Alte Bügeleisen sammeln

Das Bügeln sowie der Umgang mit einem Bügeleisen gehören laut Umfragen zu einer der eher unangenehmen Tätigkeiten im Haushalt. Viele Hausfrauen und Hausmänner greifen lieber zum Kochlöffel oder zum Staubsauger. Vielleicht geht das Glätten von Hemden und anderen Kleidungsstücken ein wenig vergnüglicher von der Hand, wenn mehr über die Historie dieses Haushaltsgegenstandes bekannt ist. So ist die Historie des Bügeleisens lang und interessant. Viele Modelle wiesen extravagante Designs auf, an denen sich noch heute viele Sammler erfreuen. Begleiten Sie mich bei unserer Reise in die Vergangenheit und entdecken Sie die Geschichte des Bügeleisens!

Die mühsamen Anfänge

Wer sich das mühsame Glätten von Stoffen in der Vergangenheit vergegenwärtigt, wird das Bügeleisen mehr zu schätzen wissen. Die Vorläufer unser Bügeleisen reichen bis in die Zeit vor unserer Zeitrechnung zurück. Sie führen uns in das alte China. Damals wurde zum Glätten von Textilien pfannenförmige Bügeleisen verwendet, welche aus Bronze angefertigt worden sind. Die Büglerin befüllte diese spezielle Pfanne mit glühenden Kohlen oder Sand. Anschließend wurde das innovative Gerät, von dem Funde existieren, sorgfältig und langsam über die Stoffbahnen gefahren. Zwei oder drei Helferinnen hielten den Stoff an den Enden fest. Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete sich diese Bügelpfanne in vielen Regionen Asiens, sodass diverse Variationen entstanden.

In Europa wurden anfänglich sehr aufwendige Pressverfahren verwendet, um die Stoffe zu glätten. Im 14. Jahrhundert ist die erste Wäschemangel konstruiert worden, welche durch ein Tretrad betrieben worden ist. Das erste Gerät, welches unserem heutigen Bügeleisen ähnelt, war das Volleisen. Es wurde aus Stahl oder Eisen geschmiedet und stammt aus den frühen Jahren des 16. Jahrhunderts. Vermutlich wurde es entworfen, da der damalige Kleidungsstil komplizierte Schnitte und Raffinessen vorsah. Zur Mode gehörten beispielsweise gepuffte Ärmel und voluminöse Halskrausen. Damit diese Stoffe die richtige Form erhielten, war ein Bügelinstrument notwendig.

Es gab zwei Grundtypen des Volleisens. Die Flach- oder Anlegeeisen waren leicht. Die Press- oder Blockeisen deutlich schwerer. Diese beiden Varianten gab es in unterschiedlichen Größen und Formen. Ihre Gemeinsamkeit bestand darin, dass sie vor dem Gebrauch auf einer Wärmequelle aufgeheizt werden mussten. Die ursprünglich handgeschmiedeten Exemplare wurden Ende des 18. Jahrhunderts bereits in Serie hergestellt. Da sie ein beträchtliches Gewicht aufwiesen, wurden zum Bügeln starke Arme und viel Ausdauer benötigt. Neben dem hohen Gewicht bargen sie ferner den Nachteil, dass die Finger sich leicht verbrennen konnten. Aus diesem Grund war bei den massiven Blockeisen die Griffe mit isolierenden Materialien wie Leder oder Holz überzogen. Flacheisen wiesen meist Metallgriffe auf. Einige der Blockeisen sind mit dekorativen Figuren versehen worden, bei denen es sich meist um Tierkörper handelt. Auch die Flacheisen zeigten Schmuckelemente wie Herzen, Blumen, Früchte und Wappen.

Der Vorteil „mehrere Eisen im Feuer zu haben“

1871 hatte eine gewisse Mrs. Potts aus den USA eine geniale Idee. Sie reduzierte die Verbrennungsgefahr beim Bügelprozess, indem sie die Decke des Bügeleisens mit Asbest verkleidete und einen Griff entwarf. Letzterer konnte mit wenigen Handgriffen am Eisen befestigt werden. Durch diese Methode wurden nicht nur die Finger geschont, sondern es war auch ein effizienteres Bügeln möglich. Zuvor musste die Arbeit immer wieder unterbrochen werden, wenn das Eisen seine Wärme verloren hatte. Jetzt konnten mehrere Eisen gleichzeitig erwärmt werden, welche mit dem auswechselbaren Griff geführt wurden. Flacheisen dieses Typs hatten in Europa und den USA einen großen Erfolg und sie wurden in den verschiedensten Variationen produziert. Meist konnten sie in einem Satz erworben werden, welcher sich aus einem Griff und bis zu vier Eisen zusammensetzte. Sammler interessieren sich häufig für die unterschiedlichen Mechanismen, mit denen der Griff an dem Eisen fixiert werden konnte. Zwischen den Jahren 1880 und 1930 wurden viele Patente erteilt für Blockeisen mit auswechselbaren Griffen. Im Wesentlichen kann zwischen Schwalbenschanzverschlüssen, Schraubverschlüssen sowie Exzenter- und Ösenverschlüssen unterschieden werden. Als Wärmequelle für alle diese Eisentypen diente der häusliche Kohle- oder Gasherd, was sich gelegentlich als sehr umständlich erwies.

Dem Eisen geschickt Wärme geben – Bolzeneisen, Kohlebügeleisen und Glühstoffeisen

Die Bolzeneisen sollten das Wärmeproblem lösen. Sie existieren bereits seit dem späten Mittelalter. Diese Geräte besaßen im Fuß einen Hohlraum, in dem ein Bolzen lag. Dieser konnte in einem Ofen erhitzt werden. Grundsätzlich kann zwischen zwei Typen unterschieden werden. So wurden die älteren Eisen meist per Hand geschmiedet. Sie wurden aus vielen Teilen zusammengenietet oder hartgelötet. Neuere Eisen sind aus einem Guss aus Eisen oder Messing geschaffen worden. Bolzeneisen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert waren mitunter wahre Kunstwerke. Die Griffe wurden aus Holz hergestellt, aus Elfenbein geschnitzt oder bestanden aus geblasenem Glas. Sie ruhten auf Streben, die ebenso sehr aufwendig gestaltet worden sind. Nur wohlhabende Damen besaßen solche exklusiven Bügeleisen. Häufig waren sie Teil der Aussteuer.

Altes BügeleisenZudem gab es Eisen, die eine eigene Befeuerung besaßen. Sie wurden mithilfe von Glut aus dem Herd oder Holzkohle betrieben und nannten sich Kohlebügeleisen. Eigentlich waren sie eine Weiterentwicklung der asiatischen Bügelpfannen.

Im Bild ein altes Bügeleisen aus Volleisen

Die Kohleeisen hatten viele Nachteile, sodass das Bügeln häufig in einem Akt der Verzweiflung endete. Ähnlich wie bei den Bolzeneisen und Flacheisen bestand stets die Gefahr, dass die gewaschene Wäsche durch fliegende Asche ruiniert werden konnte. Zudem qualmten die Kohlebügeleisen stark und stanken so im ganzen Haus. Das Kohleeisen wurde schließlich zum Glühstoffeisen weiterentwickelt. Die berühmtesten Exemplare sind seit dem Jahr 1894 von der Glühstoff-Gesellschaft Dresden fabriziert worden. Drei Jahre später kam das verbesserte DALLI Eisen auf den Markt. Ferner gab es im Jahr 1850 Versuche, eine Beheizung durch Spiritus zu ermöglichen. In den 1920er Jahren wurde mit Leuchtgas eine weitere Energiequelle genutzt. Eine neue Ära des Bügelns ist jedoch mit der Erfindung des elektrischen Eisens am 24. August 1890 eingeläutet worden.

Mit Elektrik die Wäsche praktisch Glätten

Ende des 19. Jahrhunderts wurden diverse Patente über ein elektrisch beheiztes Bügeleisen erlassen. Das älteste Patent in Deutschland dürfte aus dem Jahr 1890, was eine Patentschrift des kaiserlichen Patentamtes in Berlin bezeugt. Durch die allgemeine Elektrifizierung ging die Weiterentwicklung der Bügeleisen im 20. Jahrhundert schnell voran. Dies wirkte sich nicht nur auf die Technik aus, sondern beeinflusste auch das Design der Geräte. Anfangs erschienen die elektrischen Bügeleisen relativ klobig und handlich. Die Modelle für den Privathaushalt in den 1920er Jahren waren hingegen deutlich zierlicher und formschöner.Untersetzer

Mit den Elektrobügeleisen waren die herkömmlichen Bügeleisenformen nicht in Vergessenheit geraden.

Bild rechts Alter Untersetzer für ein Bügeleisen

Es dauerte eine Zeit, bis sich die Gewohnheiten im Bügeln deutlich änderten. Die Reaktionen der Hausfrauen waren anfangs sehr verhalten. Dies begründete sich unter anderem darin, dass die Versorgung der Privathaushalte mit Strom nur sehr schleppend voranging. Und viele, die bereits einen Stromanschluss für das Licht hatten, schreckten noch vor der Nutzung von anderen elektronischen Geräten zurück. Bis Ende des Ersten Weltkrieges war Strom sehr teuer. Stetig musste die damalige Elektrizitätswirtschaft dagegen ankämpfen, dass der Strom nicht zu den Luxusartikeln gehören würde. Es ist amüsant, wie sich die Geschichte hier wiederholt. Heute kämpft die Elektrizitätswirtschaft erneut gegen dieses Image an.




Bügeleisen als interessante Sammlerobjekte

Das Bügeleisen hat eine interessante Entwicklung durchgemacht. So unterschiedlich wie die einzelnen Modelle auch aussahen und funktionieren, sie haben doch einen Aspekt gemeinsam. Sie gehören zu den Haushaltsgeräten, welche nicht gerne genutzt werden. Vielleicht sollten wir beim nächsten Bügeln daran denken, welche Fortschritte in diesem Bereich erzielt worden sind und wie schwierig sich das Glätten von Stoff vor einigen Jahrhunderten gestaltete. Ungeachtete dessen gehören Bügeleisen zu begehrten Sammlerobjekten. Es gibt eine große Fangemeinde für Plätteisen jeglicher Art. Insbesondere im Bereich der Elektroeisen wird Neueinsteigern ein weites Feld an interessanten Entdeckungen geboten. Immerhin gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts eine große Anzahl an Erfindungen und Patenten, sodass viele Variationen entstanden sind.

10 Kommentare über “Bügeleisen”

  1. Nadine schrieb:
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    Hallo Zusammen,
    Ich habe diese Bügeleisen noch von einem Erbe, mich würde interessieren ob diese einen ädert haben und wie alt die wirklich sind. Vielleicht kann ich hier ein paar Antworten finden.
    Vielen lieben und und viele Grüsse

  2. Ursa schrieb:
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    Hallo,

    kann mir jemand vielleicht sagen, wie alt dieser Kohlebügeleisen ist? Ich würde es gerne verkaufen, deshalb möchte ich ein bisschen mehr über es wissen.

    Grüße
    Ursa

  3. Katharina von Schledorn schrieb:
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    ich habe ein Bügeleisen zu verkaufen, möchte das jemand?

  4. Sandra Hecht schrieb:
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    Liebe Sammler, Vereine und Museen,

    ich wende mich an dieses Forum mit einer großen Bitte. Mein Vater ist leidenschaftlicher Sammler von Bügeleisen und seine Sammlung umfasst mittlerweile mehr als 2.200 Bügeleisen bzw. Sammlerstücke rund um das Bügeln. Er möchte in den nächsten Jahren seine Sammlung aus Gründen des Alters auflösen und sucht nach einer Möglichkeit seine Sammlung in Form einer Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen.

    Bitte melden Sie sich bei mir bei Interesse und gerne und dankbar leite ich dann Ihren Kontakt an meinen Vater weiter.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sandra Hecht
    (sandra_hecht@hotmail.fr oder 0160-92438235

  5. Zabel schrieb:
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    Welcher Sammler möchte in Zwönitz/Erzgebirge seine Sammelleidenschaft im Museum Knochenstampfe in einer Sonderausstellung zeigen?
    Zabel
    Museumsleiter

  6. Herbert Willauer schrieb:
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    diese Bügeleinrichtung, so nannte mann es 1936 war wohl eines von ersten elektischen. es besteht aus einer Ladestation und zwei Bügeleisen, mit orginal Kabel.An der Ladestation kann mann die Teperatur einstellen, und wenn dies erreicht ist kommt ein Klingelton: Die Einrichtung ist in einem gute Zustand und ist voll funktionsfähig

  7. Mirko schrieb:
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    Hallo!

    Kann mir jemand etwas über dieses Bügeleisen sagen? Alter? Firma? Wenn überhaupt, was ist so etwas wert?

    Vielen Dank

  8. Merker schrieb:
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    Hallo zusammen,

    wir suchen das Baujahr für ein Bügeleisen:

    Prometheus PL No: 1277
    450 W
    120-130V
    (Hinten an der Bügelplatte steht noch 12/2)

    Voigt & Haeffner AG, bzw. Prometheus GmbH (Frankfurt am Main)

    Blau lackierter Holzgriff (leider kann man hier ja keine Bilder posten).

    Gruss
    Merker

  9. Zoltan Toma schrieb:
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    Guten Tag
    Interessisrt mich, seit wann gibts Kohlebügeleisen aus Messing ?
    Gibts sowas überhaupt, oder nur aus Eisen ?
    Schwere Ausführung, verwchwärzt, schöner Patina,
    mit Deckel und Knauf aus Holz ?
    Danke im Voraus , für Ihre Antwort
    Mit freundlichen Grüßen: Toma

  10. W. LoeCherbach schrieb:
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    GÖTTER, GLÄTTER, GLANZ-BÜGELEISEN_3500 JAHRE TEXTILE GLÄTT- UND BÜGELEISEN_von den Anfängen bis zur frühindustriellen Moderne
    und weiltweiter Wortgeographie der Bügeleisen.
    ISBN 978-3-00-035444-1
    Ferner:
    URFORMEN EUROPÄISCHER SCHMIEDE-BÜGELEISEN
    ISBN-13: 978-3-00-019468-9

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