Banknoten und  Geldscheine – Eine kleine Einführung in das Sammelgebiet

Vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich

Banknoten sind nicht, wie man meinen könnte, in Europa erfunden worden. Wie auch auf vielen anderen Gebieten, war es die alte Hochkultur China, in welcher zuerst mit Banknoten oder Geldscheinen gehandelt wurde. Geldscheine sind in China zumindest schon um das Jahr 1000 bekannt, vermutlich existierten sie dort aber schon viel früher. Erst sehr viel später im Hohen Mittelalter kommen die ersten Geldscheine in Europa auf. In Deutschland oder besser dem damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation sind Geldscheine aus dem frühen 18. Jahrhundert aus Köln belegt. Bedeutung bekamen Banknoten in unserem Bereich dann im 19. Jahrhundert. Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 zerfiel dieses in viele einzelne Staaten bzw. Staatengebilde, welche jeweils für sich separat Geldscheine einführten. Viele dieser Einzelstaaten firmierten ab 1815 unter der Bezeichnung „Deutscher Bund“ bis zur Reichsgründung 1871 unter Bismarck.

Neue Banknoten mit Gründung des Deutschen Reiches

Das bis dahin bestehende Währungschaos wurde mit Gründung des Deutschen Reichs 1871 grundlegend neu geordnet. Es existierten bis dahin Geldscheine von 20 Bundesstaaten, mehreren Körperschaften sowie Banknoten von 34 Privatbanken, von den fünf verschiedenen Währungssystemen einmal völlig abgesehen. Ordnung sollte die 1875 gegründete Reichsbank herstellen, welche am 1. Januar 1876 ihre Pforten öffnete. Alte Banknoten: Einhundert MarkVorlaufend ordnete das Bankgesetz vom 14.3.1875, in welchem nicht nur die Gründung der Reichsbank vorbereitet, sondern auch der Einfluss der Privatbanken eingedämmt wurde, das Geldsystem grundlegend neu.

Einhundert Mark, Reichsbanknote von 1908

Im Jahre 1906 blieben von den einst 34 Privatbanken nur noch ganze 6 übrig. Mit dem Tage der Eröffnung der Reichsbank wurden auch die ersten Reichsbanknoten ausgegeben: ein Hundert Markschein in der noch heute geläufigen Farbe Blau sowie ein Tausend Markschein in brauner Farbe. Die neue Bezeichnung „Mark“ hat seinen Ursprung im Mittelalter. Die Mark war zu jenen Zeiten eine Gewichtseinheit für Edelmetall. Banknoten: Reichsbanknote Zwanzig MarkSo soll eine Mark Silber etwa 234 Gramm Silber entsprochen haben. Ihren Ursprung soll der Begriff Mark in Skandinavien und England gehabt haben. Als Münz- und Gewichtseinheit gelangte der Begriff im Jahre 1099 ins Rheinische. Bekannt ist, dass 1 kölnische Mark einem halben Pfund Silber entsprach. In den Jahren nach der Reichsgründung wurden im Kaiserreich weitere neue Noten in Umlauf gebracht.

Die Zeit der Inflation

Eine entscheidende Entwicklung für das deutsche Geldsystem zeichnete sich mit Beginn des 1. Weltkrieges ab. Mit der Aufhebung der gesetzlichen Einlösungspflicht von Banknoten gegen Gold und anderes Metallgeld sowie Geldmengenvermehrung und Aufnahme von Schulden zur Vorfinanzierung des Krieges wurde die Saat für die Inflation mit deren Kulminationspunkt 1923/24 gelegt. Die Zeit der deutschen Inflation muss daher von 1914 bis 1923 eingegrenzt werden. Es ist an anderer Stelle ausführlich über die damalige Inflation geschrieben worden, so dass ich mir hier eine eingehende Betrachtung ersparen möchte.

Alte Banknoten: Fünftausend Mark

Fünftausend Mark Schein aus der Inflationszeit

Es sei nur ein Beispiel angegeben, welche das ganze Ausmaß der Belastung aufzeigt, welche in jenem Zeitraum auf die Bevölkerung zukam: So stieg der Preis für ein normales Hühnerei, welches vor der Inflation 7 Pfennige kostete, schon zu Beginn des Krieges über 10 Pfennig auf 15 Pfennige in mehreren Etappen bis 1922 auf über 800 Mark, bis er im Inflationsjahr 1923 nochmals in mehreren Schritten von Anfang jenes Jahres bis zu dessen Ende von 923 Mark auf 320 Milliarden Mark anhob. Ich möchte an dieser Stelle gleichzeitig einen Verweis auf sogenanntes Notgeld geben: Man muss sich vorstellen können, was in der Bevölkerung bei aller damaligen Begeisterung für den Krieg vorging. Da war natürlich die berechtigte Angst vor Zahlungsschwierigkeiten seitens des Staates und Geldverknappung infolge des Kriegsbeginns. So war es natürlich, dass man sich rechtzeitig und so bald wie möglich mit dem Geld, was auf der Bank lag, was man auf dem Sparbuch hatte, eindecken wollte. So wurden in kürzester Zeit Unsummen an privatem Geld von den Banken abgehoben und quasi aus dem Umlauf genommen, da man dieses Geld für schlechtere Zeiten bunkerte. Alte Banknoten: Eine Milliarde MarkEin Zustand, der zusätzlich zur Geldverknappung und der anschließend folgenden durchaus nachvollziehbaren Geldmengenvermehrung durch den Staat beitrug.

Im Jahr 1922 gab es schon einen Milliarden Mark Schein. Die Inflation ging so schnell voran, dass gerade gedruckte Scheine mit dem neuen Wert überdruckt wurden.

Die zeitweise Geldverknappung war der Grund für die Bereitstellung von sogenanntem Notgeld. Das sehr umfangreiche Gebiet Notgeld ist meiner Ansicht nach allerdings ein Sammelgebiet für sich, auf welches ich auf einer nachfolgenden Unterseite separat aufmerksam machen möchte. Bleibt festzuhalten, dass das Sammeln von Geldscheinen aus der Zeit der Inflation allein wegen der geschichtlichen Sonderstellung, aber auch wegen seiner großen graphischen Ausgestaltung der Banknoten ein lohnenswertes Sammelgebiet ist.

Die Zeit der Weimarer Republik

Die Gründung der Rentenbank am 15. Oktober 1923 sollte mit dazu beitragen, die Inflation zu stoppen. Die in Umlauf gebrachte Rentenmark hatte einen Kurswert von 1 Billion Mark! Durch das Bankgesetz vom 30. August 1924 schließlich wurde eine unabhängige Notenbank etabliert. Es war die Geburt der neuen Reichsmark. Die Reichsmark überstand die damalige Weltwirtschaftskrise und endete eigentlich erst mit Ende des 2. Weltkrieges 1945. Ähnlich wie im 1. Weltkrieg führte die Kriegswirtschaft zur Ausgabe von Notgeld, Lagergeld oder Reichskassenscheinen. Während des 2. Weltkrieges gab es zudem in den von den deutschen Truppen besetzten Gebieten zusätzlich in Umlauf gebrachte Banknoten. Dies Phänomen ist uns ja von den Briefmarken her bestens bekannt. So wurden von der Zentralnotenbank der Ukraine im März 1942 mehrere Notenwerte in der Währung KARBOWANEZ herausgegeben. Einige dieser Werte sind heute kaum noch aufzufinden und werden dementsprechend hoch gehandelt.

Die Zeit der Besatzungszonen mit anschließend 2 deutschen Staaten

Mit Ende des 2. Weltkrieges übernahmen die Alliierten in Deutschland die Herausgabe von Geld- oder Banknoten. In den verschiedenen Besatzungszonen kursierten nun unterschiedliche Banknoten. Zusätzlich war auch noch die alte Reichsmark im Umlauf. In den westlichen Besatzungszonen beendete die Währungsreform vom 20. Juni 1948 das Durcheinander. Es war die Geburtsstunde der Deutschen Mark auf dem Gebiet der westlichen Besatzungszonen, der baldigen Bundesrepublik Deutschland. Auch auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone wurde bald danach wieder eine Deutsche Mark herausgebracht. Zunächst war es die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank im Zeitraum vom 24. Juli 1948 bis zum 31.Juli 1964. Anschließend vom 1. August 1948 wurde sie von der Mark der Deutschen Notenbank abgelöst; diese hatte fast zwanzig Jahre Bestand bis zum 31. Dezember 1967. Ab dem 1. Januar 1968 hieß die Währung der DDR dann Mark der Deutschen Demokratischen Republik und dies bis zu ihrem Ende am 30. Juni 1990.

Die Geldscheine der neuen Bundesrepublik Deutschland müssen sich noch bis zum 9. Februar 1961 mit den Scheinen der Bank Deutscher Länder begnügen. Ab dem 10. Februar 1961 fast parallel zum Wirtschaftswunder erscheint die Banknotenserie, welche uns bis etwa zum Fall der Mauer erhalten bleiben sollte. Ab1989 begann über fast drei Jahre lang der allmähliche Ersatz der uns bekannten Geldscheine, welche mich persönlich ein halbes Leben begleitet haben, durch neue Banknoten. Der Grund waren Sicherheitsaspekte; die neuen Geldscheine sollten fälschungssicher sein.

Das Euro-Zeitalter

Das Jahr 2002 brachte uns, und viele haben dies mit Wehmut begleitet, den Abschied von der geliebten D-Mark. Das Euro-Zeitalter begann.




Sammelgebiete

Allein die deutschen Banknoten und Geldscheine stellen ein sehr breites Sammelgebiet dar. Viele Sammler spezialisieren sich daher. Das systematische Sammeln kann sich natürlich auf die geschichtlichen Epochen konzentrieren; dies ganz einfach, um das umfangreiche Sammelgebiet etwas einzuschränken. Ein abgegrenzter Sammelbereich stellt auf jeden Fall der Zeitraum des Deutschen Bundes 1815 bis 1871 dar. Es gab in jenem Zeitraum ein buntes Sammelsurium an Geldscheinen der jeweiligen Länder mit unterschiedlichsten Notenbezeichnungen, z.B. „Gulden“.

Der nächste Abschnitt kennzeichnet die Banknoten des Deutschen Reiches. Das Deutsche Reich kann man zusammenfassen als die Zeit von der Reichsgründung 1871 bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945. Verfassungsrechtlich teilt es sich allerdings in drei Zeiträume: das Kaiserreich von 1871 bis 1918, die Weimarer Republik von 1919 bis 1933 und zuletzt die Naziherrschaft, das sogenannte 3. Reich, von 1933 bis 1945. Innerhalb dieses Zeitraumes wäre es für den Spezialsammler aber auch interessant, sich auf die Epoche der Inflation 1914 bis 1923 zu fokussieren. Nach dem Krieg könnten die Ausgaben der Bank Deutscher Länder ein abgeschlossenes Sammelgebiet bilden. Auf jeden Fall bilden dann die Banknoten der DDR und der BRD ein jeweiliges begrenztes Sammelgebiet, noch einmal unterteilt in D-Mark-Zeiten und Euro-Zeiten.

Erste Einblicke in die Themenwelt Geld, Münzen und Banknoten bekommt man im einzigen Museum dieser Art, im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt.

Ein Kommentar über “Banknoten, Geldscheine”

  1. Jose schrieb:
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