Rollo-Serie Kellermann

Rollos von CKO – die letzte große Modellauto-Serie aus Weißblech

Wenn man heute von Kellermann spricht, denken viele Sammler völlig zu Unrecht, wie unser Artikel über die Firma CKO zeigt, ausschließlich an die berühmte Rollo-Serie. Dies liegt wohl daran, dass ein Großteil der Sammler mit den Rollos groß geworden ist. Die Rollo-Serie wurde im Zeitraum von Mitte der 50er Jahre bis 1979 produziert und befand sich in den Verkaufsgeschäften noch bisAnfang der 80er Jahre. Ich selbst bin mit den Rollos aufgewachsen und da Jungs ja so gern mit Autos spielen, kam auch ich selbst unwillkürlich mit diesen Modellen in Berührung. Ich bin allerdings erst als Erwachsener im Zuge meiner Beschäftigung insbesondere mit den 50er und 60er Jahren zum Sammler von Rollos geworden. Dies hatte natürlich viel damit zu tun, dass diese Serie gerade die Automodelle nachformte, welche einem in der Kindheit begleiteten. So kann man durchaus feststellen, dass die Erinnerung an diese letzte Weißblech-Serie noch sehr ausgeprägt ist. Dadurch, dass Kellermann zu den letzten noch produzierenden Blechspielzeug-Herstellern gehörte, sind viele Modelle der etwa 150 Exponate umfassenden Serie noch relativ leicht ausfindig zu machen. Auch die Sammlerpreise befinden sich selbst jetzt noch auf einem Level, der für jeden Geldbeutel erträglich ist. Besonders die letzten Ausgaben in den 70er Jahren sind immer noch im zweistelligen Eurobereich zu erstehen, vielfach unbespielt in den Originalpackungen. Diese letzten Ausgaben blieben ganz einfach in den Geschäften liegen; das Interesse hatte sich längst dem Plastikspielzeug zugewendet. Auch beherrschten andere Motive als Spielzeugautos die Jugendzimmer, – ich denke hier zum Beispiel an das starke Aufkommen der japanischen Roboter. Kurz, das Spielinteresse in den 70er Jahren unterlag einem starken Wandel.

Rollos – trotz Massenartikel eine übersichtliche Modellbaureihe

Was das Sammeln der Rollos für den Liebhaber von Blechspielzeug der Wirtschaftswunderzeit zusätzlich noch motivieren sollte, ist die Übersichtlichkeit der Produktionsreihe. Bei ca. 150 Exponaten ist auch einmal ein Ende abzusehen. Es gibt zwar  hin und wieder abweichende sammelwürdige Facetten der einzelnen Produktionsnummern, was den Reiz des Sammelns zusätzlich erhöht, aber die Unübersichtlichkeit vieler heutigen Modellbau-Reihen, herbeigeführt ausschließlich aus kommerziellem Interesse, ist bei dieser wunderbaren Serie nicht gegeben.

Kellermann & Co produzierte diesen Artikel mit ca. 70 Beschäftigten allein in der Hochphase Mitte bis Ende der 60er Jahre als Massenartikel in tausendfachen Ausfertigungen. Die Auflagen stiegen in den 70er Jahren weiter. Die Autos waren zum Spielen für Kinder gedacht. Dementsprechend sieht allerdings auch der Zustand vieler Rollos aus. Vielfach eingedrückt und mit den typischen Schrammen und Riefen am Unterblech. Das Rollo Spielzeug war Billigspielzeug, nicht vergleichbar mit  den mit technischen Raffinessen ausgedachten Spielzeugen von Schuco oder Märklin, aber trotzdem, und dies ist das eigentlich verwunderliche, auf hoher Qualitätsstufe ausgeführt. So war Kellermann gerade bei den Rollos einer der Perfektionisten in der Verlappungstechnik. Der überwiegende Teil der Serie war mit Friktionsantrieb ausgerüstet; dieser Antrieb wurde auch als Rollerwerk bezeichnet, vielleicht kommt daher auch die Bezeichnung Rollo-Serie. Die Bezeichnung Rollo-Serie kommt bei Kellermann nur höchst selten vor, so dass die Vermutung aufkommt, dass eine solche Bezeichnung sich erst nach der Ausgabe mehrerer Modelle “eingebürgert” hatte, sie aber ursprünglich nicht vorgesehen war. So ist zum Beispiel auf der Verpackung der sehr seltenen CKO-Tankstelle mit der Artikelnummer 400 zu lesen: “passend für alle Fahrzeuge der CKO Rollo-Serie”.

Die Rollo-Serie bestand im Wesentlichen aus Automodellen. Angereichert wurde die Serie durch Zusatzexponate wie die erwähnte Tankstelle Nr. 400 oder die Garage Nr. 397, den Baukran mit Fahrbahn Nr. 421, den Baukran auf Rädern Nr. 421 R, den Gabelstabler Nr. 436 oder den Schaufellader mit und ohne Anhänger Nr. 445 und Nr. 445 A. Gabelstabler, Kran sowie die letzten unter der Nr. 4/0 laufenden 4 Fahrzeuge VW-Pritsche, VW-Bus, VW-Käfer und Fiat wurden ohne Antrieb ausgeliefert. Einige Exponate wurden zusätzlich mit Batteriebetrieb ausgeliefert; die Bezeichnung hierfür war “electric”. Die “electric” Ausführungen sowie Garage (alt) und Tankstelle sind heute ganz besonders gesucht.

Der Modellcharakter der Rollo-Serie

Die Produktions- oder Artikelnummern befinden samt dem Kellermann-Logo auf der Unterseite der Autos, sie sind dort eingeprägt zumeist noch versehen mit der Prägung “Made in Western Germany”. Die Artikelnummern wurden für ein Modell immer beibehalten, auch wenn später Modifikationen des Modells erschienen. Bodenprägung bei den RollosTypisches Beispiel hierfür ist der VW-Bus Nr. 402 als Krankenwagen, der immer unter der Artikelnummer 402 erschien, aber über mehr als 15 Jahre entsprechend der Typenänderung bei VW vom T1-Modell bis zum T3-Modell jeweils anlehnend an diese produziert wurde.

Typische Bodenprägung bei den Rollos

Die Rollo-Serie erfüllte die Bedingungen einer Modellbaureihe. Sie stellte eine große Anzahl an Modellautos beziehungsweise Automodellen dar, und dies in einem annähernd gleichen Maßstab. Ganz grob kann man sagen, dass der Maßstab für die Personenwagen um die 1:35 liegt, der von LKWs und Bussen um die 1:50.

Änderungen im Laufe der Zeit

Die Maßhaltigkeit war anfangs nicht so stark ausgeprägt, mit den Jahren erhöhte sich die Maßstäblichkeit und war in den letzten Jahren, den 70ern am ausgeprägtesten. Auch Details am Auto wurden zuletzt immer mehr verdeutlicht, die Innenausstattung wurde verbessert und zum Teil lithographiert. Die geänderten Gegenenheiten des Marktes äußerten sich allerdings auch in mancher Hinsicht negativ. So wurden spätere Verkaufsschachtel vereinfacht und auf wenige Farben reduziert wie zum Beispiel bei der Garage oder mitgelieferte Figuren, welche ursprünglich aus Masse waren, wurden nun aus Kunststoff hergestellt, – ein Beispiel hierfür ist der Gabelstabler. Andere wichtige Änderungen betrifft zum Beispiel die Bereifung: hier erfolgte der Wandel in der Regel von Gummi auf Kunststoff.  Ganz offensichtlich auch der andel bei den Verpackungen: den aufwendigen bunten Zeichnungen der Erstmodelle folgten weniger farbige und vereinfachte in den Folgejahren bis zur durchsichtigen Plastikbox, der sogenannten Plisterpackung oder Klarsichtverpackung. Auf diverse  weitere Änderungen werde ich in der Beschreibung der Einzelstücke noch eingehen. Dem Sammler ermöglichen allerdings diese im Laufe der Jahre durchgeführten Änderungen und Modifikationen, das Sammlerstück zeitlich genauer zu bestimmen.

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Nr. 373    Turmkran montiert auf Blechplatte sowie Turmkran montiert auf Rädern

Nr. 375    Hanomag Kipplastwagen

Nr. 379    Buick Limousine

Nr. 380    Hanomag Feuerwehr

Nr. 381    Omnibus von Mercedes

Nr. 383    Rennwagen Silberpfeil in verschiedenen Ausführungen

Nr. 384    Kranwagen von Hanomag

Nr. 388    Lastwagen von Mercedes

Nr. 388 A Lastwagen von Mercedes mit Anhänger

Nr. 389    Kellermann Traktor

Nr. 389 A Kellermann Traktor mit Anhänger

Nr. 390    Capriolet Mercedes 190 SL

Nr. 391    Porsche Coupe 356, verschiedene Ausführungen

Nr. 393    Esso Tankwagen

Nr. 394    VW Käfer in verschiedenen Ausführungen

Nr. 395    Opel Rekord Olympia

Nr. 397    Kellermann Garage in verschiedenen Ausführungen

Nr. 398    VW Pritschenwagen in verschiedenen Ausführungen

Nr. 399    Adenauer Mercedes 300

Nr. 400    Kellermann Tankstelle

Nr. 401    VW Kombi in verschiedenen Ausführungen

Nr. 402    VW Krankenwagen in verschiedenen Ausführungen

Nr. 403    VW Käfer Polizeiauto in verschiedenen Ausführungen

Nr. 404    Raketenauto

Nr. 405    Trambus von Büssing

Nr. 406    Fiat 600

Nr. 407/F Opel Rekord

Nr. 408/F Opel Rekord

Nr. 409    Kranwagen von Mercedes

Nr. 410    Signalfeuerwehr von Mercedes

Nr. 411    Ford Taunus in verschiedenen Ausführungen

Nr. 412    Opel Rekord Electric

Nr. 413    Ford Taunus Electric in verschiedenen Ausführungen

Nr. 414    Mercedes LKW Electric

Nr. 415    Mercedes LKW

Nr. 416    Ford Taxi in verschiedenen Ausführungen

Nr. 417    Ford Taxi Electric

Nr. 418    Porsche Coupe 356 Electric

Nr. 419    Opel Caravan Electric

Nr. 420    Opel Rekord in verschiedenen Ausführungen

Nr. 421    Baukran mit einer Fahrbahn

Nr. 421 R  Baukran auf vier Rädern

Nr. 422    Opel Rekord Electric in verschiedenen Ausführungen

Nr. 423    Mercedes 600

Nr. 424    VW 1500 sowie VW 1600

Nr. 425    VW Postkäfer 1200 sowie VW Postkäfer 1300

Nr. 426    VW Variant

Nr. 427    Mercedes 230 SL

Nr. 428    Muldenkipper

Nr. 429    Kranwagen

Nr. 430    Bus von Büssing

Nr. 431    Mercedes LKW

Nr. 431 A  Mercedes LKW mit Anhänger

Nr. 432    Porsche 911

Nr. 433    Rennwagen von Ferrari

Nr. 434    VW Bus “Clipper” , auch mit verschiedenen Werbeaufschriften

Nr. 435    Betontransporter

Nr. 436    Gabelstabler

Nr. 437    Fiat 128

Nr. 438    Ford Capri

Nr. 439    Signalfeuerwehr

Nr. 440    Mercedes 350 SL

Nr. 441    Bahnbus

Nr. 442    Mercedes 280 SE

Nr. 443/38  Ford Capri mit Caravan

Nr. 443/40  Mercedes 350 SL mit Caravan

Nr. 444    Mercedes 280 SE als Taxi

Nr. 445 A  Schaufellader mit Anhänger

Nr. 446    VW Passat Variant

Nr. 446 S  VW Passat Variant als ADAC-Fahrzeug

Nr. 447    Mercedes 350 SL Pagode

Nr. 4/0    Verschiedene Modelle ohne Friktionsantrieb

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