Aufkleber sammeln

Aufkleber und Stickers

Aufkleber sind in der Regel  kurze Mitteilungen, Werbebotschaften, politische Slogans auf Klebefolien. Sie sind als überwiegend bunte Bildchen im Umlauf und gehören für mich ein Stück weit zur Alltagskunst. Ich weiß nicht, wie viel Millionen solcher Aufkleber allein jährlich in Deutschland produziert werden, aber es könnten zwischen 200 und 300 Millionen sein. Kofferaufkleber vom TitiseeDie Aufkleber sind auch als Stickers bekannt; dieser englische Begriff bedeutet aber auch nichts anderes als Aufkleber, abgeleitet vom Verb „stick“ = kleben, aufkleben. Aufkleber gelten als eigenständiges Sammelgebiet, obwohl sie auch in den weiten Bereich der Ephemera eingeordnet werden können. In der Regel werden diese Aufkleber von ihrer Folie oder vom Papier abgezogen und mit der Klebefläche auf Gegenständen behaftet, das können Schilder, Türen, Kühlschränke, Bürowände, Möbel, Schulranzen oder sonst irgendetwas sein. Vielfach sind es, und da fällt es am meisten auf, Autos. Hierbei ist es von Vorteil, dass Online-Anbieter auch das „Aufkleber drucken in kleiner Stückzahl“ möglich machen.

Auch ich hatte meinen alten Käfer in meiner Studentenzeit mit diversen Aufklebern beklebt, war aber nicht auf die Idee gekommen, dass sich aus diesen Aufklebern einmal ein ernsthaftes Sammelgebiet entwickeln würde. Das HB-Männchen als Aufkleber

Ein Blick in die Geschichte

Bezüglich der Autoaufkleber wird immer wieder ein lustiger Hinweis kolportiert. Es heißt, dass der Siegeszug der Autoaufkleber bereits in den 50er Jahren begann, als Studenten in den USA hergingen und die Roststellen ihrer Studentenautos mit den Stickern überklebten. Na ja, das kenne ich aus meiner Studentenzeit in Frankfurt auch! Heutzutage werden sogar schon ganze Autos bedruckt – und das nicht wegen der Rostflecken. Die Fahrzeuge werden auf diese Weise personalisiert oder für Werbezwecke gestaltet. Natürlich werden auch immer noch kleine herkömmliche Aufkleber auf Autos platziert, sei es ein lustiger Spruch, ein politisches Statement oder ein Bild. Möchte man etwas Wetterbeständiges, kann man sogenannte Hinterglasaufkleber online bestellen und selbst gestalten oder bereits fertige Sticker in den Geschäften kaufen. Wie der Name schon sagt, werden diese besonderen Sticker von innen an die Scheibe, also hinter das Glas geklebt, wodurch sie durch äußere Umstände nicht beschädigt werden können. Sie werden nicht nur in Autos platziert, sondern sind häufig an Schaufensterscheiben zu Werbezwecken zu finden. Bei Hinterglasaufklebern wird das Motiv spiegelverkehrt auf eine transparente Folie gedruckt, nach dem Aufkleben ist das Motiv dann von außen korrekt lesbar.

Wie gesagt, beklebt wurde so ziemlich alles, – man möchte auf diese Weise ja auch seine Meinung, Gesinnung oder Einstellung öffentlich kundtun.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es Aufkleber bereits im 19. Jahrhundert gab. Schon während der Gründerzeit war Reisen sehr beliebt und spielte die Werbung bereits eine wichtige Rolle. So verteilten Hotels als Werbemittel bereits zu jener Zeit die heute beliebten Hotelaufkleber, welche viele Hotelgäste auf ihre Koffer klebten; man spricht in diesem Zusammenhang auch von Kofferaufklebern. Auch die frühen Fluglinien gaben bereits solche Aufkleber heraus. Zu den Aufkleber zählen natürlich auch die vielen, zum Teil sehr frühen Abziehbilder oder Wasserschiebebilder.Esso Aufkleber

Sammler und Nutzer von Aufklebern

Aufkleber gibt es heute bei Stadtverwaltungen, von Werbefirmen, großen und kleinen Unternehmen, von Zweckverbänden, Feriendörfern, Autofirmen, politischen Institutionen, Parteien, Freizeitveranstaltern und und und. Parallel zur Klebeleidenschaft unserer Mitmenschen entwickelte sich auch die Sammelleidenschaft für die Aufkleber. Ein Grund mag in der zuweilen aufwändigen Grafik verankert sein. Aufkleber spielen nun einmal im Bereich der Werbung eine herausragende Rolle und daher werden auch die besten Grafiker und renommiertesten Werbefirmen eingeschaltet, um solche Werbemittel zu gestalten. Die Motive müssen nicht unbedingt ausschließlich für Aufkleber oder Stickers hergestellt worden sein; oftmals finden sich die selben Motive auch auf Werbekarten, Werbefolien oder Plakaten wieder.
Der Sammler von Aufklebern wird selten das Motiv von der Klebefolie lösen. Hier gilt das Prinzip „ungenutzt“ oder „mint“ ähnlich wie beim Blechspielzeug, wo man zwischen „bespielt“ oder „unbespielt im Originalkarton“ unterscheidet oder analog bei Briefmarken zwischen „gestempelt“ oder „ungestempelt“ beziehungsweise „postfrisch“. Aufkleber Grand Hotel Luna Venezia

Kofferaufkleber des Hotels Grand Luna in Venedig. Der Aufkleber gibt das Urlaubsgefühl der 60er Jahre wieder

Wer die Aufkleber nutzt, sie also verklebt, zum Beispiel auf das Heck seines Fahrzeugs, macht sich in der Regel den Inhalt des Aufklebers oder des dort dargestellten Slogans zu eigen und möchte diese Meinung oder Bewerbung auch anderen mitteilen. Typische Beispiele sind die Aufkleber von Fussballvereinen, – hier outet sich der Kleber als Fan eines solchen, oder auch die Aufkleber der Insel Sylt, – in diesem Falle bedeutet dies „da bin ich auch schon gewesen“.



Viele Spezialgebiete

Gerade beim Sammelgebiet Aufkleber bietet es sich an, sich zu spezialisieren. Natürlich kann man alles sammeln; die Auswahl ist aber unerschöpflich. Man kann sich spezialisieren auf Tieraufkleber, auf Städteaufkleber oder auf ganz bestimmte Werbemotive, zum Beispiel der 60er Jahre. Vielleicht konzentriert man sich aber auch auf das Sammeln von frühen Aufklebern etwa des 19. Jahrhunderts. Der Reiz beim Sammeln dieser frühen Aufkleber wie der Hotelaufkleber, der Aufkleber der Fluglinien liegt darin, dass gerade diese Aufkleber nicht sehr häufig produziert wurden. Einige sind sogar sehr selten, wenn sie in nur kleiner Stückzahl produziert wurden. Ein zusätzlicher Reiz dieser frühen Aufkleber liegt in ihrer unvergleichlichen grafischen Gestaltung.

Ein spezialisiertes Sammelgebiet könnten auch die Aufkleber mit politischen Slogans sein; sie kamen ab Ende der 60er Jahre verstärkt auf. Auch die Hochzeit der Werbeaufkleber begann so richtig in den 60ern. Die bekanntesten dieser Werbeaufkleber dieser Epoche sind heute gesuchte Raritäten. Kofferaufkleber Hotel El Minzah TangerViele Sammler in meinem Alter erinnern sich bestimmt noch an die Esso- Aufkleber „Pack den Tiger in den Tank“, welche ab etwa 1966 aufkamen.

Raritäten besitzen bereits einen hohen Sammlerwert

Neben diesen herausragenden Werbe-Raritäten gibt es noch die sogenannten Eintags-Sticker oder Eintags-Aufkleber. Es sind dies Aufkleber, welche für Veranstaltungen, Ausstellungen oder ähnliches werben, die lediglich an ein oder 2 Tagen oder zumindest wenigen Tagen stattfinden. Solche Aufkleber sind datiert, haben zumeist geringe Auflagen und erzielen hohe Sammlerpreise.

Kofferaufkleber des Hotels El Minzah in Tanger

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