Design, Industriedesign, funktionales Design

Überlegungen über Design

Wenn man über die guten alten Dinge schreibt, über Dinge, die es wert sind zu sammeln, dann kommt die Sprache immer mal wieder auf den Begriff „Design“. Ich muss zugeben, dass ich oftmals Schwierigkeiten mit der Auslegung dieses Begriffes habe. Es ist doch vielfach gängig, Design mit der äußeren Form eines Gegenstandes, zumeist sind es Gebrauchsgegenstände, in Zusammenhang zu bringen.
Aber bezieht sich Design eigentlich nicht eher auf den Entwurf anstatt auf die Gestaltung? Beim Entwurf eines Gebrauchsgegenstandes sollte man schon einbeziehen, welche Funktionen er später erfüllen soll. Diese Nutzungen stehen doch im Vordergrund der Betrachtungen! Und die Ästhetik bleibt dabei vorerst nebensächlich!Sektgläser - Gutes Design oder nicht?

Sektgläser aus den 60er Jahren – oder sind es doch Blumenvasen?

Natürlich ist etwas gelungen, was nicht nur gut nutzbar ist, sondern auch noch schön aussieht. Mir fallen als Beispiel einige Sektgläser aus den 60er Jahren ein. Ihre äußere Einfachheit und Farbigkeit lassen sie aus ästhetischem Gesichtspunkt wahrlich brillieren. Aber ihre Nutzbarkeit als Sektglas ist durch ihre schmale Form sehr umständlich und eingeschränkt. Ein für diese Form der Nutzung schlechter Entwurf gepaart mit einer guten Ästhetik führt somit aus meinem Empfinden zu einem mittelmäßigem Design. Hätte ich andererseits denselben Gläsern von vornherein die Funktion als Blumenväschen zugestanden, denn dazu eignen sie sich wunderbar, so hätte ich insgesamt von einem guten Design gesprochen.
Ich möchte daher behaupten: Wahres gutes Design sieht man nicht immer, aber man spürt es, wenn man einen Gegenstand benutzt. Wenn er gut in der Hand liegt, wenn er sich gut nutzen lässt, wenn er für seine ihm zugedachten Funktionen „wie geschaffen ist“, dann ist auch sein Design gut! Oder wie es der unvergessene Lucius Burckhardt einmal sagte: “Design ist unsichtbar!“

Der Zugang zu gutem Design benötigt Zeit

Obwohl es Design in diesem Sinne schon immer gibt, ist es doch erst als „gute Form“ durch Werkbund und Bauhaus in den Fokus der Öffentlichkeit, in diesem unseren Falle den Fokus der Sammler, geraten. Funktionales Design oder Industriedesign beginnt irgendwie mit den genannten Einrichtungen und Schulen und wird heute eben mit sogenanntem „guten Design“ gleichgesetzt. Wie gesagt, dieses gute Design muss sich nicht an der äußerlichen Form festmachen. Ich muss ehrlich sein,- auch bei mir hat es gedauert, bis ich einen Zugang zu funktionalem Design gefunden hatte, einen Zugang auf der Ebene des Sammlers. Noch völlig fasziniert von den schwungvollen Formen zum Beispiel des Historismus, der Gründerzeit oder des Jugendstils empfand ich damit vergleichend zum Beispiel die Bauhaus-Architektur sowie das Bauhaus-Design allgemein als irgendwie störend, als langweilig und fragte mich, was denn daran so toll wäre. Erst später, über die Funktionalität, die Handhabbarkeit dieser Produkte fand ich auch den Zugang zu der äußerlichen Ästhetik.




Funktionales Design gibt es auf allen Produktebenen

Man mag mir die Verwendung der Begrifflichkeit „funktionales Design“ vergeben; selbstverständlich ist jedes gute Design von sich aus funktional! Ich möchte damit nur verdeutlichen, dass Design nicht auf Äußerlichkeit zu reduzieren ist, wie dies doch gemeinhin getan wird. Funktionales oder Industriedesign gibt es in nahezu allen Produktsparten zu entdecken. Funktionales ergonomisches Design gibt es im Bereich der Möbel, im Haushaltsbereich bei Elektrowaren, Uhren oder Haushaltsmaschinen, im Bereich der Glasproduktion, der Unterhaltungselektronik, bei Musikinstrumenten, im Bereich Büro und Schreibtechnik  und hier insbesondere bei den Kugelschreibern und Füllfederhaltern,  im Bereich Keramik und Porzellan oder auch bei gewöhnlichen Gebrauchsgegenständen wie Feuerzeugen, Brillen, Spielen. Die Aufzählung ist noch lange nicht abgeschlossen. Für das immer größer werdende Heer der Sammler gibt es gewisslich unterschiedliche Interessen. Ich kenne Sammler, welche sich grundsätzlich dem gesamten Bereich des Designs zuwenden; andere sammeln ausschließlich Design-Exponate eines bestimmten Produktbereiches wie zum Beispiel Haushaltswaren oder Möbel. Neben den einzelnen Produktbereichen kann man sein Sammelgebiet auch nach den unterschiedlichen Epochen ausrichten; zum Beispiel sind hier die 50er und 60er Jahre oder auch die 70er Jahre mit ihren jeweils typischen Designs Gegenstand eines stets wachsenden Sammlerkreises. Über das Design der 50er und 60er Jahre habe ich an anderer Stelle ausführlicher berichtet. Neben den Produktsparten und den Zeitepochen haben sich vermehrt Sammler gefunden, die sich ganz bestimmten Künstlern und Designern zuwenden oder auch dem Industriedesign ganz bestimmter Firmen wie Braun oder Philipps.

Das Sammlerinteresse auf dem Gebiet Design scheint sich insgesamt zu konzentrieren auf einen Zeitraum vom Beginn des Bauhauses bis hin zu bekannten Designern unserer heutigen Zeit. Die Einflüsse kommen hierbei nicht nur vom Bauhaus, sondern auch aus Skandinavien, den USA oder auch der Ulmer Hochschule für Gestaltung. Im nachfolgenden möchte ich einige dieser Sparten im Sinne einer Anregung ansprechen, allerdings lediglich exemplarisch ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

siehe auch Braun-Design

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