grunde hatte sich schon 1975 in England, in London am Fitzroy Square, die „Ephemera Society“ gegründet, kurze Zeit später auch in Vermont in den USA. Zeitschrift Der EphemeristSie veröffentlichten seit 1975 ihre regelmäßige Zeitung „The Ephemerist“ , die über gedruckte und handgeschriebene Ephemera berichtete. Die Zuwendung zu den liebgewonnenen papierenen Belegen hat natürlich auch seinen Grund in der Entwicklung zu einem zunehmend papierlosen Umgang im Alltagsleben. Digitale Belege ersetzen seit den 70er Jahren immer mehr Bargeld, Eintrittskarten, Buchungsbelege und vieles mehr. Dies gilt um so mehr für die großen Bereiche der Werbung, der Seminartätigkeit oder der Präsentation, die insgesamt ein reiches Spektrum an Ephemera bieten. Präsentationen oder Erreichen des Kunden für ein bestimmtes Produkt finden heute zudem auf einer gänzlich geänderten Ebene statt. Ob auf Ausstellungen, Seminaren oder Präsentationen, für die schnelle, situationsbezogene Information spielen clip chart, roll up, flip chart und Beamer eine immer größere Rolle. Wer noch weiß, wie mühselig und zeitraubend noch vor wenigen Jahren der Aufbau und Ablauf einer Präsentation war, wird insbesondere zeitsparende Systeme wie die roll ups bevorzugen lernen. Dagegen verkommen alte Mittel der Präsentation wie zum Beispiel die Litfaßsäule für Poster und Plakate immer mehr zum verklärten Objekten der Nostalgie, zu beliebten Objekten für Sammler. Aktuelle Trends und Hintergründe zum Sammelgebiet Ephemera sind über die „Ephemera Society“ in England beziehungsweise der „Ephemera Society“ in den USA zu erfahren.

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